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Sportler des Monats: Eiskönigin Aljona Savchenko

04.04.2018 13:46
Aljona Savchenko lief gemeinsam mit Bruno Massot den Winter ihres Lebens
Aljona Savchenko lief gemeinsam mit Bruno Massot den Winter ihres Lebens

Der deutsche Eiskunstlauf-Star Aljona Savchenko hat in diesem Winter Unfassbares geleistet! An der Seite ihres Partners Bruno Massot hat die 34-Jährige zunächst mit einer rekordverdächtigen Kür im Paarlauf die Olympische Goldmedaille gewonnen.

Vor zwei Wochen krönte das Vorzeigeduo der Deutschen Eislauf-Union (DEU) dann seinen ohnehin schon unvergesslichen Winter mit dem Gewinn des Weltmeistertitels in Mailand. Die Wahl-Oberstdorfer zeigten dabei erneut einen Eis-Vortrag, der die Konkurrenz deutlich in die Schranken verwies und wieder einen neuen Punkte-Weltrekord bedeutete.

Ganz klar: Für sport.de ist die gebürtige Ukrainerin Aljona Savchenko gemeinsam mit ihrem Partner Bruno Massot nach diesem Frühjahr der Superlative die Sportlerin des Monats März.

sport.de sprach mit der Eiskönigin exklusiv während ihres Urlaubs über ihre wichtigsten Erlebnisse in diesem Winter, die Erleichterung nach den großen Triumphen und ein mögliches Karriereende.

Frau Savchenko, Sie blicken auf den erfolgreichsten Winter Ihrer langen Leistungssportkarriere zurück. Sind Sie mittlerweile mal dazu gekommen, die großen Siege der letzten Wochen zu verarbeiten?

Aljona Savchenko: Ja, ich denke schon! Aber ich kann manchmal gar nicht glauben, dass die Saison schon zu Ende ist. Ich bin aber natürlich überglücklich.

Vermissen Sie es aktuell schon, wieder auf dem Eis zu stehen oder schalten Sie im Moment komplett ab?

Man kann leider nicht so schnell abschalten. Ich liebe meine Arbeit und vermisse das Eis sogar schon wieder. 

Ein Blick zurück auf die weltmeisterliche Leistung mit Bruno Massot in Mailand: Ihre 245,84 Punkte im Paarlauf bedeuteten einen neuen Weltrekord. Gab es überhaupt etwas während der Performance bei der WM, das Sie noch hätten verbessern können?

Ja natürlich, irgendetwas findet man immer. Aber insgesamt ist der Wettbewerb einfach toll für uns gelaufen.

Schildern Sie selbst bitte noch einmal Ihre Eindrücke von den Wettbewerben in Pyeongchang und Mailand: Welche Gefühle und Emotionen waren bei Ihnen während der einzelnen Programme vorherrschend? Empfanden Sie Druck oder liefen Sie befreit?

Nein, Druck hatten wir keinen. Zumindest habe ich es nicht so empfunden. Dementspechend waren wir von Anfang an sehr konzentriert und haben das Ganze sowohl in Pyeongchang als auch in Mailand versucht zu genießen. 

Sensationell! Im Februar gewinnen Aljona Savchenko und Bruno Massot in Pyeongchang die Olympische Goldmedaille
Sensationell! Im Februar gewinnen Aljona Savchenko und Bruno Massot in Pyeongchang die Olympische Goldmedaille

Erklären Sie uns bitte noch einmal, wie Sie es überhaupt hinbekommen haben, sich nach den Olympischen Spielen innerhalb weniger Wochen für die WM in Mailand motivieren zu können?

Das war schon ein Thema. Wir haben uns dann entschieden, die Weltmeisterschaft für unsere Famillie, Fans, Trainer und Freunde zu laufen. All diese Leute haben bei uns für die nötige Motivation gesorgt und uns Kraft gegeben.

Zum ersten Mal seit 26 Jahren holt sich mit Ihnen und Herrn Massot wieder ein Paar Olympia- und WM-Gold direkt nacheinander. Was bedeutet es für Sie, nun Mitglied in so einem erlesenen Kreis zu sein?

Es bedeutet mir alles! In diesem Jahr ist wahr geworden, wovon ich immer geträumt habe. Ich bin auch sehr stolz auf das, was wir zusammen erreicht haben. 

Die spannende Frage bleibt: Wie geht es bei Ihnen mit dem Leistungssport weiter? Zuletzt haben Sie es offengelassen, weiter auf höchstem Niveau Eiskunstlaufen zu wollen. Was ist der neueste Stand?

Die Frage ist immer noch offen. Wir haben uns selbst die nötige Zeit gegeben, in aller Ruhe nachzudenken. Jetzt stand erst einmal Urlaub an. Danach werden wir uns zusammensetzen und eine Entscheidung treffen.

Mit Bruno Massot haben Sie das Eiskunstlaufen in Deutschland in diesem Jahr wieder ziemlich populär gemacht. Können Ihre Erfolge eine nachhaltige Entwicklung in Ihrer Sportart bewirken?

Das hoffe ich natürlich. Man kann das aber noch nicht genau sagen. Wir werden es sehen.

Auch Ihre mediale Präsenz hat seit dem Olympiasieg noch einmal deutlich zugenommen. Können Sie sich vorstellen, der Öffentlichkeit auch nach der Aktivenkarriere in welcher Form auch immer erhalten zu bleiben?

Auf jeden Fall! Ich bin offen für alles, was in Zukunft kommt.

Wie sieht Ihr Zeitplan nun die kommenden Wochen und Monate aus?

Zunächst einmal genieße ich noch meinen restlichen Urlaub. Nach der Rückreise geht es schließlich am 16. April wieder aufs Eis. Dann bereiten wir uns noch auf ein paar Show-Auftritte vor. Am 18. April beginnt nochmal ein ziemlich straffes Programm. Wir fliegen erst nach Südkorea, anschließend sind wir in der Schweiz. Im Mai geht es außerdem noch zu einem Event nach Italien, im Juni nach Japan. Sie sehen, es stehen noch sehr viele Show-Auftritte für uns an.

Lesen Sie hier:

Sportler des Monats Februar 2018: Kombinierer-Superstar Eric Frenzel
Sportler des Monats Januar 2018: Tennis-Star Angelique Kerber
Sportler des Monats Dezember 2017: Skisprung-Weltcupsieger Richard Freitag
Sportler des Monats November 2017: Tischtennis-Titelsammler Dimitrij Ovtcharov
Sportler des Monats Oktober 2017: Turn-Weltmeisterin Pauline Schäfer

Sportler des Monats September 2017: Nationalstürmer Timo Werner
Sportler des Monats August 2017: Speer-Weltmeister Johannes Vetter
Sportler des Monats Juli 2017: Sprinterkönig Marcel Kittel

Das Gespräch führte Mats-Yannick Roth

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Paarlauf 2018

1DeutschlandSavchenko, A. / Massot, B.235.90
2ChinaSui, W. / Han, C235.47
3KanadaDuhamel, M./ Radford, E.230.15
4Olymp. Athleten aus RusslandTarasova, E. / Morozov, V224.93
5FrankreichJames, V. / Ciprès, M.218.53
6ItalienMarchei, V. / Hotárek, O.216.59
7Olymp. Athleten aus RusslandZabiiako, N. / Enbert, A.212.88
8ChinaYu, X. / Zhang, H.204.10
9KanadaSeguin, J. / Bilodeau, C.204.02
10ItalienDella Monica, N. / Guarise, M.202.74
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