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Olympia-Held Wellinger attackiert am "Monster-Bakken"

07.03.2018 13:12
Andreas Wellinger will in Norwegen angreifen
Andreas Wellinger will in Norwegen angreifen

Olympia-Held Andreas Wellinger hat zum Ende des Winters noch ein Ziel: Bei der zehntägigen "Raw-Air"-Tour will der Skispringer jenen Sieg, der ihm 2017 in letzter Sekunde geklaut worden war.

Zehn Tage, vier Schanzen - und eine offene Rechnung: Wenn Andreas Wellinger am Freitag in die "extremste Skisprung-Serie der Welt" startet, hat der Olympia-Held von Pyeongchang die Tränen des Vorjahres noch nicht vergessen. "Das war bitter für mich, aber ich habe daraus gelernt. Dieses Jahr läuft es hoffentlich besser", sagt der 22-Jährige vor der "Raw Air"-Tour in Norwegen, bei der an zehn Tagen in Folge gesprungen wird.

Das Programm gleicht einem Marathon. In Oslo, Lillehammer, Trondheim und Vikersund finden in schneller Folge sechs Weltcup-Springen statt. Das Besondere: Auch die jeweilige Qualifikation fließt in die Gesamtwertung ein. Wer in 16 Sprüngen die meisten Punkte sammelt, erhält die fürstliche Prämie von 60.000 Euro. Zum Vergleich: Der Gewinner der Vierschanzentournee bekommt umgerechnet schlappe 17.200 Euro.

Bittere Tränen am "Monster-Bakken"

Bei der Premiere 2017 hatte Wellinger schon eine Hand an der Rekordbörse, ehe der Traum beim Finale auf Vikersunds "Monster-Bakken" jäh endete. Trotz widriger Bedingungen erhielt der Bayer grünes Licht, "hüpfte" auf nur 166,0 m und fiel in der Gesamtwertung von Rang eins auf drei zurück. Wellinger schimpfte wie ein Rohrspatz, weinte im Auslauf Tränen der Enttäuschung und musste sowohl von Sieger Stefan Kraft aus Österreich als auch dem Zweiten Kamil Stoch aus Polen getröstet werden.

"Ich war völlig durch den Wind, die Hoffnung ist innerhalb weniger Sekunden gestorben. Aber man kann aus solchen Situationen lernen", sagt Wellinger im Rückblick. Gelernt hat er seither eine Menge: Anfang Januar wurde er starker Tournee-Zweiter, ehe in Pyeongchang mit Gold und Silber im Einzel sowie Silber mit der Mannschaft die Krönung folgte. Der Sieg bei der "norwegischen Vierschanzentournee" wäre nun das i-Tüpfelchen einer herausragenden Saison.

Bis dahin ist es jedoch ein langer Weg quer durch das skandinavische Land. "Raw Air ist eine großartige Tour, aber auch richtig hart. Vier Orte, sechs Wettkämpfe, zehn Tage - da muss man fokussiert bleiben und auf einem hohen Level springen", sagt Wellinger. Auch Bundestrainer Werner Schuster kündigte an, die nächsten drei Wochen würden den DSV-Adlern "noch einmal alles abverlangen."

Finale in Planica

Nach der Norwegen-Tour, die sich selbst gerne als "extremste Skisprung-Serie der Welt" vermarktet, steht nur noch das Saisonfinale in Planica an, wo traditionell der Gewinner des Gesamtweltcups gekürt wird. Wellinger liegt im Kampf um die große Kristallkugel derzeit mit 768 Punkten hinter Olympiasieger Stoch (963) und Richard Freitag (836) auf Rang drei.

Schon Siebter ist Markus Eisenbichler (480), der am vergangenen Wochenende in Lahti als Zweiter den ersten Weltcup-Sieg seiner Karriere knapp verpasste. "Ich bin noch hungrig - eines Tages möchte ich auch mal ganz gerne gewinnen", sagte Eisenbichler vor der Reise nach Norwegen. Andreas Wellinger könnte etwas dagegen haben.

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