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HSV vor Zwangsabstieg? Hoffmann schlägt Alarm

13.02.2018 09:33
Bernd Hoffmann kandidiert bei der Wahl des neuen HSV-Präsidenten
Bernd Hoffmann kandidiert bei der Wahl des neuen HSV-Präsidenten

Seit Jahren steckt Fußball-Bundesligist Hamburger SV in der sportlichen Misere. Doch auch wirtschaftlich sieht es alles andere als rosig aus. Das berichtet nun Bernd Hoffmann, der am Sonntag bei der Wahl zum Vereinspräsidenten kandidieren wird. Er prophezeit schwierige Zeiten für den HSV.

Denn die Hanseaten könnten vor großen Lizenzproblemen in den kommenden Jahren stehen. Erfüllt der HSV die Bedingungen der DFL nicht, muss gar ein Zwangsabstieg gefürchtet werden.

"Ganz besonders wichtig - und das kann man sich in der boomenden Fußballkonjunktur kaum vorstellen - ist, dass der HSV ein großes Problem damit haben wird, für nächstes Jahr eine Erst- oder Zweitligalizenz zu bekommen", stellte Bernd Hoffmann bei "Sky" klar.

Hoffmann, der bereits zwischen 2003 und 2011 die Geschicke des Hamburger SV als Präsident leitete, sah in diesem Punkt "das Hauptthema für den Aufsichtsrat". Zwischen dem 19. Februar, dem Tag nach der Präsidiumswahl, und Mitte Mai, müsse alles dafür getan werden, die "Bedingungen der DFL zu erfüllen".

Hoffmann sorgt sich um die Liquidität

Der 55-Jährige erklärte die möglichen Lizenzprobleme damit, dass der Nordklub im Winter beispielsweise auf dem Transfermarkt "keinerlei Handlungsfähigkeit" hatte, um die sportliche Talfahrt mit frischen Kräften beenden zu können. Nach 22 Spieltag stecken die Rothosen mit 17 Punkten auf Platz 17 und damit mitten im Abstiegskampf fest.

Außerdem musste der Hamburger SV, so Hoffmann weiter, bereits "im letzten Jahr vor allem für den Fall der zweiten Liga Bedingungen erfüllen". Dies sei nur möglich gewesen, indem "wieder eine ganze Reihe an Prozenten an Herrn Kühne verkauft worden sind, um letztendlich Liquidität zu beschaffen".

Die finanzielle Gesamtsituation des Traditionsvereins stimme Hoffmann "nicht optimistisch", dass das "in diesem Jahr anders sein sollte". Wenn doch, sei er jedoch "umso glücklicher", da er sich als neu gewählter Präsident dann "um die inhaltlichen Themen" kümmern könne.

HSV-Präsident Jens Meier: "Finde es ziemlich vermessen"

Unterdessen meldete sich auch Amts-Inhaber Jens Meier zu Wort. Im "Hamburger Abendblatt" entgegnete er, dass sich eine "differenzierte Betrachtung" der Verbindlichkeiten lohne: "Aktuell umfassen die Finanzschulden die langfristige Stadionfinanzierung mit 36 Millionen Euro, die Fananleihe mit 17 Millionen Euro sowie die noch ausstehenden Darlehen von Klaus-Michael Kühne mit Forderungsverzichten in Höhe von rund 30 Millionen Euro."

Dabei werden "sowohl diese Darlehen von Kühne als auch die Transferverbindlichkeiten" nach Ablauf des "laufenden Geschäftsjahres weitestgehend abgearbeitet sein." Die Situation sei keineswegs beunruhigend, sondern deutlich "komfortabler als zu unserem Amtsantritt".

Der 51-Jährige wetterte bereits im "Bild"-Interview gegen seinen Herausforderer. "Ich finde es ziemlich vermessen, dass jemand kommt, der sieben Jahre raus war, nun sagt, das kann ich alles besser. Das finde ich bemerkenswert", so Meier deutlich.

Meier setzt auf Jugendarbeit

Anstatt öffentlich den Verein zu kritisieren, führe er hingegen die Diskussionen intern: "Ich kann doch nicht meine gesamte Führungs-Crew in Schutt und Asche legen." Anders als Hoffmann will Meier den Klub auch in seiner zweiten Amtszeit im Hintergrund führen. Hoffmann will derweil als e.V.-Präsident auch Aufsichtsrats-Chef werden.

Meier äußerte sich kritisch: "Ich glaube nicht, dass es gut ist, dass der Präsident des e.V. der bessere Vorstand ist. Dann sollte man sich als Vorstands-Vorsitzender bewerben."

Meier, der 2015 als Nachfolger von Carl-Edgar Jarchow zum Präsidenten gewählt wurde, setzt in seinem Wahlkampf unterdessen auf erfolgreiche Nachwuchsarbeit beim HSV, um die Zukunft des Vereins zu sichern: "Wir wollen die Spieler selbst entwickeln und von schnellen, teuren Entscheidungen wegkommen. Wir haben über viele Jahre den Fehler gemacht, dass wir immer nach dem Königstransfer gesucht haben, der alles alleine voran bringt."

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Tabelle

#MannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1Borussia DortmundBorussia DortmundDortmund752023:81517
2RB LeipzigRB LeipzigRB Leipzig742116:9714
3Bor. MönchengladbachBor. MönchengladbachM'gladbach742115:9614
4Werder BremenWerder BremenSV Werder742113:8514
5Hertha BSCHertha BSCHertha BSC742112:7514
6Bayern MünchenBayern MünchenFC Bayern741212:8413
7Eintracht FrankfurtEintracht FrankfurtFrankfurt731312:11110
81. FSV Mainz 051. FSV Mainz 05Mainz 0572324:409
9VfL WolfsburgVfL WolfsburgWolfsburg723210:11-19
10FC AugsburgFC AugsburgAugsburg722314:1318
11SC FreiburgSC FreiburgSC Freiburg72239:13-48
121. FC Nürnberg1. FC NürnbergNürnberg72237:16-98
131899 Hoffenheim1899 HoffenheimHoffenheim721411:12-17
14Bayer LeverkusenBayer LeverkusenLeverkusen72147:13-67
15FC Schalke 04FC Schalke 04Schalke 0472055:9-46
16Hannover 96Hannover 96Hannover 9671248:14-65
17Fortuna DüsseldorfFortuna DüsseldorfDüsseldorf71245:11-65
18VfB StuttgartVfB StuttgartVfB Stuttgart71246:13-75
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