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Olympia-Historie: Horror-Sturz vom "Herminator"

13.02.2018 14:21
Hermann Maier stürzte bei den Olympischen Winterspielen 1998 legendär
Hermann Maier stürzte bei den Olympischen Winterspielen 1998 legendär

Anlässlich der Winterspiele in Pyeongchang erinnert sport.de an prägende Momente der Olympia-Geschichte. Heute: Wie "Herminator" Hermann Maier 1998 in Nagano legendär stürzte und trotzdem zwei Goldmedaillen gewann.

Hermann Maier war der große Skistar der Jahrtausendwende. Ein Kraftpaket auf zwei Kufen, das Abfahrten wie Anfängerhügel wirken ließ und Stürzen trotzte, als wäre er in Omas Garten vom Schlitten gerutscht. Sein Auftritt bei den Olympischen Winterspielen in Nagano am 13. Februar 1998 aber war nichts für schwache Gemüter.

Aus dem Startblock heraus kam Maier schon mit Rückenwind auf die Piste. "Wenn ich noch schneller werd' und noch schneller werd', dann bin ich schneller unten", erinnerte er sich der Österreicher später an seine Taktik von damals.

Der Plan ging nicht vollends auf: Nach 18 Sekunden hatte Maier zwar die schnellste Zwischenzeit, kam aber letztlich nicht im Ziel an. Stattdessen stand der damals 25-Jährige auf einmal horizontal in der Luft. 

Sekundenbruchteile vor dem Absprung hatte sein linker Ski die Haftung verloren. Der Versuch sich auf dem rechten Fuß abzustützen misslang. Stattdessen flog Maier fast 40 Meter über die Piste, wirkte dabei auf kuriose Art sogar anmutig.

Dann kam die Landung: Nach dem Aufprall auf der Piste wurde Maier in die Fangnetze geschleudert, durchbrach aber auch diese Sicherungen ehe er im Tiefschnee zum Halt kam. Ski-Fans in aller Welt hielten vor den TV-Geräten den Atem an, in banger Sorge um den Athleten.

>> Horror-Sturz und Mega-Comeback von Hermann Maier im Video

Maier schüttelt sich - und holt Doppel-Gold!

Und Maier? Der schüttelte sich kurz, stand auf und winkte nach kurzer Zeit der Kamera. Lediglich um sein Schlüsselbein habe er damals Angst gehabt. "Ich dachte: Guck nicht nach rechts oder links. Weil ich war mir sicher, dass der Knochen rausgucken würde."

Doch bis auf leichte Blessuren an Knien und Schulter war der "Kraftmaier" aus Flachau noch im Originalzustand. Ein Wunder für Fans, Experten und Konkurrenten. Nicht aber für den soeben Gestürzten: "Wenn ich jetzt noch Gold g'winn', bin ich unsterblich", lautete sein Kommentar zu den Geschehnissen.

Trotz seines jugendlichen Größenwahns schien eine Super-G-Teilnahme am folgenden Tag unmöglich. Als der Start aufgrund von Nebelschwaden um zwei Tage vertagt werden musste, sah die Welt allerdings wieder anders aus. Maier trat an, verwies die Konkurrenz deutlich auf die Ränge und holte sich sensationell die Goldmedaille.

Doch bekanntermaßen ist ein Mal kein Mal - besonders für den frisch gebackenen "Herminator", wie Journalisten und Fans Maier fortan ehrfürchtig nannten. Drei Tage nach seinem phönixartigen Aufstieg, dominiert er seine Gegner auch im Riesenslalom und holt sein zweites Edelmetall.

Simon Lürwer

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