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NFL-Quarterbacks: Brady überragend, Manning schlecht

27.12.2017 18:46
Die Quarterbacks der NFL im großen sport.de-Check
Die Quarterbacks der NFL im großen sport.de-Check

Ein Spieltag noch, dann beginnen in der NFL die Playoffs. Doch bevor es in der härtesten Liga der Welt ans Eingemachte geht, nimmt sport.de die Quarterbacks unter die Lupe.

Der Versuch, einen NFL-Spielmacher zu bewerten, ähnelt einer Reise durch den Dschungel. Die zahlenverrückten Amerikaner haben zahllose Formeln und Statistiken erfunden, um die Performance ihrer Helden genaustens zu vermessen. Zwischen Quarterback-Rating, 3rd-Down-Conversion-Rate und natürlich der Qualität der Gegner verliert man nicht selten den Überblick. Wir wagen den Versuch dennoch.

Tom Brady (New England Patriots)

Das Patriots-Front-Office entschied sich im Sommer, Jimmy Garoppolo und Jacoby Brissett zu traden - der Mannschaft fehlen nun zwei bewährte QB-Backups. Umso mehr Druck auf Brady, sich bitte nicht zu verletzen. Und das im zarten Alter von 40 Jahren. Allerdings zeigt sich der Gatte von Gisele Bündchen bisher unbeeindruckt von der zusätzlichen Verantwortung.

Im Jahr eins nach Deflate Gate steht Brady an der Spitze aller Starting Quarterbacks in Sachen Passing Yards (4387) und Yards pro Versuch (8,1). Unangefochten gilt der Veteran aktuell als der beste Spieler der Liga. Nicht umsonst zweifeln die wenigsten an seiner Ankündigung, noch bis Mitte 40 spielen zu wollen. Note: 1+

Brett Hundley (Green Bay Packers)

Es war ein Schock für Packers-Fans, als Aaron Rodgers in Week 6 auf einmal mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden lag. Die Diagnose: Schlüsselbeinbruch und wahrscheinlich das Saisonaus. Auch Backup Hundley war auf die Situation nicht wirklich vorbereitet. Der 24-Jährige schickte seinen ersten Passversuch direkt in gegnerische Arme.

Mittlerweile aber mache ihm das Spiel mehr Spaß, als dass es ihn unter Druck setze, so Hundley. Vikings-Coach Mike Zimmer attestierte dem Rechtshänder eine "gute Entwicklung." Sogar zu einem vorsichtigen Rodgers-Vergleich ließ er sich hinreißen: "Ich sage nicht, dass er wie A-Rod ist. Aber die beiden haben viele ähnliche Mechanismen." Möglicherweise winkt in der neuen Saison sogar ein Job als Starting-QB bei einem anderen Team. Note: 3

Dak Prescott (Dallas Cowboys)

Im letzten Jahr wusste Prescott zu überzeugen. In seiner Rookie-Spielzeit schulterte er die Erwartungen der Cowboys-Anhänger ohne Probleme und scheiterte erst in den Playoffs an Green Bay. Die zweite Spielzeit betont den besonderen Charakter der ersten mehr, als dass sie selbst herausstäche.

Die Texaner verpassen die Playoffs - und Prescott selbst? Der warf mehr Interceptions und weniger Touchdowns. Bereits sieben Mal konnte der 24-Jährige die 200-Yard-Marke nicht knacken. Zum Vergleich: Als Rookie kam das nur dreimal vor. Nach dem spektakulären ersten Jahr scheint Prescott nun angekommen im harten Alltag der NFL. Note: 4+

Carson Wentz (Philadelphia Eagles)

13 Siege, zwei Niederlagen - die Eagles haben die beste Saison aller Teams gespielt. Ermöglicht haben das eine bärenstarke Defense, das zweitbeste Running Game der Liga und Carson Wentz. Der Statsheet des Ballverteilers sieht zunächst nicht übermäßig beeindruckend aus: 3,296 bei einer Wurfquote von 60,2 Prozent.

Doch nicht alles wird von Statistiken erfasst. Oft hält Wentz die Spielzüge seiner Mannschaft am Leben, wagt sich aus der Pocket heraus und findet seine Receiver auch aus dem Lauf heraus. Ein wenig erinnert der 24-Jährige damit an einen gewissen Aaron Rodgers. Ähnlich wie Rodgers wurde aber auch seine Saison von einer Verletzung (Kreuzbandriss) vorzeitig beendet. Note: 2+

Ben Roethlisberger (Pittsburgh Steelers)

Und jährlich grüßt das Murmeltier: Wie jedes Jahr befanden Kritiker "Big Ben" vor der Saison für zu alt, zu langsam und allgemein nicht mehr gut genug. Wie jedes Jahr strafte der 35 Jahre alte Steeler sie Lügen. Zusammen mit Antonio Brown bildet der Routinier einen sensationell guten One-Two-Punch.

Das traditionell schwache Running Game der Franchise (Rang 26/32) glich Roethlisberger mit 4251 erworfenen Yards aus. Nicht von ungefähr haben die Steelers den Vorteil nicht am Wildcard-Weekend teilnehmen zu müssen. Sie stehen direkt im Halbfinale der AFC. Note: 2+

Blake Bortles (Jacksonville Jaguars)

Zum ersten Mal seit zehn Jahren stehen die Jacksonville Jaguars wieder in den Playoffs. Daran ist auch Spielmacher Blake Bortles nicht unbeteiligt. Noch von 2013 bis 2016 führte er die Liga in der Kategorie Turnover (63) an. Mittlerweile aber spielt er den besten Football seiner Karriere.

Die ersten drei Spiele im Dezember erwarf Bortles seiner Mannschaft 903 Yards und zauberte sieben Touchdowns auf den Rasen. Wohlgemerkt ohne Interception. Kein anderer Quarterback hatte in der Zeit ein höheres Gesamtranking als der 25-Jährige (128,6). Kein Superstar aber immerhin gewinnt Jacksonville nicht mehr trotz ihm sondern dank ihm. Note: 3+

Matthew Stafford (Detroit Lions)

Vor Beginn der Spielzeit 2017/18 unterzeichnete Stafford einen neuen Mega-Vertrag: Fünf Jahre, 135 Millionen US-Dollar. Damit ist der 29-Jährige im Gehaltsranking der NFL auf Platz eins. Dennoch konnte er bislang kein Playoff-Spiel gewinnen. Immer wieder wird Kritik am Veteranen laut.

Doch wieviel Schuld hat Stafford an der sportlichen Misere der Lions (die übrigens wieder die Playoffs verpassten)? Sage und schreibe 45 Mal (zweitschlechtester Wert ligaweit) wurde er in dieser Saison gesackt. Auf ein funktionierendes Running Game kann er sich ebenfalls nicht verlassen: Detroit hat das schlechteste der Liga. Persönlich aber liefert er: 4,123 Passing-Yards, 65,6 Prozent Wurfquote und ein QBR von 97,2. Besser als sein Ruf ist Stafford allemal. Note: 2-

Drew Brees (New Orleans Saints)

Trotz seiner 38 Lenzen ist Brees immer noch einer der besten seines Faches. Der Wurfexperte durchbrach im Spiel gegen die Atlanta Falcons die 70.000-Yard-Marke (nur durch Passspiel). Vor ihm schafften das nur Peyton Manning und Brett Favre.

Der Sieg sicherte seinen New Orleans Saints gleichzeitig die Teilnahme an den Playoffs. Brees, der mit bockstarken 71,9 Prozent die Liga in Sachen Wurfquote anführt, hat daran sicher keinen geringen Anteil. Ganz im Gegenteil: Er ist der Erfolgsgarant bei den Saints. Note: 1

Eli Manning (New York Giants)

Was ist bloß mit Eli Manning los? Mit den New York Giants gewann der Bruder von Legende Peyton Manning zweimal den Super Bowl - und gehört damit zu einem elitären Kreis von gerade einmal zwölf Quarterbacks. Doch 2017 war nicht das Jahr des 36-Jährigen.

Seine 3336 erpasste Yards reichen gerade einmal für den 13. Platz in der QB-Rangliste. Das Fehlen von Star-Receiver Odell Beckham Jr., der nur fünf Spiele bestritt, hat sicher nicht geholfen. Dennoch hatten die Verantwortlichen Ende Oktober den Kaffee auf und setzten ihre Gallionsfigur auf die Bank. Droht ein Abschied aus New York? Note: 5

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