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Hamilton "dankbar" für Verstappen-Manöver

16.04.2018 08:40
Lewis Hamilton und Max Verstappen im Zweikampf
Lewis Hamilton und Max Verstappen im Zweikampf

Lewis Hamilton will nach seinem Duell mit Max Verstappen beim China-Grand-Prix am Sonntag nicht von einem neuerlichen Scharmützel mit dem Red-Bull-Youngster sprechen. Wie der Mercedes-Pilot sagt, wäre der Zweikampf zu Beginn der zweiten Rennhälfte nicht mit dem harten Fight vor einer Woche in Bahrain zu vergleichen gewesen - obwohl wieder auf Messers Schneide zuging.

Dabei hätte es durchaus Kleinholz geben können. Als Verstappen nach der Safety-Car-Phase auf frischen Reifen angeflogen kam, versuchte er es mit einem ambitionierten Manöver auf der Außenbahn in Kurve 7, wo Überholen als fast unmöglich gilt. Auch Hamilton wundert sich, wieso sein zu diesem Zeitpunkt mit dem klar schnelleren Auto ausgestatteter Konkurrent nicht geduldiger war.

"Einen Topfahrer sicher nicht", antwortet Hamilton auf die Frage, ob er an der fraglichen Stelle schon mal attackiert hätte. "In Kurve 8 ist mehr möglich, aber die Außenbahn in Kurve 7 ist immer sehr dreckig und die Passage sehr, sehr schnell und sehr, sehr lang." Das bekam auch Verstappen zu spüren, als sein Wagen abseits der Ideallinie untersteuerte und er durch die Auslaufzone räuberte.

"Ich habe ihn gar nicht gesehen"

Allerdings: Es könnte einen weiteren Grund für den Abflug gegeben haben. Auf den Onboard-Aufnahmen der Szene ist zu erkennen, dass Hamilton bei der Durchfahrt von Kurve 7 leicht mit dem Auto "gezuckt" hat. Der Silberpfeile bewegte sich ein paar Zentimeter weg von der Ideallinie nach außen in Richtung Verstappen. Normaler Gripverlust oder ein Trick, um Verstappen loszuwerden?

Hamilton stellt klar: "Ich habe ihn gar nicht gesehen, sondern bin normal durch die Kurve gefahren." Also kein angedeuteter Ellenbogencheck, nachdem er Verstappen nach der Bahrain-Kollision als Schwachkopf bezeichnet hatte. "Als ich die Wiederholung gesehen habe, habe ich nicht verstanden, wieso er überhaupt dorthin gefahren ist. Ein Problem war es für mich nicht", so Hamilton.

Hamilton "dankbar" für Vertappen-Manöver

Nachdem Verstappen die Sache doch noch eleganter zu lösen wusste, kam es ein zweites Mal fast zum Kontakt mit Hamilton - als der Red-Bull-Fahrer in der Haarnadelkurve mit Sebastian Vettel kollidierte und er sich seinen Weg durch die entgegen der Fahrtrichtung stehenden Konkurrenten bahnen musste: "Ich habe sie nicht gesehen, als ich auf den Scheitelpunkt zugesteuert habe - dann haben sie mir ins Gesicht geschaut. Ich dachte: 'So weit innen wie Kimi komme ich nicht vorbei'."

"Ich hatte definitiv die Befürchtung, einen von ihnen abzuräumen - gerade, als sie umdrehen wollten", sagt Hamilton, der letztlich halb in die Auslaufzone auswich. Dass ihm Verstappens waghalsiges Manöver zupass kam, leugnet er nicht, schließlich kostete es WM-Leader Vettel viele Punkte. "Natürlich bin ich für die Art und Weise, wie er fährt, dankbar", meint Hamilton, um gleich darauf zurückzurudern: "Ich meine gar nichts. Es war einfach ergebnistechnisch ein guter Tag für uns."

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