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Frenzel-Kolumne: Neujahrsirritationen

02.01.2018 15:25
Eric Frenzel und seine Frau Laura diskutieren die Wettkampfplanung gerne am Küchentisch
Eric Frenzel und seine Frau Laura diskutieren die Wettkampfplanung gerne am Küchentisch

Regelmäßig schreibt Deutschlands Kombinierer-König Eric Frenzel exklusiv für sport.de über die laufende Olympia-Saison. Heute berichtet der 29-Jährige von seinem nicht ganz reibungslosen Start ins Jahr 2018.

Kaum ist das neue Jahr ein paar Stunden alt, schon stellen sich bei uns Kombinierern die ersten Unwägbarkeiten ein. Entspannt kam ich von unserer alljährlichen Silvesterparty mit Freunden, die dieses Jahr in Nürnberg stattfand, nach Hause, um mich zehn Minuten später im Planungschaos zu befinden.

Die erste Meldung, die der Trainerstab auf mein Handy absetzte, besagte, dass der Weltcup an diesem Wochenende in Otepäa wegen Schneemangels nicht stattfinden wird. Die zweite Nachricht zehn Minuten später stellte einen Start unseres Teams beim COC-Cup in Klingenthal in Aussicht, den ich spontan bejahte, da Wettkämpfe nun das Maß aller Dinge sind. Eine weitere Nachricht beschäftigte sich dann mit Lehrgangsplanungen in Seefeld, alternativ in Garmisch-Partenkirchen. Das Chaos war perfekt und es setzte ein paar Stunden Planungsunsicherheit ein.

Regeneration mit Blick auf Pyeongchang

Mit meiner Frau Laura diskutiere ich solche Dinge gerne am Küchentisch. Sie ist seit Jahren immer einen Schritt hinter mir, um mir den Rücken freizuhalten oder auch mal etwas zu organisieren. Sie hat immer ein feines Gespür für das, was ich in der jeweiligen Wettkampfphase benötige. Auch sie plädiert sofort für einen Einsatz in Klingenthal , da es sich um einen "echten" Wettkampf handelt und ein solcher die richtige Vorbereitung für die olympischen Tage darstellt, nachdem sich Sprung- und Laufform bei meinem letzten Weltcup-Sieg in Ramsau so zeigten, wie ich es von mir selbst erwarte.

Auch die räumliche Nähe Klingenthals zu Flossenbürg, unserem Wohnort, erscheint ihr vorteilhaft, um nach dem Wettkampf im häuslichen Umfeld zu regenerieren. Elemente der Regeneration sind auf dem Weg nach Südkorea ein wichtige Sache, die man sich oft regelrecht vornehmen muss, damit sie auch stattfinden.

Bewährte Packliste nach zehn Jahren Weltcupreisen

Die Trainer, die natürlich noch an ihren Heimstandorten sind, beraten in einer Telefonkonferenz, wie die Dinge weitergehen sollen. Laura schlägt vor, schon mal die Sachen zu packen, denn wenn der Lehrgang kommt, dann ist die Abreise bereits in wenigen Stunden. Für die Wettkampfsaison haben wir eine seit Jahren bewährte Packliste, um alle wichtigen Sachen schnellstmöglich auch in den Koffer zu bringen - Erfahrungen nach fast zehn Jahren Weltcupreisen bringen einen dazu.

Während ich nach der Ausrüstung schaue und Laura die Sachen des persönlichen Bedarfs richtet, summt wieder das Handy: Seefeld/Garmisch.

Die Würfel sind also gefallen, noch zwei Stunden bis zur Abfahrt. Gut, dass wir mit dem Packen schon begonnen hatten. Vor mir liegen vier Stunden Autofahrt und einige Tage Trainingswettkämpfe gegen die Mannschaftskameraden auf unterschiedlichen Schanzen und Loipen in Österreich und Deutschland - und hoffentlich ein gutes neues Jahr, das ich allen Lesern dieser Kolumne ebenso wünsche!

Herzlichst

Eric Frenzel

Die Kolumne wird präsentiert von "eins energie in sachsen"

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