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Deutsche Langlauf-Asse erleben Olympia-Debakel

13.02.2018 15:48
Thomas Bing fehlten nur Zentimeter zum Weiterkommen
Thomas Bing fehlten nur Zentimeter zum Weiterkommen

Zwei 15. Plätze statt Kampf ums Finale: Die deutschen Langläufer haben bei Olympia eine erneute Enttäuschung erlebt. Zur tragischen Figur wurde Thomas Bing.

Thomas Bing fehlte eine Zehenlänge, Sandra Ringwald die Frische und Hanna Kolb einfach alles: Die deutschen Skilangläufer sind in den olympischen Klassiksprints von Pyeongchang früh gescheitert und haben eine weitere Enttäuschung erlebt. Bei der historischen Show von Norwegens neuem Superstar Johannes Hösflot Kläbo und Schwedens zweitem Coup durch Stina Nilsson wurde vor allem der tapfer kämpfende Bing zur tragischen Figur.

"Mensch, schade für Bingo. Ihm hat nur eine Fußspitze zum Halbfinale gefehlt - mit Schuhgröße 45 hätte es vielleicht gereicht", sagte der deutsche Langlaufchef Andreas Schlütter, nachdem Bing im Viertelfinale den nötigen zweiten Platz im Fotofinish um den Hauch von zwei Hundertstelsekunden verpasst hatte. In der Endabrechnung belegte der 27-Jährige wie auch Hoffnungsträgerin Sandra Ringwald Platz 15, das waren noch die besten Resultate der DSV-Auswahl.

"Ob das jetzt Pech oder Unvermögen war, das weiß ich nicht", sagte Bing selbstkritisch. Dass er in seinem Viertelfinale überhaupt noch um Platz zwei kämpfen durfte, hatte der Skiathlon-Elfte dem Umstand zu verdanken, dass sich drei Konkurrenten durch Stolperer selbst aus dem Rennen nahmen. Sprint-Spezialist Sebastian Eisenlauer scheiterte ebenfalls in der Runde der letzten 30.

Kolb enttäuscht auf ganzer Linie

Lediglich 0,67 Sekunden fehlten Ringwald zum angestrebten Halbfinal-Einzug. Die Schonacherin, eigentlich stets eine Final-Kandidatin, war nach einem guten Prolog auf der immens anspruchsvollen Strecke trotz erbittertem Kampf Dritte ihres K.o.-Laufes geworden, der erhoffte Sprung unter die beiden "Lucky Loser" blieb aus. Neben Ringwald scheiterten auch Elisabeth Schicho und Katharina Hennig im Viertelfinale, die überstandene Qualifikation war für die Olympia-Debütantinnen aber ein Erfolg.

Völlig von der Rolle präsentierte sich die stark eingeschätzte Hanna Kolb. Die Sprintspezialistin, die zumindest ins Halbfinale wollte, lief im Prolog hoffnungslos hinterher und war nach dem Desaster völlig ratlos. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich so chancenlos bin", sagte die 26-Jährige: "Das war für mich der einzige Wettkampf hier. Umso ärgerlicher, dass es so schlecht lief."

Gold ging an Nilsson, die sich im Finale mit mehr als drei Sekunden Vorsprung vor Sotschi-Siegerin und Weltmeisterin Maiken Caspersen Falla aus Norwegen durchsetzte. Bronze ging an Julia Belorukowa von den Olympischen Athleten aus Russland. Nilsson, Olympiadritte im Teamsprint von Sotschi, holte nach viermal WM-Silber ihren ersten großen Titel und brachte Schwedens Langläuferinnen im olympischen Duell mit Erzrivale Norwegen 2:0 in Führung.

Kläbo trumpft auf

Nilssons Landsfrau Charlotte Kalla, die am Samstag Gold im Skiathlon gewonnen hatte, und Norwegens zweitplatziertes Loipen-Denkmal Marit Björgen hatten auf einen Start verzichtet.

Björgens Landsmann Kläbo brannte nach seinem enttäuschenden zehnten Platz im Skiathlon sein erstes Feuerwerk ab. Der dominierende Skilangläufer dieses Winters setzte sich vor Italiens Weltmeister Federico Pellegrino durch, der nach einem Fotofinish vor Alexander Bolschunow (OAR) lag.

Mit 21 Jahren und 114 Tagen löste Kläbo den großen Schweden Gunde Svan als jüngsten Langlauf-Olympiasieger ab, der 1984 in Sarajevo bei seinem Sieg über 15 km knapp ein Jahr älter gewesen war.

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