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Hanna Kolb löst Olympia-Ticket trotz Absage in Oberstdorf

03.01.2018 18:01
Hanna Kolb schafft die Qualifikation für Olympia
Hanna Kolb schafft die Qualifikation für Olympia

Im Auge des Sturms durfte nur Hanna Kolb richtig lachen. Trotz der witterungsbedingten Absage der Tour-de-Ski-Rennen in Oberstdorf hat sich die 26 Jahre alte Langläuferin aus Buchenberg für Olympia in Pyeongchang (9. bis 25. Februar) qualifiziert. Im Prolog zum klassischen Sprint hatte sie am Mittwoch Rang zwölf belegt und damit die zweite Teilnorm für die Winterspiele erfüllt.

Nach dem Lauf waren zwar alle weiteren Wettkämpfe des Tages wegen des Sturmtiefs "Burglind" abgesagt worden, der Damen-Vorlauf wird jedoch als offizieller Wettbewerb des Weltverbandes FIS gewertet. Die gelaufenen Zeiten werden allerdings nicht für die Tour-Gesamtwertung berücksichtigt.

Damit ist Sprint-Spezialistin Kolb neben Sandra Ringwald, Nicole Fessel und Stefanie Böhler die vierte deutsche Athletin, die für die Spiele in Südkorea qualifiziert ist. Die Verantwortlichen denken derweil weiter: "Wir bleiben in der Zielstellung, dass wir sechs bis sieben Frauen mit zu Olympia nehmen wollen", sagte Andreas Schlütter, sportlicher Leiter beim Deutschen Skiverband, dem "SID".

Die Absage des Sprints am Mittwoch begrüßte Schlütter: "Es sind auf der Strecke Bäume umgefallen, manche Läufer sind einfach stehen geblieben. Das waren einfach keine zumutbaren Bedingungen für die Athleten, aber auch die Betreuer an der Strecke." Damit werden lediglich sechs der sieben ursprünglich geplanten Tour-Läufe absolviert.

Der für Donnerstag angesetzte Massenstart soll planmäßig stattfinden, wie die Organisatoren mitteilten. Nach einem Ruhetag am Freitag geht es zum Tour-Finale ins italienische Val di Fiemme (6. und 7. Januar).

Erster Abbruch in der Geschichte der Tour de Ski

In Oberstdorf fegten Streckenbegrenzungen und Werbetafeln über den Schnee und provozierten den ersten Abbruch einer Etappe in der Geschichte der Tour de Ski. Lediglich im Dezember 2006 hatte die Uraufführung der Tour wegen Schneemangels nicht im tschechischen Nove Mesto stattfinden können. Damals feierte der Wettbewerb stattdessen in München, dem eigentlich zweiten Stopp, seine Premiere.

Vor der Absage am Mittwoch hatten neben Kolb auch Ringwald, Böhler, Elisabeth Schicho und Lokalmatadorin Laura Gimmler in der Quali starke Resultate erzielt. Besonders Ringwald (5,8 Sekunden zurück), die bereits beim Auftakt-Sprint in Lenzerheide/Schweiz Sechste geworden war, überzeugte auf Rang drei. Böhler belegte Platz 17. Schicho und Gimmler sicherten auf den Plätzen 26 und 30 noch knapp die Viertelfinal-Tickets, die sie nicht einlösen konnten.

Östberg weiter in Führung

In der Gesamtwertung führt bei den Frauen weiterhin die Norwegerin Ingvild Flugstad Östberg (56:18,6 Minuten) vor ihrer Landsfrau und Vorjahressiegerin Heidi Weng (32,8 Sekunden zurück) und der US-Amerikanerin Jessica Diggins (1:26,9). Beste Deutsche ist die zuletzt so starke Distanz-Spezialistin Fessel (2:15,3) auf Rang acht. Sie war im abgebrochenen Sprint-Prolog am Mittwoch 46. geworden und wäre ohnehin nicht in den Finals mit dabei gewesen.

In der Herren-Konkurrenz liegt der dreimalige Tour-Sieger Dario Cologna (Schweiz/1:12:46,6 Stunden) vorne. Hinter ihm lauern der russische Titelverteidiger Sergej Ustjugow (22,6) und dessen erst 21 Jahre alter Landsmann Alexander Bolschunow (55,5). Der Rhöner Thomas Bing (1:36,8) ist als Elfter aussichtsreichster Starter der schwächelnden DSV-Männer.

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