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Ü40-Fraktion will bei Olympia nochmal angreifen

20.12.2017 13:01
Claudia Pechstein bestreitet ihre siebten Olympischen Spiele
© getty, Dean Mouhtaropoulos
Claudia Pechstein bestreitet ihre siebten Olympischen Spiele

Zu den Olympischen Winterspielen reist eine kleine, aber dennoch hoch motivierte Ü40-Truppe. Dazu zählt auch die deutsche Eisschnellläuferin Claudia Pechstein.

Mit fast 46 Jahren soll für Pechstein der Traum einer weiteren Olympia-Medaille in Erfüllung gehen. Es wäre seit 1992 schon das zehnte Edelmetall für die Eisschnellläuferin aus Berlin. Bei den Winterspielen in Südkorea soll dieser Coup sechs Tage vor ihrem Geburtstag gelingen.

Die deutsche Rekord-Olympionikin bei Winterspielen - mit fünfmal Gold, zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen - will bei ihren siebten Spielen noch einmal aufs Siegerpodest. Sie geht auf ihrer Lieblingsstrecke, den 5000 Metern, an den Start. "Otto Rehhagel hat mal gesagt: Es gibt keine jungen oder alten Spieler - sondern nur gute oder schlechte", zitierte sie den einstigen Fußball-Erfolgscoach.

"Wenn ich schneller bin als die Jüngeren, ist das total cool. Ich gehe in jedes Rennen mit dem Bewusstsein, dass mein letzter Sieg, meine letzte Treppchen-Platzierung bereits hinter mir liegen könnten", erzählte Pechstein. Mit zwei überraschenden Erfolgen hat sie die Weltelite im olympischen Winter schon verblüfft - nette Grüße an die zum Teil 25 Jahre jüngeren Konkurrentinnen.

2018 noch nicht Schluss?

"Ich bin stolz, dass ich zum siebten Mal zu Olympia fahre", sagte Pechstein und fügte schmunzelnd hinzu: "Vielleicht strebe ich danach meine achten Spiele an." Das wäre 2022 in Peking - und Pechstein dann fast 50.

Nicht nur Dauerläuferin Pechstein gehört zu der Gruppe, die es den jungen Athleten in Fernost noch einmal zeigen will. Der "Kannibale", wie Biathlet Ole Einar Björndalen wegen seines unstillbaren Erfolgshungers genannt wird, wird zwei Wochen vor den Spielen 44 Jahre alt.

"Vielleicht bin ich ein bisschen verrückt", sagte der Norweger. "Aber auch wenn ich seit vielen Jahren hart trainiere, habe ich noch Freude. Warum sollte ich da aufhören?" Beim Sieg der Norweger in Hochfilzen empfahl sich der erfolgreichste Skijäger der Biathlon-Geschichte zumindest für die Staffel.

Zwei Skispringer in den Ü40

Japans Skisprung-Legende Noriaki Kasai stürzt sich mit 45 immer noch von den Schanzen. Der "Skisprung-Opa" gab sein Debüt 1988, damals stand die Berliner Mauer noch. Mit 45 Jahren ist der Japaner immer noch auf Tour. "Das Geheimnis steckt in mir drin, in meinem Körper", schilderte er.

Mit über 40 gewann er 2014 bei Olympia noch Silber im Einzel und Bronze mit dem Team, 2015 gab es WM-Bronze im Mixed. Kasai ist mit 42 Jahren und 176 Tagen nicht nur der älteste Skisprung-Weltcupsieger der Historie, sondern auch der älteste Olympia-Medaillengewinner in seiner Sportart.

Der Finne Janne Ahonen, Rekordsieger der Vierschanzentournee, kam schon einmal aus dem Sportler-Ruhestand zurück und will auch mit 40 noch nicht in die Rente. Doch seine besten Zeiten sind wohl vorbei: Derzeit schafft es Ahonen im Weltcup nicht einmal mehr unter die besten 30 im Finaldurchgang.

Auch Eishockey-Profi Jaromir Jagr ist immer noch nicht müde. Der Altstar heuerte im Herbst noch einmal bei den Calgary Flames an. Am 15. Februar wird der tschechische Volksheld 46 Jahre alt. Bei den Winterspielen in Pyeongchang werden NHL-Profis zwar fehlen, aber Olympia 2022 in Peking hat Jagr offenbar noch nicht abgeschrieben. "Vielleicht spiele ich noch mit 50", sagt er. "Weil ich es liebe."

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