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"Geiler Scheiß": Andreas Wellinger bejubelt starke Tournee

07.01.2018 10:43
Andreas Wellinger absolvierte eine starke Vierschanzentournee
Andreas Wellinger absolvierte eine starke Vierschanzentournee

Andreas Wellinger hat den deutschen Skispringern nach dem bitteren Verletzungs-Aus von Richard Freitag mit Platz zwei in der Gesamtwertung doch noch ein Happy End beschert. Für Bundestrainer Werner Schuster ist ein Tourneesieg nur eine Frage der Zeit.

Nach dem glücklichen Ende einer so schwierigen Vierschanzentournee war Andreas Wellinger nicht mehr einzufangen.

"Ratet mal, welcher geile Typ eben den zweiten Durchgang gewonnen hat!", rief der frischgebackene Gesamtzweite durch den Presseraum von Bischofshofen und zeigte mit beiden Daumen auf sich: "Jetzt fange ich mit dem Skispringen erst richtig an!"

Davon war auch Bundestrainer Werner Schuster überzeugt: "Aus dieser Generation von uns wird einer die Tournee gewinnen."

Nur dem außerirdisch springenden Kamil Stoch musste sich der erst 22 Jahre alte, aber schon so erfahrene Wellinger in der Endabrechnung der 66. Tournee geschlagen geben.

Andreas Wellinger (l.) landet auf Rang zwei bei der Vierschanzentournee
Andreas Wellinger (l.) landet auf Rang zwei bei der Vierschanzentournee

Mit fast 70 Punkten, also rund 40 Metern Rückstand zwar, das aber war dem Oberbayern, der bislang mit den Schanzen zwischen Oberstdorf und Bischofshofen nie ganz warm geworden war, reichlich egal.

Wellinger springt für Freitag in die Bresche

"Geiler Scheiß! Dass ich die Tournee mit zwei dritten Plätzen beende, ist grandios, nachdem es für uns teilweise echt beschissen gelaufen ist", sagte Wellinger, der nach Rang zehn und elf in den ersten beiden Springen abgeschrieben schien, dann aber nach dem bitteren Verletzungs-Aus des großen Hoffnungsträgers Richard Freitag in Innsbruck in die Bresche sprang.

"Dieser zweite Platz ist auch für Ritschie. Ich bin mir sicher, dass er Kamil bis zum letzten Sprung ein Duell um den Tourneesieg geliefert hätte", sagte Wellinger, der in Bischofshofen im zweiten Durchgang einen Traumflug auf 139,5 m gezeigt hatte: "Ich bin aber froh, dass ich so schnell in seine Rolle schlüpfen konnte. Ich hoffe, dass auch Ritschie auf der Couch zu Hause ein Lächeln auf dem Gesicht hatte."

Das hatte Freitag, der seinem Teamkollegen einen "richtig guten Job" attestierte, das hatte auch Schuster: Trotz Freitags Ausfall lagen in Wellinger, Markus Eisenbichler (7.), Karl Geiger (11.) und Stephan Leyhe (13.) vier DSV-Adler in der Gesamtwertung vor dem besten Österreicher (Michael Hayböck/14.), auch der 18-Jährige Constantin Schmid überzeugte mit Platz 18.

Wellinger vor großer Zukunft?
Wellinger vor großer Zukunft?

"Tournee war ein Fingerzeig vom Andi"

"Richard hat das bis zum Sturz sensationell gemacht, aber die Tournee war ein Fingerzeig vom Andi", sagte Schuster: "Dieses Team funktioniert, ich bin echt zufrieden. Wir waren in allen Springen auf dem Podest, anders als bei Severin Freund vor zwei Jahren aber verteilt auf zwei Springer. Wir werden diese Generation Freitag/Wellinger weiter unterstützen, dann klappt das in den nächsten Jahren mit einem Tourneesieg."

Seinen abgekämpften Tournee-Helden erteilte Schuster das Kommando "Beine hoch!". Die Verschnaufpause ist kurz: Vor Olympia stehen die Skifliegen beim Weltcup am Kulm am kommenden Wochenende und bei der WM in Oberstdorf eine Woche später an.

Wann Freitag wieder eingreift, ließ Schuster offen. "Ob er schon am Kulm zurückkehrt, werden wir uns gut überlegen - das ist die schwierigste Schanze", sagte er: "Ich bin froh, wenn wir ihn in Oberstdorf zurückbekommen. Wenn wir ihn wieder haben, ist mir vor den nächsten Großereignissen nicht bange."

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