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DSV-Asse mit schwacher Abfahrt in Bormio

28.12.2017 14:23
Thomas Dreßen wurde in Bornio Zwölfter
© getty, Christophe Pallot/Agence Zoom
Thomas Dreßen wurde in Bornio Zwölfter

Bei der Weltcup-Abfahrt in Bormio sind die Routiniers auf den vorderen Plätzen zu finden. Beim besten Deutschen machte sich dagegen die mangelnde Erfahrung bemerkbar.

Vier Jahre lang schlummerte "die Bestie", wie die Piste "Stelvio" im italienischen Bormio auch genannt wird, und als sie wieder erwachte, brauchte es erfahrene Männer, um sie zu bezwingen. Als auf der herausfordernden Strecke am Fuße des namensgebenden Stilfserjochs am Donnerstag zum ersten Mal seit 2013 wieder eine Weltcup-Abfahrt ausgetragen wurde, da setzten sich erwartungsgemäß die Routiniers durch - zu denen die Deutschen (noch) nicht gehören.

Dem Südtiroler Dominik Paris war 2012 sein erster Weltcup-Sieg in Bormio gelungen, zeitgleich mit Hannes Reichelt aus Österreich und eine Hundertstel vor Aksel Lund Svindal aus Norwegen. Paris fuhr diesmal zu seinem neunten Weltcupsieg - mit 0,04 Sekunden Vorsprung vor Svindal, dem Sieger von 2013, und 0,17 Sekunden vor dessen Landsmann Kjetil Jansrud. Routiniers allesamt. Bester Deutscher: Thomas Dreßen, kein Routinier, erstmals auf der Stelvio dabei. Er wurde guter Zwölfter (+1,16).

"Ich bin zufrieden, fürs erste Mal kann man es so stehen lassen", sagte Dreßen. Zur mangelnden Erfahrung war auch noch die eher ungünstige Startnummer 2 gekommen: schlecht, wenn wie diesmal über Nacht jede Menge Neuschnee auf der Piste landet. Ein wenig wurde Dreßen so zum Schneepflug, aber "natürlich bin ich hier und da ein bisschen in der Weltgeschichte umeinandergefahren", gab er zu. Mit der Linie ist er eben noch nicht so vertraut, er landete ein paar Mal im Neuschnee, "wir hatten eben auch nur ein Training."

Für Dreßen "wäre mehr drin gewesen"

Dreßen hatte nach dem ersten und zugleich einzigen Training am Dienstag einen "Anpfiff" von Mathias Berthold bekommen - mehr als drei Sekunden Rückstand auf die Bestzeit des Italieners Peter Fill waren dem Cheftrainer dann doch ein bisschen viel, auch für einen Neuling auf der Stelvio. Angesichts der Voraussetzungen durfte der 24 Jahre alte Dreßen, der ja erst seine zweite komplette Saison im Weltcup fährt, am Ende in der Tat zufrieden sein, aber, sagte er: "Freilich wäre mehr drin gewesen." Immerhin lag er diesmal vor Fill (13.).

Zu kämpfen hatten mit der Linie auch die Mannschaftskollegen. "Ich habe sie gesucht", sagte Andreas Sander. Er fuhr auf der Stelvio immerhin schon zum fünften Mal, musste sich aber dennoch "einen sehr, sehr schlechten Tag mit einer sehr, sehr schlechten Fahrt" bescheinigen und wurde am Ende auf Rang 30 durchgereicht (+2,43 Sekunden).

Noch größere Umwege fuhr Josef Ferstl: Der Sieger des Super-G von Gröden belegte bei seinem dritten Start in Bormio lediglich Rang 36 (+2,85) und blieb damit ebenso ohne Punkte wie Manuel Schmid (+2,44) auf Rang 31. Dominik Schwaiger stürzte, wurde kurz behandelt und musste danach mit dem Rettungshubschrauber abtransportiert werden.

Und Paris? Für ihn zahlte sich neben der Erfahrung auch der Heimvorteil aus. Die italienische Mannschaft hatte in der vergangenen Woche ausgiebig auf der Stelvio trainiert - wichtige Kilometer auf einer Strecke, die lange nicht befahren worden war. "Gottseidank war es mal wieder eine gute Fahrt von mir", sagte Paris.

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