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Gregoritsch & Co.: Diese HSV-Flops blühen woanders auf

16.03.2018 20:31
Der einstige HSV-Flop Gregoritsch blüht beim FC Augsburg auf
Der einstige HSV-Flop Gregoritsch blüht beim FC Augsburg auf

Mit elf Treffern ist Michael Gregoritsch in der laufenden Bundesligasaison bester Torschütze des FC Augsburg. Von diesen Torjägerqualitäten dürfte man in Hamburg überrascht sein – oder auch nicht. Denn Gregoritsch ist bei weitem nicht der erste Spieler, der beim Hamburger SV floppte und anschließend groß aufspielte. Was läuft in dieser Hinsicht schief beim Bundesliga-Dino? Ein exemplarischer Blick auf drei ehemalige HSV-Profis: 

Ganze 25 Spiele hat Michael Gregoritsch in Augsburg gebraucht, um seine Torbilanz aus zwei Jahren Hamburger SV zu übertreffen. An der Elbe hatte der großgewachsene Österreicher in 55 Bundesligapartien über zwei Spielzeiten insgesamt zehnmal getroffen. Für den FCA nun schon elfmal.

Damit hat der fünfmalige österreichische Nationalspieler wieder zu jener Form gefunden, die ihm in Bochum zum Durchbruch verholfen hatte. Auch hier hatte Gregoritsch in 25 Spielen siebenmal geknipst und so das Interesse des Bundesligisten aus Hamburg geweckt. Warum hat es dann jedoch bei den Rothosen nicht geklappt?

Kritik an Labbadia und Gisdol

Gregoritsch selbst lieferte im Interview mit "bundesliga.com" eine mögliche Erklärung. "Ich merke, die Mannschaft steht auf mich und hilft mir", freut sich der 23-Jährige über die Unterstützung im Augsburger Team. Auch der Coach sei ein wichtiger Faktor. "Manuel Baum ist der erste Trainer in der Bundesliga, der mir richtig Vertrauen gibt", sagte er und kritisierte damit indirekt seine Hamburger Trainer Bruno Labbadia und Markus Gisdol.

In Augsburg ist Michael Gregoritsch als zentraler Mittelfeldspieler gesetzt und überzeugt dort sowohl mit Kreativität als auch mit Torgefahr. In Hamburg hingegen war eine feste Position nicht zu denken. Mal agierte Gregoritsch auf dem Flügel, mal in der Schaltzentrale und manchmal gar im Sturmzentrum. Auch ein möglicher Grund für die schwankenden Leistungen im HSV-Dress.

Alen Halilović steigert sich in Spanien

Hoch gehandelt wurde beim HSV einst auch Alen Halilović. Im Sommer 2016 hatte man den damals 19-Jährigen für fünf Millionen Euro verpflichtet. Der kroatische Youngster sollte in die Fußstapfen von Rafael van der Vaart treten und das Spiel der Hanseaten lenken.

Von der Bank aus konnte der "Balkan-Messi" allerdings kaum etwas ausrichten. Unter Trainer Markus Gisdol kam Halilović nur zu einem einzigen Startelfeinsatz für die Rothosen, spielte fortan in den Zukunftsplanungen keine Rolle und wechselte auf Leihbasis in die spanische Primera División zu UD Las Palmas.

Keine Kommunikation zwischen Trainer und Spieler

Dort bekommt der Kroate deutlich mehr Spielzeit und zahlt das Vertrauen zurück. Halilović hat bereits einen Treffer und eine Vorlage auf dem Konto und stand nach schwerer Sprunggelenksverletzung zu Saisonbeginn zuletzt viermal in Folge in der Startelf.

Warum er sein Können in Hamburg nicht zeigen durfte, weiß der kroatische U21-Nationalspieler selbst nicht. "Man hat mir das nie erklärt", beklagte sich Halilović über mangelnde Kommunikation beim Bundesliga-Dino. "Wenn ich eine Chance bekommen hätte – ich weiß nicht, ob ich gut oder schlecht gespielt hätte. Ich glaube, ein einziges Spiel ist keine Chance", befand er nach seinem Abflug aus der Hansestadt.

Hertha schickt Per Skjelbred aufs Feld

Ein weiterer Kandidat, der erst nach seinem Abschied aus Hamburg aufblühte, ist der Norweger Per Skjelbred. In den zwei Spielzeiten zwischen 2011 und 2013 absolvierte der Defensivstratege, der von Rosenborg Trondheim gekommen war, ganze 26 Bundesligaspiele für die Rothosen. Meist fand sich Skjelbred auf der Ersatzbank wieder.

Daraufhin wechselte er zunächst auf Leihbasis und später als feste Verpflichtung zu Hertha BSC. Dort stand er mittlerweile in über 120 Bundesligaspielen auf dem Feld. Warum es in der Hauptstadt besser klappt? "Beim HSV hatte ich das Vertrauen zu selten", beschwerte sich der Norweger rückblickend über seine Zeit an der Elbe.

Fehlendes Vertrauen, mangelnde Kommunikation

Auch Spieler wie Marcus Berg, Jacopo Sala oder Valon Behrami kamen über die Jahre als Hoffnungsträger nach Hamburg und verließen den Verein später als abgestempelter Fehleinkauf. Die Gründe waren verschieden, doch eines scheinen alle gemeinsam zu haben. Die Profis bemängelten im Nachhinein fehlendes Vertrauen und mangelnde Kommunikation zwischen Spielern und den ständig wechselnden Trainern des HSV.

Milan Badelj hatte in Hamburg zwar eine vergleichsweise gute Zeit, legte anschließend beim AC Florenz aber nochmal eine Schippe drauf. Und er brachte das Hamburger Dilemma auf den Punkt: "Man hatte beim HSV keinerlei Vertrauen in einzelne Trainer, kein Vertrauen in nichts."

Lennart Wegner

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