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Sportler des Monats: Tennis-Fighterin Kerber ist zurück

06.02.2018 08:07
Angelique Kerber meldete sich im Januar eindrucksvoll zurück
Angelique Kerber meldete sich im Januar eindrucksvoll zurück

Mit dem ganz großen Happy End wurde es zwar nichts, dennoch hat sich Deutschlands beste Tennisspielerin Angelique Kerber innerhalb weniger Wochen zurück auf die ganz große Tennis-Bühne gespielt. 14 Siege in Folge zum Auftakt in die Saison 2018, die sie letztlich bis ins Halbfinale der Australian Open bringen, zeugen von der wiedergewonnenen Stärke der letzten deutschen Nummer eins im Damentennis. Ganz klar: Für sport.de ist die 30-Jährige die Sportlerin des Monats Januar.

Die größten Momente entstehen manchmal auch in einer Niederlage. Bei Angelique Kerber war das in Melbourne so. Zwar unterlag die Kielerin in der Vorschlussrunde des ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres am Ende denkbar knapp mit 3:6, 6:4 und 7:9 gegen die Nummer eins der Welt, Simona Halep.

Dennoch demonstrierte Kerber in diesem heroischen Fight gegen die topgesetzte Rumänin eindrucksvoll, dass sie zurück ist in der Weltspitze. Zurück unter den Besten, die um die ganz großen Triumphe im Tenniszirkus mitspielen können.

Es geht vor allem um die Art und Weise, wie sich Kerber während ihres gesamten Australian-Aufenthaltes im Januar, in dem sie neben dem Halbfinaleinzug bei den Australian Open auch noch den Sieg beim als Vorbereitung dienenden WTA-Turnier von Sydney feierte und beim Hopman Cup in Perth bis ins Finale vordrang, auf dem Court präsentiert. Sie selbst fand nach der Dreisatz-Niederlage gegen Simona Halep dafür die treffenden Worte: "Ich weiß, dass ich alles aus mir raushole, selbst wenn da gar nichts mehr drin ist. Mein Herz war einfach da."

Im letzten Jahr bis auf Platz 22 abgestürzt

Dieser Glaube an sich selbst, das Vertrauen in die eigenen Stärken und nicht zuletzt der wiedergefundene Spaß am Spiel sind wieder zurück. Mitverantwortlich dafür ist nicht zuletzt der Belgier Wim Fissette, der seit November das Coaching bei Angelique Kerber übernommen und damit den langjährigen Erfolgstrainer Thorben Beltz abgelöst hatte. 

Ein mutiger Schritt der einstigen Weltranglistenersten, die im Pleitenjahr 2017 bis auf den 22. Platz der Weltrangliste zurückgefallen war. Dass der Wechsel auf der sensiblen Trainerposition der wohl richtige Schritt war, zeichnete sich schon beim ersten großen Event im Januar, dem Hopman Cup in Perth, deutlich ab. Kerber spielte dort neben den Doppelbegegnungen an der Seite von Alexander Zverev vier Einzelmatches, von denen sie nicht ein einziges abgab.

Die ganz große Show wurde es dann beim ersten Grand-Slam-Turnier der Saison. Mit spielerischer Leichtigkeit wurden zunächst Annalena Friedsam Donna Vekic und Maria Sharapova ohne Satzverlust aus dem Turnier geworfen. Nach einem hart umkämpften Achtelfinale gegen Hsieh Su-wei, welches Kerber in drei Sätzen für sich entschied, wurde das Viertelfinale gegen die US-Amerikanerin Madison Keys zum absoluten Highlight-Auftritt der deutschen Top-Spielerin. 

Demonstration der Stärke gegen Madison Keys

In nur 51 Minuten fegte die 30-Jährige die an Nummer 17 gesetzte Keys mit 6:1 und 6:2 vom Feld und verdiente sich dabei die stehenden Ovationen in der Rod Laver Arena von Melbourne. Mit großer Erleichterung und neuem Selbstvertrauen freute sich Kerber mit ihren Fans: "Ich war von Beginn an da und habe versucht, das Match zu genießen, so wie ich es die ganze letzte Woche schon getan habe."

Genau diese Freude am Spiel ist es, die Kerber zurück in die Erfolgsspur und in die Top 10 der WTA-Weltrangliste brachte. Auch das Drama im Halbfinale gegen Simona Halep, als die zweimalige Grand-Slam-Siegerin trotz zweier Matchbälle nach fast drei Stunden Matchdauer eine bittere Niederlage gegen die Rumänin einstecken musste, wird Kerber nicht nachhaltig aus der Bahn werfen.

Der Kampfgeist, mit dem die Linkshänderin auf allerhöchstem Niveau den Unterschied ausmachen kann, wird in diesem Jahr wieder ein treuer Begleiter der Angelique Kerber sein. Vielleicht ja sogar auf dem Weg zu weiteren Titeln auf der ganz großen Tennisbühne. 

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