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Große Erwartungshaltung vor Hallenhockey-WM

06.02.2018 14:31
Mats Grambusch (r.) ist bei der Hallen-WM dabei
© getty, Jan Kruger
Mats Grambusch (r.) ist bei der Hallen-WM dabei

Bei der Hallen-WM in Berlin kämpfen die deutschen Hockey-Teams ab Mittwoch um den Titel. Obwohl die DHB-Mannschaften trotz renommierter Namen wenig internationale Hallen-Erfahrung vorweisen, ist die Erwartungshaltung groß.

Kaum war das erste Training vorbei, zückten die Hockey-Männer ihre Handys. Auch ihre Instagram-Follower sollten die beeindruckenden Dimensionen der WM-Bühne zu sehen bekommen. Die Vorfreude auf die Hallen-WM in der Berliner Max-Schmeling-Halle (Mittwoch bis Sonntag) steigt spürbar - obwohl Hallenhockey-Events auch von den Nationalspielern normalerweise wenig Beachtung geschenkt wird.

Diesmal sind jedoch sechs olympische Bronzemedaillen-Gewinner von Rio 2016 im Team des Deutschen Hockey-Bundes (DHB). Doch trotz der großen Erfahrung feiern die meisten von ihnen am Mittwoch ihr Hallen-Debüt beim ersten Gruppenspiel gegen Kasachstan (12:30 Uhr).

Denn die Paradedisziplin ist und bleibt Feldhockey. Terminkollisionen mit der priorisierten Kunstrasen-Variante sind der häufigste Grund für die Abwesenheit von Nationalspielern bei internationalen Hallen-Events. Deutsche Mannschaften wurden deswegen in der Vergangenheit oft und meist auch erfolgreich mit Bundesligaspielern aufgestockt.

Wichtigen Test gegen Österreich mit 7:2 gewonnen

Das bevorstehende WM-Spektakel in Berlin reizte aber auch die etablierte deutsche Hockey-Elite. "Es wirklich cool, alle Jungs haben das Spiel einfach verstanden, das macht Lust auf mehr", sagte Mats Grambusch dem "SID" nach den ersten Trainingseinheiten in der Eventhalle. Das Ausnahmetalent gibt bei der WM sein internationales Hallen-Debüt.

Weil es der Hälfte der Mannschaft genauso ergeht, stellte die kurze Vorbereitung die größte Herausforderung dar. Denn die Bundesliga-Saison endete erst am Sonntag mit der DM in Stuttgart - bis zum WM-Auftakt bleibt also kaum Zeit.

Doch im ersten Test zeigte das uneingespielte Team am Montagabend gegen Hallen-Europameister Österreich mit einem 7:2 seine Dominanz. "Wir sind individuell auf einem wahnsinnig guten Level, da ist die deutsche Liga anderen Ländern überlegen, das ist unser Vorteil", sagte Grambusch.

Deswegen ist die Erwartungshaltung an deutsche Teams bei Hallenturnieren grundsätzlich hoch. Im Gegensatz zu anderen Nationen hat Hallenhockey in Deutschland eine lange Tradition. Die männliche DHB-Auswahl gewann bis auf eine Ausnahme (2015) jedes der seit 2003 ausgetragenen WM-Turniere. In Berlin soll der fünfte WM-Triumph folgen. Nach dem Auftakt gegen Kasachstan folgt noch am Mittwoch das zweite Spiel gegen Australien (20:40 Uhr).

Grambusch: "Egos müssen zurückgeschraubt werden"

Die DHB-Frauen starten ebenfalls am Mittwoch mit Spielen gegen Russland (11:20 Uhr) und Namibia (18:20 Uhr) die Jagd nach ihrem dritten Titel.

Für die Deutschen geht es einerseits gegen eingespielte Mannschaften, die bereits bei der EM im Januar Spielpraxis gesammelt haben. Andererseits schickt beispielsweise Hallen-Weltmeister Niederlande Teams mit talentierten Nachwuchsspielern nach Berlin.

Um mit der starken Konkurrenz mithalten zu können, "müssen wir uns in den ersten Spielen zusammenfinden. Gerade weil es im Hallenhockey darauf ankommt, wie man als Team funktioniert", glaubt Grambusch: "Die Egos müssen zurückgeschraubt werden, dann kann das richtig gut werden."