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Bonn-Profi Gamble setzt Zeichen gegen Donald Trump

14.01.2018 10:23
Julian Gamble von den Telekom Baskets Bonn dunkt über einen als Donald Trump kostümierten Mann
Julian Gamble von den Telekom Baskets Bonn dunkt über einen als Donald Trump kostümierten Mann

Nach seinem bemerkenswerten Dunk-Protest gegen Donald Trump fand Basketball-Profi Julian Gamble deutliche Worte in der aktuellen Rassismus-Debatte.

Im Rahmenprogramm der Bundesliga-Allstarshow stopfte der Amerikaner den Ball über ein Double des US-Präsidenten in den Korb, hob seine rechte Faust und stützte sich anschließend auf ein Knie. "Sein Einfluss ist negativ. Es ist nicht das, wofür ich als Amerikaner, als schwarzer Mann stehe", betonte der 28-Jährige in Richtung Trump. "Es ist schwierig, aber schwierige Zeiten machen dich tougher. Als Familienvater muss ich weiter Liebe verbreiten, weil Liebe den Hass besiegen kann."

Sein Dunk sei als "Statement" zu verstehen, erklärte er in Göttingen. Der Kniefall ist eine Reminiszenz an Sportler, die damit in den USA zunächst gegen Polizeigewalt protestierten - und dafür von Trump massiv angegangen werden. "Es sind schwere Zeiten voller Rassismus für uns", sagte Gamble. "In Europa teilt man die Menschen nicht in Schwarz und Weiß, hier ist man Amerikaner, Belgier, Deutscher. In den USA klassifiziert man die Menschen aber nach ihrer Hautfarbe, es gibt einen systematischen Rassismus."

Nach Zeiten, in denen beispielsweise Michael Jordan seine unpolitische Haltung damit erklärte, dass auch Republikaner seine Schuhe kaufen würden, nehmen auch in der NBA immer mehr Spieler eine klare Position ein. So kritisierte Superstar LeBron James den US-Präsidenten mehrfach scharf, trug zuletzt jeweils einen schwarzen und weißen Schuh mit der Aufschrift "Equality" (Gleichheit). "Als Athlet - egal ob du LeBron James bist oder ein BBL-Spieler bist, bist du ein Vorbild - ob du es willst oder nicht", erklärte Gamble die Bewegung. "Ich denke, wir können einen positiven Wandel erreichen, wenn mehr Sportler es wollen."

Für den Dunk schlüpfte ein Physiotherapeut seines Teams unter die Trump-Maske, die Idee lieferte sein Bonner Mannschaftskollege T.J. DiLeo. "Wenn man eine Plattform hat, ist es gut, diese zu nutzen", sagte der in Düsseldorf geborene Deutsch-Amerikaner. "Es geht darum, ein Vorbild zu sein, und die Gesellschaft so zu verändern, wie man es möchte."

Nicht alle Profis ziehen mit

Doch nicht alle US-Profis schlossen sich dem Protest Gambles an. Michael Stockton und Peyton Siva, als wertvollster Spieler beim 145:132-Sieg des Teams International über die nationale Auswahl ausgezeichnet, enthielten sich auf Nachfrage einer Bewertung. "Ich halte mich aus der Politik raus so gut es geht", erklärte ALBA-Profi Siva.

Die Basketball-Bundesliga wertete die Aktion als "Meinungsfreiheit", wie ein Sprecher sagte. "Es ist seine persönliche Entscheidung, ein Statement abzugeben. Das bewerten wir nicht." Im Wettbewerb um die besten Dunkings brachte Gamble sein Versuch kein Glück - er wurde Dritter.

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