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Damals: BVB pulverisiert Transferrekord für Tomás Rosický

13.01.2018 12:05
Tomás Rosický wechselte im Januar 2001 zum BVB
Tomás Rosický wechselte im Januar 2001 zum BVB

Am 13. Januar 2001 präsentierte Borussia Dortmund Neuzugang Tomás Rosický der Öffentlichkeit. Mit der Ablöse für das Mittelfeld-Juwel durchbrach der BVB eine historische Schallmauer – und stach sogar Bayern München aus. Sportlich hob Rosický die Borussia auf eine neue Stufe, wirtschaftlich war seine Verpflichtung der Anfang vom (Beinahe-)Ende des Klubs.

Den Titel beim letzten DFB-Hallenmasters der Geschichte im Januar 2001 konnte sich Rekordsieger Borussia Dortmund nicht sichern. Die SpVgg Unterhaching gewann das Finale in der Dortmunder Westfalenhalle gegen Werder Bremen.

Das sportlich enttäuschende Abschneiden übertünchten die Gastgeber jedoch mühelos mit einem gelungenen PR-Gag: Am Eröffnungstag des Turniers stellte der BVB den Zuschauern den wenige Tage zuvor verpflichteten Tomás Rosický vor.

Der Tscheche lief beim traditionsreichen Budenzauber sogar für die ansonsten weitgehend ohne Stars angetretenen Borussen auf. Im zweiten Gruppenspiel gegen den FC St. Pauli erzielte Rosický in Klassemanier das viel umjubelte Siegtor.

BVB übertrumpft auch den FC Bayern

Für den damals 20-Jährigen hatten die Dortmunder ein Ablöse-Paket in historischen Dimensionen geschnürt. Satte 25 Millionen Mark flossen nach wochenlangen Verhandlungen an Rosickýs Ex-Klub Sparta Prag. Bis dahin hatte kein Bundesliga-Transfer mehr als 20 Millionen Mark gekostet.

Branchenprimus Bayern München hatte bis kurz vor Weihnachten ebenfalls am "Wunder-Baby", wie der "kicker" Rosický taufte, gebaggert, dann jedoch seine Offerte zurückgezogen.

"Auch wir sind nicht bei 20 Millionen ausgestiegen. Wir sind weiter gegangen als je zuvor", erklärte der geschlagene Bayern-Manager Uli Hoeneß.

Rosický verzückt Dortmund und die Bundesliga

Mit Rosický sicherte sich der BVB eines der begehrtesten Talente des Weltfußballs zu jener Zeit. "Halb Europa war hinter ihm her. Wir sind sehr stolz auf diesen Transfer", jubilierte Dortmunds Manager Michael Meier. Trainer Matthias Sammer hoffte, dass der Neue "das Vakuum im kreativen Mittelfeld" füllen könne – und das gelang Rosický.

In Windeseile spielte sich der "Mittelfeld-Mozart" in die Herzen der Dortmunder Fans. Tempodribblings, Übersicht und Spielverständnis des beidfüßigen Regisseurs suchten ihresgleichen.

Rosický wurde nicht nur zum Herzstück des BVB-Spiels, sondern auch zu einem Aushängeschild der Bundesliga. 2002 führte er die Dortmunder nach sechs Jahren endlich wieder zur deutschen Meisterschaft.

BVB fast pleite, Rosický zieht weiter

Danach ging es aber bergab für den (zu) ambitionierten Revierklub. Der sportliche Erfolg blieb aus, wirtschaftlich wurde die Lage am Rheinlanddamm immer prekärer. 

Mit teuren Transfers wie dem von Rosický oder Stürmer-Star Márcio Amoroso sowie dem Ausbau des Westfalenstadions hatten sich Meier und der allmächtige Vereinspräsident Gerd Niebaum verhoben. Die horrenden Personalkosten taten ihr Übriges. Ende 2005 hatte der BVB fast 100 Millionen Euro Schulden aufgehäuft und entging nur knapp der Insolvenz.

Wenig später war auch die Ära Rosický in Dortmund zu Ende. Im Sommer 2006 zog "Schnitzel", wie die BVB-Fans den Spielmacher aufgrund seiner schmächtigen Statur liebevoll nannten, für zehn Millionen Euro weiter zum FC Arsenal.

Tobias Knoop

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