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"Miracurl on Ice": Shuster holt erstes Gold für die USA

25.02.2018 10:32
John Shuster holte die erste goldene Curling-Medaille für die USA
© getty, Dean Mouhtaropoulos
John Shuster holte die erste goldene Curling-Medaille für die USA

Super-Skip John Shuster hat den USA das erste Curling-Gold bei Olympischen Spielen beschert. Südkorea blieb ein Festtag im Frauen-Finale verwehrt.

John Shuster weinte. "Ich liebe dich, Junge", flüsterte der Super-Skip jedem seiner Mitspieler nach dem ersten US-Curling-Gold der Olympiageschichte ins Ohr. Durch einen sensationellen Stein im achten End, mit dem der oft geschmähte Anführer auf diesem Niveau beinahe unglaubliche fünf Punkte schrieb, besiegten die USA die favorisierten Schweden im Finale von Pyeongchang 10:7. In der Gruppenphase hatte sich Schweden 10:4 durchgesetzt.

Nun kam es andersherum, und ein Actionheld hatte es erahnt. "Schweden wird Schmerzen erleiden!", twitterte "Mr. T", Kult-Schauspieler aus der 80er-Jahre-TV-Serie "A-Team", vor dem ersten Stein. Unmittelbar nach dem großen Finale gratulierte er John Shuster, Tyler George, Matt Hamilton und Joe Polo zum Olympiasieg.

Ivanka Trump, die Tochter des US-Präsidenten Donald Trump, jubelte auf der Tribüne mit. Shuster hatte bereits 2006 in Turin Bronze gewonnen - nun feierten die Medien ein "Miracurl on Ice" ("USA Today"): in Anspielung auf den legendären Sensationssieg des US-Eishockeyteams gegen vermeintlich unbesiegbare Russen 1980 in Lake Placid.

Auch für Shuster selbst wird es sich wie ein Wunder anfühlen. 2010 in Vancouver wurde er vom Trainer nach einigen schwachen Auftritten eiskalt ausgetauscht, was höchst ungewöhnlich ist. 2014 verließ er Sotschi mit der Bilanz von 2:7 nach neun Spielen schwer geschlagen.

Kanada erstmals seit 1992 ohne Medaille

Schwedens junger Skip Niklas Edin nahm vielleicht auch deshalb die Niederlage trotz seiner Favoritenrolle gelassen. Bevor er in bereits aussichtsloser Lage den letzten Stein des Spiels losließ, legte er nach dem Abstoßen eine 360-Grad-Drehung hin. Es war ein Gruß des Bronzemedaillengewinners von Sotschi an die Fans.

Bronze hatte sich bereits am Freitag die Schweiz mit einem 7:5 gegen Kanada gesichert. Die Kanadier mit Skip Kevin Koe waren die Enttäuschung des Männer-Wettbewerbs - der Rekord-Olympiasieger blieb erstmals seit 1992 ohne Medaille. Deutsche Curler waren erstmals seit der Wiederaufnahme der Sportart ins olympische Programm 1998 nicht vertreten.

Garlic Girls holen erste koreanische Curling-Medaille

Südkorea hingegen hatte zum Abschluss nochmals auf einen Curling-Festtag gehofft. Das ganze Land fieberte mit seinen "Garlic Girls", jenem herausragend aufspielenden Team der fünf Kims, das nach dem guten Knoblauch seiner Heimatstadt Uiseong benannt ist. Die Medien feierten bereits das neue "K-Pop-Phänomen".

Doch am Sonntag war es vorbei mit der Herrlichkeit. Skip Kim Eun Jung, die Dame mit der strengen Frisur und der auffälligen runden Brille, war trotz Riesenstimmung im Tollhaus Curling Centre gegen Schwedens Anna Hasselborg beim 3:8 im Finale chancenlos. Die Kommentatoren im koreanischen Fernsehen brachen fast in Tränen aus.

Dennoch: Die Kims haben bei ihren Fans einen Stein im Brett, Silber war die erste koreanische Curling-Medaille überhaupt. Und Niklas Edin, der Verlierer des Männer-Finals, jubelte Hasselborg zu. Bronze hatte sich Japan mit einem 5:3 gegen Großbritannien gesichert.

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