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Sportler des Monats: Richard Freitag stark wie nie

09.01.2018 08:16
Richard Freitag dominierte das Skispringen im Dezember
Richard Freitag dominierte das Skispringen im Dezember

Richard Freitag ist auf dem besten Wege, den erfolgreichsten Weltcup-Winter seiner Karriere zu springen. Bis zu seinem Sturz in Innsbruck bei der Vierschanzentournee flog der 26-Jährige bei allen Wettbewerben in den letzten Wochen auf das Siegertreppchen.

Ganz klar: Für sport.de ist der Neu-Oberstdorfer Richard Freitag der Sportler des Monats Dezember.

Richard Freitag in der Form der Dezember-Wochen wäre wohl der einzige Konkurrent gewesen, der den polnischen Überflieger Kamil Stoch auf dem Weg zum historischen Grand Slam bei der Vierschanzentournee noch hätte stoppen können.

Der folgenschwere Sturz auf der Bergiselschanze von Innsbruck zerstörte jedoch alle Hoffnungen Freitags auf einen Tageserfolg beim traditionsreichen Weitenjagen auf den vier Schanzen von Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen. So blieb dem gegenwärtig besten deutschen Skispringer nur die Rolle des fairen Gratulanten.

Der Sturz im zweiten Durchgang von Innsbruck und das damit verbundene Tournee-Aus erklärte Freitag selbst mit einem eigenen Fehler. Er schob es nicht wie etwa Bundestrainer Werner Schuster zuvor auf die äußeren Bedingungen.

 "Ich hatte den Sprung sehr gut erwischt. Er war gut und ging weit. Den relativ hohen Luftstand habe ich leider ein wenig falsch eingeschätzt, zu früh zu viel Spannung verloren und somit die leicht pendelnden Ski ungünstig übereinanderliegend auf den Schnee aufgesetzt, was dann in der Folge zu dem Sturz führte", erklärte Freitag in der "Bild", wie es zum folgenschweren Missgeschick bei der Landung kam. Glücklicherweise blieb das 60-kg-Fliegengewicht von schwereren Verletzungen verschont.

Hüftbeschwerden nach Innsbruck-Sturz

So bitter und hart das plötzliche Tournee-Aus für den gebürtigen Sachsen auch kam, so grandios und erfolgreich verliefen seine Dezember-Wochen. Die nackten Zahlen belegen die bestechende Form, mit der Freitag eine Podestplatzierung nach der nächsten erreichte. Sieben Weltcupspringen absolvierte der Mixed-Weltmeister von 2015 im letzten Monat. Drei davon gewann er, viermal wurde er Zweiter. 

Ein großer Vorsprung im Gesamtweltcup sowie die Favoritenrolle für den Saisonhöhepunkt, die Olympischen Spiele von Pyeongchang, waren die logische Folge. Bis der Sturz von Innsbruck den Überflieger vorerst aus allen Träumen riss. 

Die Tournee-Aufgabe auf Platz zwei liegend war unvermeidlich, nachdem vor allem die Hüfte schmerzte und Probleme machte: "Das ist zwar bitter, aber da es in der Saison noch einiges zu holen gibt, wäre es unklug, nicht auf den eigenen Körper zu hören", erklärte der DSV-Adler nach seiner vorzeitigen Abreise aus Österreich.

Drei Weltcupsiege in 15 Tagen

Der Dezember verlief aus Freitags Sicht einfach hervorragend: Nie hatte er vorher drei Einzelspringen in einem Weltcup-Winter gewinnen können. Mehr noch: Für die drei Saisonerfolge in drei verschiedenen Ländern benötigte der Sportsoldat gerade einmal 15 Tage. Im Heimtraining tut Freitag derzeit alles dafür, um pünktlich zur Skiflug-WM in seiner neuen Heimatstadt Oberstdorf diese Topform wiederzuerlangen.

Vor allem die Leichtigkeit und die Konstanz, mit der Freitag auch bei wechselnden Bedingungen seine Leistung abrief und bestätigte, nötigte der Konkurrenz in den Adventswochen großen Respekt ab. Selbst beim späteren Tournee-Giganten Kamil Stoch hatte Freitag nach dem besten Monat seiner Karriere mächtig Eindruck hinterlassen: "Ich denke gar nicht daran, meinen Titel zu verteidigen", meinte der Pole noch vor dem Auftaktspringen in Oberstdorf ob der Leistungsstärke Freitags. 

Derzeit beschäftigt die Millionen Skisprung-Fans in Deutschland nur die Frage: Wann kehrt ihr "Ritchie" wieder zurück? Der DSV-Star selbst postete zuletzt vielsagend: "Sobald es wieder geht, will ich zurück auf die Schanze. Das sollte hoffentlich ganz zügig gehen." Für das Skiflug-Wochenende am Kulm reicht es zwar noch nicht. Die Skiflug-WM im heimischen Oberstdorf ist aber weiterhin das Nahziel.

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