Anzeige

DEB-Crack tönt: "Können jeden schlagen"

18.02.2018 16:18
Patrick Hager (r.) geht mit viel Selbstvertrauen ion das Duell mit der Schweiz
© getty, Bruce Bennett
Patrick Hager (r.) geht mit viel Selbstvertrauen ion das Duell mit der Schweiz

Im dritten Anlauf hat die DEB-Auswahl beim 2:1 nach Penaltyschießen gegen Norwegen ihr erstes Spiel in Pyeongchang gewonnen. Der erste Sieg bei Olympia seit 16 Jahren soll neuen Schwung geben.

Nach dem Ende der schwarzen Olympia-Serie musste Marco Sturm in seiner Erinnerung kramen. "Der letzte Sieg? In Vancouver hatten wir keinen, in Turin war ich nicht dabei, es war in Salt Lake, oder?", sagte der Eishockey-Bundestrainer und blickte fragend in die Runde. Ja. Seit 16 Jahren hatte die deutsche Nationalmannschaft bei Olympischen Spielen nicht mehr gewonnen - bis am Sonntag in Pyeongchang das 2:1 im Penaltykrimi gegen Norwegen gelang.

"Das ist eine lange Zeit", meinte Sturm, der 2002 in den USA noch selbst auf dem Eis gestanden hatte: "Es war ein hartes Stück Arbeit." Trotz deutlicher Spielkontrolle und Torchancen zuhauf benötigte sein Team im Gangneung Hockey Centre das Penaltyschießen zur Entscheidung. Patrick Hager, Matthias Plachta und Dominik Kahun trafen, der starke Torhüter Danny aus den Birken wehrte zwei Versuche der Norweger ab.

Wie lang die Durststrecke war, die damit endete, war dem Goalie gar nicht bewusst. "Was?", fragte der Münchner ungläubig und meinte dann schmunzelnd: "Okay, da haben wir schon mal einen Schritt gemacht. Schauen wir mal, ob wir noch irgendwas Schönes machen können." Die Chance dazu hat die deutsche Mannschaft am Dienstag (21:10 Uhr OZ/13:10 MEZ) im K.o.-Spiel gegen die Schweiz um den Einzug ins Viertelfinale. Dort wartet Weltmeister Schweden.

Hager glaubt ans Weiterkommen

Dann soll noch nicht Schluss sein. "Es ist noch vieles drin", meinte Hager, "es sind keine Mannschaften da, vor denen wir in Ehrfurcht erstarren müssen. Wenn wir unser Eishockey spielen und vorne effizienter mit den Chancen sind, können wir jeden Gegner schlagen." Dass in Pyeongchang die NHL-Stars fehlen, könnte zu einem Vorteil werden. Der Abstand zu den großen Nationen ist kleiner geworden, die Chance auf eine Überraschung gewachsen.

Wann deutsche Eishockeyspieler zuletzt eine olympische Medaille gewannen, wissen aus den Birken und Co. - DEB-Präsident Franz Reindl, der bei der Bronze-Sensation 1976 in Innsbruck selbst auf dem Eis stand, hat festgestellt: "Die Jungs brennen genauso wie wir damals. Das sieht man am Funkeln in den Augen."

Chancenverwertung weiter schwach

Ihr größtes Problem bleibt aber die Torschusspanik: Wie schon beim unglücklichen 0:1 gegen Weltmeister Schweden ließen die Stürmer beste Chancen aus, erst im Penaltyschießen landete der Puck öfter im Netz. "Es stehen keine fünf Gegner im Weg, die Eismaschine zieht vorher das Eis noch schön ab, und du kannst dir Zeit lassen", merkte Hager an. Der Münchner hatte schon in der regulären Spielzeit die Führung erzielt (33.) - mit dem ersten deutschen Tor nach 111 Minuten.

Zum Sieg reichte es noch nicht, weil Alexander Reichenberg den Ausgleich erzielte (46.). Es sollte der einzige norwegische Treffer bleiben, den Torhüter aus den Birken zuließ. Der Münchner, der beim 2:5 gegen Finnland zum Auftakt nicht überzeugt hatte, stand etwas überraschend wieder zwischen den Pfosten, rechtfertigte aber Sturms Vertrauen. Er wehrte 28 Schüsse ab und war im Penaltyschießen nicht zu überwinden.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige