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Ergebniskrise zur Unzeit! Bayer vor RB-Duell unter Druck

09.04.2018 08:42
Für Kevin Volland und Co. läuft es derzeit eher bescheiden.
© getty, Mika Volkmann
Für Kevin Volland und Co. läuft es derzeit eher bescheiden.

Am Montagabend steht für Bayer Leverkusen viel auf dem Spiel. Dann ist die Werkself bei RB Leipzig zu Gast, einem der schärfsten Widersacher im Kampf um die Champions-League-Plätze. Doch ausgerechnet vor diesem wegweisenden Duell scheint Bayer zu straucheln.

Eine Derbypleite gegen den abstiegsbedrohten 1. FC Köln (0:2) und ein maues 0:0 gegen destruktive Augsburger – an den beiden vergangenen Spieltagen haben sich die Männer von Trainer Heiko Herrlich nicht gerade wie ein Topteam präsentiert.

"Gegen Köln haben wir Herz und Leidenschaft vermissen lassen", ärgerte sich der Coach nach der Schlappe gegen den Rheinrivalen. Auch eine Woche später gab ihm die Mannschaft wenig Grund zur Freude: "Dieses 0:0 gegen Augsburg fühlt sich wie eine Niederlage an", so der 46-Jährige.

Problemzone Angriff

Es klemmt bei Leverkusen vor allem in der Offensive. In den letzten acht Ligaspielen blieb Bayer fünf Mal ohne eigenen Treffer, zuletzt sogar in zwei Partien in Folge. Dabei hatte es zu Beginn der Rückrunde noch ganz anders ausgesehen.

Bis zum torlosen Remis Anfang Februar gegen den SC Freiburg blieb das Team saisonübergreifend in 25 aufeinander folgenden Ligaspielen nie ohne eigenen Treffer. Die Offensive mit den hochbegabten Flügelflitzern Leon Bailey und Julian Brandt und den hervorragend harmonierenden Angreifern Lucas Alario und Kevin Volland bot Woche für Woche begeisternden Angriffsfußball. Davon ist nun nicht mehr viel übrig.

Volland ist mit zehn Treffern in der Liga zwar noch Bayers bester Torjäger, doch der frischgebackene Vater einer Tochter wartet nun schon seit 724 Minuten auf ein Erfolgserlebnis. Zuletzt hat er am 12. Januar gegen die Bayern getroffen.

Überflieger im Tief

Doch auch bei seinen Mitstreitern im Bayer-Sturm läuft zurzeit wenig. Hatte Leon Bailey vor wenige Wochen noch mit Kunststücken wie dem Hackentor gegen Hoffenheim geglänzt, ist der Jamaikaner nun seit Februar ohne Torbeteiligung. "Leon ist ein super Spieler, aber er kann nicht in jedem Spiel unser Dosenöffner sein", sagt Kollege Julian Brandt über die jüngsten Auftritte des 20-Jährigen. "Es sind jetzt auch mal andere Leute dran, wieder die Tore zu schießen."

Aber wer soll das sein? Brandt selbst hat zwar beim letzten Sieg gegen Borussia Mönchengladbach noch getroffen, doch an die Gala-Form aus der Hinrunde konnte der Nationalspieler zuletzt auch nicht mehr anknüpfen.

Zu allem Überfluss leistete sich Mittelstürmer Lucas Alario im Rheinderby einen Ellenbogenschlag gegen Dominic Maroh und brummt seitdem eine Drei-Spiele-Sperre ab.

Alternativen fürs Sturmzentrum gibt es bei der Werkself nicht wirklich. Routinier Stefan Kießling kommt aufgrund von Hüftproblemen nur für Kurzeinsätze infrage, Joel Pohjanpalo könnte nach überstandener Verletzung gegen RB zwar in den Kader zurückkehren, scheint aber für Herrlich keine echte Alternative darzustellen.

Enger Fight um die europäischen Fleischtöpfe

"Wenn ein Spieler wie Lucas Alario fehlt und auch noch Joel Pohjanpalo, dann ist es halt schwieriger", sucht Manager Jonas Boldt gegenüber dem "kicker" nach Erklärungen für das Tief, das sich auch auf die Punktausbeute auswirkt: In den bisher sechs Heimspielen der Rückrunde fuhr die Herrlich-Elf nur zwei Siege ein. Eine Bilanz, die für ein Team mit Champions-League-Ambitionen deutlich zu mager ist.

Dass die Werkself immer noch Anschluss an die Top-Vier halten kann, liegt vor allem an der fehlenden Konsistenz der Konkurrenten. Mit 45 Punkten liegt Leverkusen aktuell auf Platz fünf. Der Quali-Platz, auf dem derzeit Leipzig rangiert, ist nur einen Punkt entfernt.

Angesichts des komplizierten Restprogramms der Leverkusener kann die Tuchfühlung aber schnell abreißen. Nach dem Spiel gegen Leipzig empfängt die Werkself am 14. April Frankfurt, eine Woche später geht es nach Dortmund. Dazwischen steht im DFB-Pokal noch das Halbfinale gegen die Bayern an.

"Haben alles noch selbst in der Hand"

Es geht also an jedem Spieltag um alles. Da kommen Sperren, Verletzungen und Leistungstiefs absolut unpassend. "Wir haben uns unnötigerweise selbst in eine Drucksituation gebracht, aber wir haben auch alles noch selbst in der Hand", schätzt Keeper Bernd Leno die Situation ein.

"Wir spielen zum Glück noch gegen unsere direkten Konkurrenten und können in den kommenden drei Wochen gegen diese Teams viele Punkte sammeln", pflichtet Teamkollege Brandt bei. "Wir müssen schauen, dass wir in den nächsten drei Wochen Stoff geben."

Damit sollten Lars Bender und Co. am Montagabend dringend anfangen, denn sonst ist der Traum von der Königsklasse schnell ausgeträumt. Die Konkurrenz jedenfalls lauert auf jede noch so kleine Schwäche.

Sebastian Ernst

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