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Rampenlicht: Gladbach-Flop vor Meilenstein

19.12.2017 15:20
Luuk de Jong findet zu alter Stärke zurück
© getty, Dean Mouhtaropoulos
Luuk de Jong findet zu alter Stärke zurück

Viele bekannte Gesichter spielen weitgehend unbeachtet von der deutschen Presse im Ausland. Heute blickt sport.de unter anderem auf den ehemaligen Gladbach-Stürmer, der bei der Borussia scheiterte und heute wieder in Holland knipst.

Mit einem souveränen 3:0-Sieg gegen ADO Den Haag hat die PSV Eindhoven ihre Titelambitionen in der niederländischen Eredivisie eindrucksvoll unterstrichen. Dabei erzielte der ehemalige Bundesliga-Profi Luuk de Jong einen Blitz-Doppelpack.

In den ersten sieben Minuten war der Mittelstürmer gleich zwei Mal zur Stelle und brachte sein Team auf die Siegerstraße. Per Volley aus acht Metern schoss der Ex-Gladbacher die PSV in Front.

Nur zwei Minuten später gelang dem 27-Jährigen ein kurioser Treffer. ADO-Verteidiger Nick Kuipers wollte den Ball im eigenen Strafraum klären. In der Schussbahn stand allerdings de Jong, von dessen Schienbein die Kugel unhaltbar im langen Eck landete.

"Ich bin froh, dass ich dem Team wieder helfen konnte. Als Stürmer ist es immer schön, wieder Tore zu schießen", sagte de Jong hinterher gegenüber dem niederländischen Portal "ED". Bei seinen 13 vorherigen Einsätzen hatte der Angreifer nur zwei Mal getroffen.

Trotz der Startschwierigkeiten liest sich die Gesamtstatistik des Torjägers eindrucksvoll. In seinem 200. Eredivisie-Spiel erzielte das Oranje-Ass seine Treffer 98 und 99. Mit seinem nächsten Treffer erreicht de Jong den 100er-Klub. Das schafften vor ihm nur 15 andere Spieler.

Enttäuschung in Deutschland

Von einer solchen Torquote war der Niederländer während seiner Zeit in Deutschland meilenweit entfernt. 2012 wechselte er für 12 Millionen Euro zur Borussia, konnte die hohe Ablösesumme aber nie rechtfertigen.

Nach eineinhalb enttäuschenden Jahren zog es den 1,88-Meter-Mann auf Leihbasis zum englischen Verein Newcastle United. Ein halbes Jahr später holte ihn Eindhoven zurück in die Heimat.

Dort fand er schnell wieder zu alter Form zurück und wurde in seinem zweiten Jahr Torschützenkönig. Auch wenn de Jongs Tor-Motor in dieser Saison noch etwas ruckelig läuft, ist die PSV auf einem guten Weg zur 24. Meisterschaft. Einen Spieltag vor der Winterpause beträgt der Vorsprung auf die Verfolger fünf Punkte.

Vom Häftling zum Aufstiegswunder

2012, als de Jong in die Bundesliga wechselte, saß Süleyman Koc noch im Gefängnis. Der Offensivspieler verbüßte eine Haftstrafe wegen Raubüberfällen auf Spielcasinos.

Wegen guter Sozialprognose erhielt der Rechtsaußen täglichen Freigang - und kämpfte sich von der Regionalliga bis ins deutsche Oberhaus. Im Januar 2014 wechselte der Deutsch-Türke zum damaligen Zweitligisten SC Paderborn. Die Ostwestfalen schafften mit ihrem Aufstieg in die Bundesliga im selben Jahr ein kleines Fußball-Wunder.

Im Oberhaus gehörte der Offensivspieler zu den Leistungsträgern. Nachdem der SCP in die 3. Liga durchgereicht wurde, verließ er den Klub in Richtung Türkei. Koc unterschrieb bei Çaykur Rizespor – und stieg auch dort ab. Es war der vierte sportliche Abstieg seiner Karriere.

Jetzt soll die Rückkehr in die SüperLig gelingen. Nach dem deutlichen Sieg gegen den direkten Konkurrenten Ümraniyespor steht Rizespor nur noch einen Punkt hinter den direkten Aufstiegsplätzen. Koc traf zum 4:0-Endstand und schoss damit schon sein sechstes Saisontor.

1860-Flop schnürt in Polen einen Dreierpack

Ebenso weit oben im Klassement steht Christian Gytkjaer mit seinem polnischen Verein Lech Posen. In der Ekstraklasa schlugen die Weiß-Blauen Termalica Bruk-Bet Nieciecza mit 3:1.

Gytkjaer sorgte im Alleingang für den Sieg. Schon in der ersten Halbzeit brachte er sein Team mit einem Doppelschlag in Führung. Zehn Minuten vor Schluss traf der Mittelstürmer zum Endstand.

Der Topscorer freute sich über seine Tore: "Es war ein wichtiges Spiel für mich und das ganze Team. Ich hoffe, dass es nicht mein letzter Dreierpack für Lech war." Durch die drei Punkte überwintert Posen auf dem zweiten Tabellenplatz nur zwei Punkte hinter Legia Warschau.

Gytkjaer schoss alleine in diesem Spiel mehr Tore als während seiner gesamten Zeit in Deutschland. Während seines halbjährigen Gastspiels bei 1860 München gelangen dem 27-Jährigen lediglich zwei Treffer. Am Ende der Saison stieg er mit den Löwen ab.

Den Angreifer, der davor schon bei sechs verschiedenen Vereinen in Dänemark und Norwegen kickte, zog es in der Folge weiter nach Polen. Dort stellt er seine Qualitäten als Torjäger wieder unter Beweis.

Tom Kühner

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