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Althaus fliegt zu Silber, Vogt verpasst Podest

12.02.2018 15:54
Katharina Althaus fliegt zu Silber bei den Olympischen Winterspielen
Katharina Althaus fliegt zu Silber bei den Olympischen Winterspielen

Skispringerin Katharina Althaus hat bei den Winterspielen in Pyeongchang beim Triumph der Norwegerin Maren Sundby die Silbermedaille gewonnen.

Bei Katharina Althaus flossen die Tränen des Glücks, dann fiel ihr Carina Vogt um den Hals: Mit Olympia-Silber im eiskalten Pyeongchang hat Überfliegerin Althaus nur 48 Stunden nach dem Gold-Coup von Andreas Wellinger die deutsche Skisprung-Party bei den Winterspielen in Südkorea fortgesetzt.

In einem erneut zähen Wettkampf musste sich Althaus einzig Topfavoritin Maren Lundby (Norwegen) klar geschlagen geben und holte die erste große Einzel-Medaille ihrer Karriere.

"Ich bin rundum zufrieden. Für Katharina war es heute eine Bewährungsprobe, als Vorletzte da oben zu stehen und sich mit 21 Jahren die erste Medaille zu holen. Sie hat einen riesigen Schritt gemacht", sagte Bundestrainer Andreas Bauer, der fair zugab: "Lundby war heute das Quäntchen besser. Sie ist eine würdige und verdiente Olympiasiegerin."

Für Vogt reichte es vier Jahre nach ihrem Olympiasieg von Sotschi diesmal nur zu Platz fünf. "Carina hätte auch die Chance auf eine Medaille, leider hatte sie im ersten Durchgang zu schlechte Bedingungen", sagte Bauer.

Bronze ging an die Japanerin Sara Takanashi, die damit weiter auf den ersten großen Sieg ihrer Karriere warten muss.

Zu den kaum 1000 Zuschauern gehörten bei starkem Schneetreiben auch Wellinger und Männer-Bundestrainer Werner Schuster, die der Oberstdorferin Althaus noch im Auslauf gratulierten.

Die 21 Jahre alte Althaus trennten nach zwei starken Sprüngen auf 106,5 und 106,0 m umgerechnet sechs Meter davon, die deutsche Siegesserie bei Großereignissen fortzusetzen. Nach ihrem Triumph bei der Olympia-Premiere 2014 hatte Vogt auch die WM-Titel 2015 und 2017 eingeheimst.

Für einen erneuten Coup war Lundby mit Flügen auf 105,5 und 110,0 m aber zu stark. Ramona Straub (Langenordnach) und Juliane Seyfarth (Ruhla) rundeten auf den Rängen acht und zehn das starke deutsche Ergebnis ab.

Althaus mit weitestem Satz im ersten Durchgang

Althaus zeigte im ersten Durchgang den weitesten Sprung der Konkurrenz, wegen der besseren Windverhältnisse musste sie sich aber hinter Lundby (105,5 m) auf Rang zwei einreihen.

"Das ist schon ein Riesenfels, der jetzt weg ist", sagte die neue deutsche Nummer eins bei "Eurosport" erleichtert, Wellinger meinte aufmunternd: "Sie kann es schaffen. Ich hoffe, dass sie mit einem glücklichen Gesicht herunterkommt." Vogt lag zu diesem Zeitpunkt auf Position sechs bereits deutlich hinter dem Podest zurück.

Nach der Pause behielt Lundby, die am Sonntag im Training noch gestürzt war, anders als bei der WM 2017 die Nerven und flog den Sieg nach Hause.

In Lahti hatte Lundby ebenfalls nach dem ersten Durchgang geführt, war dann aber auf den vierten Platz zurückgefallen. Die 21 Jahre alte Takanashi, die bereits 53 Weltcupsiege auf dem Konto hat, rettete zumindest Bronze.

"Das war heute ein Spiegelbild der gesamten Saison. Nicht nur von Katharina, sondern das gesamte Podest. Maren Lundby ist eine absolut verdiente Olympiasiegerin", sagte Horst Hüttel, Sportlicher Leiter beim Deutschen Skiverband. Lundby hatte im Weltcup sieben der zehn Saisonspringen gewonnen, Althaus bei jedem ihrer acht Starts auf dem Podest gestanden.

Platz vier ging an die Russin Irina Avvakumova. Ex-Weltmeisterin Daniela Iraschko-Stolz aus Österreich, die nach zahlreichen Operationen erst bei der Olympia-Generalprobe in Ljubno ihr Saisondebüt gegeben und dort gleich gewonnen hatte, wurde Sechste.

Wind macht auch den Frauen zu schaffen

Wie schon bei den Männern zwei Tage zuvor kam es wegen des drehenden Windes immer wieder zu Unterbrechungen, die alle Beteiligten auf eine Nervenprobe stellte. Zusätzlich sorgten Temperaturen von elf Grad unter dem Gefrierpunkt und Schneefall für ungemütliche Verhältnisse.

Kaum 1000 Zuschauer, darunter auch Wellinger und Japans Skisprung-Legende Noriaki Kasai, harrten dennoch aus.

Für Althaus, Vogt und Co. sind die Olympischen Spiele damit bereits beendet. Einen Mixed-Wettbewerb wie bei Weltmeisterschaften gibt es nicht, bis zu einem Teamspringen im Schatten der fünf Ringe dürfte es sogar noch weitaus länger dauern.

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