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Mercedes schockt Konkurrenz mit Longrun-Tests

08.03.2018 21:12
Lewis Hamilton interessierte sich am Ende des Tages nicht für eine Zeiten
Lewis Hamilton interessierte sich am Ende des Tages nicht für eine Zeiten

Mercedes hat am Donnerstag bei den Testfahrten in Barcelona zum ersten Mal wirklich angedeutet, dass man im WM-Kampf der Formel 1 2018 ein gewichtiges Wörtchen mitreden wird.

Nun mag sich so mancher Fan darüber wundern, schließlich landeten die beiden Silberpfeil-Piloten Lewis Hamilton (+ 2,114 Sekunden) und Valtteri Bottas (+2,350) nur auf den Plätzen acht und neun und damit sogar hinter Sauber-Pilot Marcus Ericsson.

Doch auf schnelle Zeiten war Mercedes gar nicht aus - zumal das Team in dieser Woche ohnehin auf den schnellen Hypersoft-Reifen verzichtet. Stattdessen glänzte der Rennstall am heutigen Donnerstag mit seiner Rennsimulation und seinen Longrun-Zeiten.

Schon am Vormittag fuhr Bottas im ersten Stint Zeiten von 1:22 Minuten, steigerte sich im zweiten bis auf 1:20er und im dritten auf 1:19er-Zeiten.

Ferrari und Red Bull konnten diese Zeiten nicht mitgehen und waren fast eine Sekunde langsamer als die Silberpfeile - auch wenn man natürlich vorsichtig sein muss, weil die Bedingungen bei den anderen beiden am Nachmittag anders waren als bei Bottas, der noch kühlere Verhältnisse vorfand als Sebastian Vettel und Max Verstappen.

Kein Auge für Ferrari-Topzeit

Dass Ferrari heute die mit Abstand beste Runde des Testwinters setzte, interessierte Mercedes hingegen nicht. "Ich weiß nicht, ob das eine gute Zeit ist", winkt Lewis Hamilton darauf angesprochen ab. "Es ist mir auch egal, das sind nur Testfahrten. Es ist wirklich irrelevant - egal welche Zeit", hat er sich nicht mit den Roten befasst und wusste auch nicht, wo die Marke überhaupt lag, bis man sie ihm mitteilte.

Denn einen Vergleich habe der Brite sowieso nicht: "Wir waren noch nicht mit wenig Sprit unterwegs, von daher habe ich keine Ahnung, zu was das Auto in der Lage ist."

Und obwohl Mercedes die Hosen noch nicht heruntergelassen hat - und wohl bis Melbourne auch nicht herunterlassen wird - schwärmt Hamilton schon in höchsten Tönen vom F1 W09.

"Ich kann sagen, dass das Auto eine Verbesserung ist. Im vergangenen Jahr fühlte sich das Auto schon großartig an, und dieses fühlt sich noch besser an", betont er. Dabei sei das Auto noch nicht einmal richtig eingestellt.

"Heute haben wir einfach getestet, ein paar Reifen ausprobiert, um zu sehen, wie sie funktionieren und wie lange sie halten - das ist nicht besonders aufregend", meint Hamilton weiter.

Der Brite - ein anerkannter Testmuffel - hat sich sogar schon wieder gelangweilt. "An einem Testtag fährt man nicht mit 100 Prozent - ich kann mich an keine einzige meiner Runden heute erinnern. Am meisten Spaß hatte ich, als ich aus der Garage gefahren bin."

Alles noch besser als zuvor?

Es klingt ein wenig nach Business as usual bei Mercedes. Insgesamt 181 Runden schafften die Silberpfeile heute wieder einmal ohne Probleme. 84 davon fuhr der amtierende Weltmeister und musste vor allem einige Dinge ausprobieren. Morgen soll er eine Rennsimulation durchführen, die Teamkollege Bottas heute bereits gemacht hat. "Dann ist es eher wie Wettbewerb, das nehmen wir ernster", sagt Hamilton.

Die Konkurrenz dürfte nach diesen Aussagen gewarnt sein. Mercedes ist trotz fehlender Bestzeit in guter Frühform und hat seine Hausaufgaben bereits gemacht. "Der Renn-Run schien ziemlich konkurrenzfähig zu sein, alles fühlte sich korrekt an", meint auch Bottas zum gelungenen Testlauf am Vormittag. "Der Medium-Reifen verhält sich auf dieser Strecke und bei diesen Bedingungen gut. Sowohl das Team als auch ich verstehen die neuen Reifen mit jedem Tag mehr."

Ob sich die positiven Eindrücke auch in Melbourne bestätigen werden, wird sich zeigen. Doch zweifeln dürfte nach dem heutigen Tag kaum einer daran. "Unsere Woche war sehr gut und sehr produktiv", so Hamilton. "Wir haben alles geschafft, was wir brauchen, die Zuverlässigkeit ist fantastisch und das Auto fühlt sich großartig an." Und der Fahrer? "Ich persönlich fühle mich stärker", betont der Brite.

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