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Rampenlicht: Vom Supertalent zum Bankdrücker und zurück

18.04.2018 20:37
Ryan Babel (l.) scheiterte mit Besiktas im CL-Achtelfinale am FC Bayern
© getty, Sebastian Widmann
Ryan Babel (l.) scheiterte mit Besiktas im CL-Achtelfinale am FC Bayern

Viele bekannte Gesichter spielen weitgehend unbeachtet von der deutschen Presse im Ausland. Heute blickt sport.de auf drei Bundesliga-Flops, die den Vorschusslorbeeren in jungen Jahren nicht gerecht wurden.

Einst als Jahrhundertalent gefeiert, später als Bankdrücker herumgereicht. Die Karriere von Ex-Hoffenheimer Ryan Babel ist eine wilde Achterbahnfahrt. Beim amtierenden türkischen Meister Besiktas erlebt der 31-Jährige derzeit einen ungeahnten Höhenflug.

Aufgewachsen im Amsterdamer Problemviertel Bijlmermeer schaffte der Niederländer im Alter von zwölf Jahren den Sprung in die Fussballschule von Ajax. Von dort spülte es den damals 20-Jährigen mit dem Prädikat "Supertalent" im Sommer 2007 für rund 18 Millionen Euro zum FC Liverpool.

In vier Spielzeiten auf der Insel wurde der U21-Europameister dem Hype aber selten gerecht. Nur 22 Tore gelangen dem Stürmer in 146 Auftritten.

Der Tapetenwechsel folgte im Jahr 2011. Satte sieben Millionen Euro ließ sich die TSG die Verpflichtung des selbstbewussten Tempodribbler kosten. Dieser zögerte nicht, sich mit zwei großen Bundesliga-Stars auf eine Stufe zu stellen: "Ich bin überzeugt, dass ich das Level eines Ribéry oder Robben irgendwann erreichen kann".

Dieser Ansage folgte aber wenig Zählbares. Sechs Tor und vier Vorlagen lautete die magere Ausbeute im Kraichgau. So zog es den gebürtigen Amsterdamer schon nach anderthalb Jahren ablösefrei zurück in die Heimat. Schließlich landete der Wandervogel über verschiedene Stationen bei Besiktas.

Eine gute Entscheidung: In der Champions League erreichten die schwarzen Adler das Achtelfinale gegen den FC Bayern, in der Liga ist der fünfzehnte Meisterpokal zum Greife nahe. Zwei magere Punkte trennen die Istanbuler vom Lokalrivalen und Tabellenführer Galatasaray.

Am vergangenen Freitag markierte Babel im 3:0-Sieg gegen Akhisarspor bereits seine Saisontreffer zehn und elf, nachdem er schon in der Vorwoche als Torschütze und Vorlagengeber für drei Zähler sorgte. Mit viel Rückenwind geht es nun in die entscheidende Phase der Saison. Dabei könnte der Hoffenheim-Flop zum entscheidenden Mann in der Mission Titelverteidigung werden.

Bundesliga-Rüpel wird sesshaft

Ebenfalls als Heißsporn berüchtigt war der Ex-Wolfsburger Andrés D'Alessandro. Nachdem der Youngster in drei Jahren Bundesliga nicht Fuß fassen konnte, schnürt der 37-Jährige nun schon seit knapp einem Jahrzehnt die Fußballschuhe in Brasilien.

Für die Rekordablösesumme von neun Millionen Euro wechselte das gefeierte Talent damals vom argentinischen Riesen River Plate zu den Wölfen. Dort fiel der extrovertierte Argentinier aber selten durch sportliche Leistungen auf. Als schwierig galt auch das Verhältnis zu VfL-Manager Thomas Strunz, dem der Spielmacher wiederholt fehlendes Vertrauen vorwarf. 

Schließlich zog es den Kreativspieler über England, Spanien und Argentinien nach Brasilien, zu Internacional. In Pôrto Alegre wurde D'Alessandro sesshaft, seinen Arbeitsvertrag verlängerte der Dribbler unlängst um zwei weitere Jahre.

Damit unterstrich der Ex-Wolfsburger seine Verbundenheit zu dem Klub, der noch immer auf sein fußballerisches Können zählt. Beim Saisonauftakt der brasilianischen Liga stand die Nummer Zehn am vergangenen Sonntag 88. Minute auf dem Feld, als sich Internacional 2:0 gegen EC Bahia durchsetzte.

Es war der der mittlerweile 188. Liga-Auftritt für den Klub. Wenn es nach D'Alessandro geht, war es sicher nicht der Letzte.

Wandervogel Valdez meldet sich zurück

Ähnlich wie D'Alessandro wagte auch Nelson Valdez früh den Sprung aus Südamerika in die Bundesliga. Nach einer Reise über den halben Globus geht der geht der Paraguayer mittlerweile wieder in der Heimat auf Torejagd.

"Nelson Valdez ist eines der größten Stürmertalente der Bundesliga. Ihm gehört die Zukunft", verkündete Werder-Sportdirektor Klaus Allofs damals verzückt, als das Talent seinen ersten Profivertrag an der Weser unterzeichnete.

In Bremen spielte der Jungspund stets munter auf (30 Tore, 14 Vorlagen in 113 Einsätzen), kam hinter den gesetzten Klasnic und Klose aber nie über die Reservistenrolle heraus. Beim BVB blieb der Angreifer oft hinter den hohen Erwartungen zurück, im Frankfurt-Trikot reichte es durch einen Kreuzbandriss nur für elf Einsätze.

Valdez suchte sein Glück an verschiedenen Stationen im Ausland, Anfang 2017 zog es den Paraguayer aber heimwärts zum Traditionsverein Cerro Porteno.

Mit dem 29-fachen Meister steht der Ex-Bremer nach zwölf Spieltagen auf dem dritten Tabellenrang. Dennoch gab es jüngst Grund zur Freude: Am vergangenen Sonntag erzielte der 34-Jährige nach langer Verletzungspause seinen ersten Treffer in der laufenden Saison.

Nur sechs Minuten benötigte Valdez, um den 5:0-Kantersieg gegen den Tabellenzweiten Club Nacional nach seiner Einwechslung abzurunden und Cerro Porteno wieder auf Kurs zu bringen.

Kai Ziemen

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