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Sieben Hundertstel! Rebensburg unterliegt Worley

27.01.2018 14:22
Viktoria Rebensburg zeigte sich kurz vor den Olympischen Spielen in ausgezeichneter Form
© getty, Alain Grosclaude/Agence Zoom
Viktoria Rebensburg zeigte sich kurz vor den Olympischen Spielen in ausgezeichneter Form

Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg hat ihren vierten Saisonsieg bei der Riesenslalom-Generalprobe für Pyeongchang denkbar knapp verpasst.

Die 28-Jährige aus Kreuth musste sich beim Weltcup in Lenzerheide in der Schweiz zwei Wochen vor den Winterspielen (9. bis 25. Februar) in Pyeongchang nur Weltmeisterin Tessa Worley geschlagen geben.

"Es war sehr knapp", stellte Rebensburg richtig fest, Frust oder Ärger über den hauchdünn verpassten vierten Saisonsieg bei der Olympia-Generalprobe im Riesenslalom wollte allerdings nicht aufkommen bei der besten deutschen Ski-Rennläuferin. "Ich bin trotzdem super happy mit dem Ergebnis, und Tessa hat den Sieg verdient", sagte sie.

Rebensburg konnte sich ihre Großherzigkeit leisten. Sie nahm die Gewissheit mit aus der Schweiz, dass der Weg zu Olympia-Gold in ihrer Paradedisziplin zum Auftakt der Winterspiele in Pyeongchang am 12. Februar nur über sie führt.

Von bisher sieben Weltcup-Rennen im "Riesen" in diesem Winter gewann sie drei, weitere zwei Mal war sie Zweite. In der Disziplinwertung hat die 28-Jährige 32 Punkte Vorsprung auf Worley, die in Lenzerheide ihren ersten Saisonsieg feierte.

"Es ist cool zu wissen, dass ich schnell bin und dabei bin", sagte Rebensburg, "der Rest wird kommen, aber da braucht man auch ein bisschen Glück." Der "Rest", das wäre ihre dritte olympische Medaille bei der dritten Teilnahme nach Gold 2010 und Bronze 2014.

Aber das Wort Medaille nimmt sie nur ungern in den Mund. "Klar wäre es schön, eine mit heimbringen zu können", sagte sie in Lenzerheide, "aber ich gehe Schritt für Schritt". Mit dieser Marschroute sei sie meist gut gefahren.

"Schaun mer mal": Rebensburg blickt nach Südkorea

Auch in Lenzerheide ging sie so ins Rennen, doch sie tat sich schon im ersten Lauf schwer und verhinderte nur mit Mühe ein frühes Aus. "Ich habe mir ganz ehrlich gesagt Sorgen gemacht", sagte Rebensburg, "am dritten Tor ist eine Kante, da geht es steil runter, da dachte ich: Ui, jetzt wird's eng. Dann beim nächsten Tor: Ui, jetzt schaff ich's nicht mehr. Aber ich bin zum Glück drin geblieben." Sie war Zweite, 0,52 Sekunden hinter Worley.

Auch im Finale fuhr Rebensburg auf der letzten Rille, lag einmal viel zu weit auf dem Innenski - und rettete sich erneut. "Es war einfach brutal zum Fahren", sagte sie, das habe ihr Worley nach ähnlich wackligen Fahrten bestätigt. Der zweite Rang fühlte sich für Rebensburg daher fast wie ein weiterer Sieg an.

Ob dieser nun in Pyeongchang gelingt? Rebensburgs Politik der kleinen Schritte sieht vorher noch ein paar Trainingseinheiten und einen Stopp in Garmisch-Partenkirchen vor, wo sie am kommenden Wochenende die beiden Weltcup-Abfahrten bestreiten wird.

Am 5. Februar fliegt sie nach Südkorea, und dann? "Schaun mer mal", sagte sie und lächelte verschmitzt.

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