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Olympiasieger Morris: Der Sohn vom Sohn vom Sohn

13.02.2018 14:29
John Morris gewann Premieren-Gold im Mixed-Curling
John Morris gewann Premieren-Gold im Mixed-Curling

Im Moment des Triumphes hob John Morris seine kreischende Partnerin in die Höhe und blickte versonnen hinüber zur kanadischen Flagge. Es wäre untertrieben zu behaupten, dass der allererste Mixed-Doubles-Olympiasieger aus einer curlingaffinen Familie stammt. Sein Urgroßvater Cliff McLaughlin spielte schon 1933 im "Brier", der legendären, alljährlichen kanadischen Landesmeisterschaft.

Doch damit nicht genug. Sein Vater Earle Morris, ebenfalls ein früherer Curler und Trainer von Weltklasse, Mitglied der Hall of Fame und Brier-Champion, hat etwas ganz Besonderes erfunden: den modernen Curling-Besen, den sogenannten "Stabilizer".

"Das einzige Curling-Zubehör mit Patent und Ausziehfunktion", preist die Homepage des Wundergerätes: "Nimmt Druck vom Knie, hilft bei der Schulterstabilität." Earle Morris, 72, seit Dienstag Vater eines zweimaligen Olympiasiegers (Gold in Vancouver 2010), sagt: "Er gibt den Schuss Extrabalance für alle, die mit ihren Annäherungen nicht ganz zufrieden sind." Als Gleithilfe ohne Wischaufsatz erhältlich - oder mit Besenkopf in den Farben Rot, Blau, Grün oder Gelb.

John Morris, Hauptberuf Feuerwehrmann, siegte an der Seite von Kaitlyn Lawes bei der olympischen Premiere des Mixed-Doubles-Wettbewerbs mit kanadarotem Aufsatz, wie es sich gehört. Earle Morris wird es mit Stolz gesehen haben. Als sein Sohn vier war, setzte er ihn auf einen Stein und schob ihn gleich mit über das Eis ins Haus. Noch vor kurzem trainierte er das Team Canada - den Stabilizer selbstverständlich für jedes Foto im Anschlag.

Nach dem 10:3 von Morris/Lawes gegen die Schweizer Jenny Perret/Martin Rios hätte sich auch wunderbar über den Gegner berichten lassen. Die beiden waren mal ein Paar. Sie sind bekannt dafür, sich auf dem Eis heftig anzuschnauzen.

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