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Moment der Befreiung: Männer-Kuss geht um die Welt

18.02.2018 11:29
Gus Kenworthy (links) hat bei den Olympischen Spielen für einen besonderen Moment gesorgt
Gus Kenworthy (links) hat bei den Olympischen Spielen für einen besonderen Moment gesorgt

Gus Kenworthy konnte es kaum glauben - aber er hatte es diesmal getan. Flüchtig und absolut selbstverständlich. Bevor der US-Freestyler am Sonntag im Phoenix Snow Park von Pyeongchang hochfuhr, um seinen Qualifikationslauf anzugehen, küsste der 26-Jährige seinen Lebensgefährten Matthew Wilkas auf den Mund. Der US-TV-Gigant "NBC" übertrug live.

"Wow", sagte Kenworthy anschließend überwältigt. "Das tun zu können, ihn zu küssen, dass unsere Zuneigung um die Welt geht, ist unglaublich!" Die LGBT-Gemeinde feierte eine große Geste, den besonderen Moment der Befreiung. Besonders bei Twitter gab es tausendfachen Zuspruch. LGBT ist die aus dem Englischen entlehnte Abkürzung für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender.

Dies sei "der einzige Weg, Vorurteile einzustampfen, Mauern einzureißen, die Homophobie zu bekämpfen", sagte Kenworthy nach dem kurzen Kuss. "Ich wollte es 2014 schon im Zielraum tun. Aber damals habe ich mich nicht getraut." Nun hielt er eine Stars-and-Stripes-Fahne in den Farben des Regenbogens in die Kameras.

"War ein Mini-Schmatzer"

In Sotschi hatte er einerseits noch größere Bedenken wegen der in Russland verbreiteten Homosexuellenfeindlichkeit gehabt, zudem wussten Freunde und Familie noch nicht Bescheid. Nun kam der Moment ungeplant: "Es war ein Mini-Schmatzer", sagte Wilkas, der ein T-Shirt mit dem Aufdruck "USGay" trug. Was er da (noch) nicht wusste: "NBC" hatte just in dieser Sekunde draufgehalten.

Den Slopestyle-Wettbewerb beendete Kenworthy auf dem zwölften Platz. Einen besonderen olympischen Moment hat er dennoch geschaffen.

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