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Olympia-Historie: Medaillen-Coup im Sommer und im Winter

13.02.2018 16:48
Christa Luding-Rothenburger schaffte 1988 einen historischen Olympia-Coup
Christa Luding-Rothenburger schaffte 1988 einen historischen Olympia-Coup

Anlässlich der Winterspiele in Pyeongchang erinnert sport.de an prägende Momente der Olympia-Geschichte. Heute: DDR-Star Christa Luding-Rothenburger gewinnt im selben Jahr Medaillen bei Olympischen Sommerspielen und Winterspielen.

Inmitten des historischen Doppel-Triumphs heiratete Christa Rothenburger noch schnell ihren Trainer. Die damals 27-Jährige und ihr 17 Jahre älterer Coach Ernst Luding gaben sich im April 1988 das Ja-Wort. Die Verbindung der beiden hatte eine der erfolgreichsten Sportler-Karrieren in der DDR möglich gemacht.

Schon im Alter von 15 betreute Luding die Oberlausitzerin beim SC Einheit Dresden. Damals gehörte Rothenburger zu den talentiertesten Eisschnellläuferinnen Ostdeutschlands. Spätestens mit ihrem Olympiagold 1984 stieß sie in ihrer Hauptsportart in die Weltspitze vor.

"Erfolg macht süchtig. Dieses unbeschreibliche Gefühl, wenn die Hymne gespielt wird, man stolz ist und weiß, dass zu Hause alle an den Fernsehern hängen", schwärmte Rothenburger später gegenüber der "Lausitzer Rundschau" über ihre Glanzzeit.

Luding-Rothenburger nicht nur auf dem Eis schnell

Doch die Speed-Queen der DDR war nicht nur auf dem Eis schnell. Auch als Bahnradfahrerin sorgte Rothenburger für Furore. National dominierte sie die Sprintdisziplin in den 80er Jahren nach Belieben. 1986 holte sie in Colorado Springs den Weltmeistertitel, ein Jahr später in Wien Platz zwei.

Zu den Olympischen Sommerspielen 1988 in Seoul fuhr Luding-Rothenburger mit zwei Eisschnelllauf-Medaillen in der Tasche. In Calgary hatte sie zuvor Gold über 1000 Meter sowie Silber über 500 Meter geholt.

"Einmalig in der Sportgeschichte"

Und Luding-Rothenburger gelang im Velodrom der südkoreanischen Hauptstadt das Unmögliche: Zum Gold-Coup fehlten ihr nur wenige Zentimeter, hinter der zehnfachen Weltmeisterin Erika Salumäe aus Estland kam sie als Zweite ins Ziel.

"Damit bin ich einmalig in der Sportgeschichte, denn Medaillen im gleichen Jahr im Sommer und Winter, das geht nicht mehr, seitdem die Spiele getrennt sind", freute sich Luding-Rothenburger anlässlich ihres 50. Geburtstag im Jahr 2009.

Finanziell ausgesorgt hat die DDR-Sportikone trotz der grandiosen Erfolge während ihrer aktiven Laufbahn übrigens nicht. Zusammen mit Ehemann Ernst Luding betreibt sie in Dresden ein kleines Transportunternehmen.

Tobias Knoop

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