Anzeige

18 Mal Podium: Dreßen und Co. werden "lästig"

15.03.2018 14:42
Thomas Dreßen schwimmt auf einer Welle des Erfolges
© getty, Alain Grosclaude/Agence Zoom
Thomas Dreßen schwimmt auf einer Welle des Erfolges

Viktoria Rebensburg fühlt sich am Ende einer langen Saison so langsam "platt", Thomas Dreßen hat den Urlaub mit Freundin Birgit auf seiner "Trauminsel" längst gebucht. Doch auch auf der "letzten Rille" haben die beiden derzeit besten deutschen Skirennläufer beim Saisonfinale im eiskalten Are große Erfolge gefeiert:

Platz zwei durch Rebensburg, Rang drei für Dreßen im jeweils letzten Super-G eines strapaziösen Winters.

"Das waren coole Vorstellungen", sagte DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier, dem auch Platz acht von Josef Ferstl "nach seiner kleinen Durststrecke" ein Sonderlob wert war. Es waren die Podestplatzierungen Nummer 17 und 18 in einer auch von schweren Verletzungen und medaillenlosen Winterspielen geprägten Saison - mehr waren es zuletzt 2014, dem letzten Ski-Winter von Maria Höfl-Riesch. "Das ist schon bemerkenswert", sagte Maier: "Wir liefern die ganze Saison ab, nur dieses Olympia..." Der Ärger über Südkorea ist noch nicht verraucht.

Dreßen freut sich "brutal"

Umso süßer schmeckten die Erfolge auf den wegen Windes erneut verkürzten Strecken in Schweden. "Mich freut es brutal, dass es geklappt hat mit dem ersten Podium im Super-G", sagte Dreßen in der "ARD". Nur "ein bisschen" ärgerte er sich über den verpatzten Zielsprung, der ihn wohl den dritten Saisonsieg kostete. Dreßen fehlten nur 0,08 Sekunden auf Vincent Kriechmayr (Österreich), der nach der Abfahrt auch in der zweitschnellsten Disziplin gewann.

Vier oder mehr Podestplatzierungen im Speed in einem Winter wie nun Dreßen hatte aus deutscher Sicht zuletzt Doppel-Olympiasieger Markus Wasmeier (1987/5) geschafft. "So langsam", scherzte er, "werde ich den anderen da oben auf dem Podium ein bisschen lästig".

Maier war voll des Lobes über den 24-Jährigen. "Das ist der Überraschungsmann, der Shootingstar der Saison, einfach ein Hammer der Typ", sagte er dem "SID": "Er hat die komplette Fachwelt und uns überrascht. Wir haben immer große Stücke auf ihn gehalten, aber dass er so große Schritte macht, damit hätte keiner gerechnet. Er hat Historisches geleistet."

Dreßen will sich nicht zum "Affen machen"

Und sich sogar für die letzten Technikrennen in Are qualifiziert, auf die er aber leichten Herzens verzichten wird. "Im Slalom würde ich mich zum Affen machen", sagte er und lachte, und den Riesenslalom "nur der Gaudi wegen" zu fahren, sei wenig sinnvoll. Außerdem sehne er sich nach einer "gescheiten Feier" und Wärme.

Ähnlich geht es Rebensburg, die am Sonntag aber noch um die kleine Kristallkugel im Riesenslalom kämpfen wird. "Sehr froh" machte sie, dass es bereits am Donnerstag zum achten Podestplatz des Winters reichte - dem ersten im Super-G seit über zwei Jahren.

Ihren 17. Weltcup-Sieg verpasste sie hinter Abfahrts-Olympiasiegerin Sofia Goggia aus Italien um 0,32 Sekunden. Dabei sei ihre Fahrt "ein bisschen komisch" gewesen, wie Rebensburg bekannte, "es hat sich nicht so gut angefühlt".

Im Ziel lag die 28-Jährige zunächst dennoch in Führung und streckte frech die Zunge in die eisige Frühlingsluft. Nur Goggia war später noch schneller, die ausgeschiedene Olympiasiegerin Ester Ledecká (Tschechien) verneigte sich im Ziel vor Rebensburg. Tina Weirather (Liechtenstein) gewann als Sechste die Disziplinwertung.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige