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Enttäuschung 2017: DHB am Pranger & BuLi-Offenbarung

30.12.2017 08:47
Der DHB erlebte bei der WM ein kleines Debakel
Der DHB erlebte bei der WM ein kleines Debakel

Ein Armutszeugnis der deutschen Fußball-Bundesliga, ein Tennis-Tiefpunkt und zwei Handball-WM-Pleiten. Wir haben uns der Frage gewidmet: Was war die Enttäuschung des Sportjahres 2017? 

Lissy Beckonert: Das frühe Ausscheiden der Handball-Frauen bei der Heim-WM. Bereits im Achtelfinale war Schluss. Die Chance, mit dem Turnier Werbung für den Sport zu machen und den Frauen-Handball in Deutschland populärer zu machen, verpassten Bieglers Ladies damit deutlich. "Das ist krachend danebengegangen", lautete auch das Fazit von DHB-Sportdirektor Wolfgang Sommerfeld. Korrekt.

Tobias Knoop: Angelique Kerber. Ein wenig hatte man der Kielerin nach ihrem Wahnsinnsjahr 2016 schon zugetraut, eine Ära wie einst Steffi Graf zu begründen. Nach den zurückliegenden zwölf Monaten lässt sich aber festhalten: Diese Erwartungen hat Angie bitter enttäuscht. Aufgrund ihres Horror-Jahres ist die 29-Jährige inzwischen nicht einmal mehr die deutsche Nummer eins, geschweige denn in der Welt-Elite zu finden.

Lars Plantholt: Ich glaube, im vergangenen Jahr habe ich hier FIFA, IOC & Co aufgezählt. Hat sich irgendetwas auch nur ansatzweise gebessert? Nein? Tja, Frage schon beantwortet. Und ich habe da schon so eine vage Ahnung, wie meine Antwort im kommenden Jahr aussehen könnte ...

Mats-Yannick Roth: Was Marcel Kittel bis zur 17. Etappe der diesjährigen Tour de France ablieferte, war einfach nur der Wahnsinn! Fünf Etappensiege fuhr der Sprinterkönig bei der Frankreich-Rundfahrt ein, war auf den Schlussmetern einfach nicht zu schlagen. Und dann das! Als Träger des Grünen Trikots stürzte Marcel Kittel auf der 17. Etappe, war ohnehin schon geschwächt von einer Erkältung. Der Moment, als es einfach nicht mehr weiter ging und Kittel unter Tränen die Tour aufgab, war für ihn selbst nur enttäuschend. Seine Leistung bei der Tour war trotzdem schlichtweg einmalig! 

Ralf Amshove: WM-Aus im Achtelfinale. Mit großen Hoffnungen starteten die "Bad Boys" in die Handball-Weltmeisterschaft im Januar 2017. Der amtierende Europameister galt auch als heißer Anwärter auf den WM-Titel. Nach einer souveränen Gruppenphase war dann allerdings schon im Achtelfinale gegen Katar Endstation.

Tom Kühner: Usain Bolts Abschied von der Weltbühne. Die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London sollten die letzten Usain-Bolt-Festspiele werden. Doch es kam ganz anders: Über seine Paradedisziplin 100 Meter musste sich der Jamaikaner seinem schärfsten Konkurrenten Justin Gaitlin geschlagen geben und die 4x100-Meter-Staffel war nach einem Krampf auf der Zielgeraden vorzeitig beendet. Es war Bolt nicht zu wünschen, dass seine große Karriere so enttäuschend endete.

Florian Pütz: Mit großen Ambitionen startete die deutsche Handball-Nationalmannschaft zu Beginn des Jahres als amtierender Europameister bei der Weltmeisterschaft in Frankreich. In der Vorrunde lief alles blendend, die Mannschaft von Trainer Dagur Sigurdsson holte in ihrer Gruppe C den Sieg und traf im Achtelfinale auf Katar. Doch gegen die zusammengekaufte Mannschaft aus dem Zwergenstaat verlor das deutsche Team mit 20:21. Diese Pleite, das WM-Aus und der anschließende Abgang von Sigurdsson waren nach dem tollen Jahr 2016 ernüchternd und enttäuschend.

Henrik Kuhl: Die Bundesliga. Das Abschneiden in Europa zeigt, dass das deutsche Oberhaus nicht mit den beiden Top-Ligen, der Premier League und der spanischen Primera División mithalten kann. Während aus Deutschland einzig die Bayern im Achtelfinale der Champions League stehen, qualifizieren sich alle fünf Teams aus England für die Runde der letzten 16, aus Spanien sind noch drei von vier Vertretern im Rennen. Selbst die eigentlich längst abgehängt geglaubte Serie A hat mit Juventus und der Roma noch zwei Kandidaten dabei. Aktuell rauscht Italien in der 5-Jahres-Wertung mit Karacho an Deutschland vorbei und steht auf Rang drei. In der Europa League schaffte es keins der drei deutschen Teams, sich für die nächste Runde zu qualifizieren - ein Armutszeugnis.

Marc Affeldt: Das deutsche Davis-Cup-Team. Mit den Zverev-Brüdern, Philipp Kohlschreiber und einer mächtigen Portion Aufbruchstimmung im Gepäck trat der DTB im Februar zu seiner Erstrundenpartie gegen komplett ersatzgeschwächte Belgier an - und verlor sang- und klanglos mit 1:4. Kleiner Trostpreis: Belgien erreichte unerwartet das Finale, eine B-Truppe sicherte dem DTB den Klassenerhalt. Über die Absagenflut der Topspieler vor dem wichtigen Relegationsduell will ich mich hier besser nicht auslassen. 

Nils Marlow: Schon früh im Jahr 2017 gab es eine der größten Enttäuschungen des Jahres zu sehen, als die deutsche Handball-Nationalmannschaft als Europameister und Mitfavorit bei der WM in Frankreich bereits im Achtelfinale die Segel streichen musste und das zum wiederholten Male gegen den Katar. Mit viel Euphorie ins Turnier gestartet, scheiterte die DHB-Auswahl dann doch an den eigenen Nerven. Ähnlich enttäuschend war auch das Abschneiden der Frauen bei der WM Ende diesen Jahres, als die DHB-Damen im Achtelfinale gegen Dänemark ausschieden und ihrem Status als Mitfavoritinnen nicht gerecht wurden.

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