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Seahawks erleben Heimdebakel gegen Rams

18.12.2017 08:48
Todd Gurley (r.) war der Mann des Abends
© getty, Steve Dykes
Todd Gurley (r.) war der Mann des Abends

Mit steilen Schritten marschiert die NFL in Richtung Playoffs, nur noch drei Spieltage sind zu absolvieren. Einige Teams spielen nur noch für die Fans, wieder andere bangen um die Teilnahme - und die Seattle Seahawks? Die kamen unter die Räder.

Die Legion of Boom gegen eine der besten Offensiven der Liga - so lautete die Ausgangslage vor Spielbeginn. Relativ schnell mussten die Anhänger der Seattle Seahawks allerdings feststellen, dass ihre berühmte Defensive nur noch ein Schatten ihrer selbst ist. Die Verletzungen von Richard Sherman und Kam Chancellor rissen ein tiefes Loch in die einst so starke Verteidigung.

So wurden die Fans im heimischen Century Link Field auf eine 60-minütige Geduldsprobe gestellt. Der Gegner, die Los Angeles Rams, kamen von einer noch recht frischen 35:43-Pleite gegen die Philadelphia Eagles. Davon war dem Kollektiv aus L.A. allerdings wenig anzumerken. Quarterback Jared Goff legte von Beginn an ein Tempo vor, welches Seattle nicht im Ansatz mitgehen konnte.

Mann des Abends: Todd Gurley

Begnügten sich die Gäste im ersten Viertel noch mit zwei Field Goals und nur einem Touchdown (13:0-Führung), so wurden sie im zweiten Spielabschnitt noch einmal aggressiver. Gerade Running Back Todd Gurley machte dabei ein Wahnsinns-Spiel. Der 23-Jährige, der noch im Hinspiel schwache 43 Yards produziert hatte, bugsierte das ovale Spielgerät viermal in die Endzone. Letztlich verbuchte die Nummer 30 satte 180 Yards Raumgewinn.

Zum Vergleich: Seattles gesamte Offensive musste sich mit 149 Yards begnügen. Schon Mitte des zweiten Viertels war die Begegnung entschieden. Ein Gurley-Touchdown und eine Reception von Robert Woods in der Endzone bauten die Führung auf 27:0 aus. 28 Sekunden vor dem Pausentee war es dann abermals Todd Gurley, der die mitgereisten Rams-Fans jubeln ließ und weitere sieben Punkte auf die Anzeigetafel schaufelte.

Ergebniskosmetik im vierten Viertel

Lediglich einmal lagen die Seahawks unter Head Coach Pete Carrol bereits zur Pause mit 0:34 zurück. Damals (2010) hörte wenigstens die Defense in der Halbzeit aufmerksam zu: Das Spiel gegen die Giants verlor man damals mit 0:35. Dieses Mal allerdings zeigte die Pausenansprache bei der Verteidigung keinerlei Wirkung.

Stattdessen fand wohl Rams-Head-Coach Sean McVay die richtigen Worte. Gurley erlief seinen vierten Touchdown und schraubte die Führung auf 40:0 hoch. Im Gegenzug gelang den Seahawks um Spielmacher Russell Wilson, der übrigens traurige sieben Mal gesackt wurde, immerhin ein bisschen Ergebniskosmetik. Nach sechs Plays über 49 Yards fand Wilson seinen Empfänger Luke Wilson zum Ehren-Touchdown.

Baldwinn: "Lasst es brennen"

Vorüber war die Partie für 29-Jährigen QB allerdings nicht. Stattdessen setzte es im letzten Spielabschnitt noch einen Safety. Dabei wurde Wilson in die eigene Endzone gedrängt, was in zwei Punkten für die Rams resultierte. Endstand: 42:7. Übrigens die höchste Heimniederlage von Carroll als Seattle-Mitarbeiter. 

Receiver Doug Baldwinn gab nach dem Spiel unumwunden zu: "Das war ein beschämendes Spiel. Das ist nicht unsere Art und Weise Football zu spielen." An seine Teammates gerichtet, empfahl er das aktuelle Gefühl nicht zu vergessen: "Lasst es brennen, behaltet das Gefühl im Gedächtnis. Wir dürfen diese Niederlage nicht vergessen sonst ist sie vergeblich."

Alle Ergebnisse im Überblick:

Indianapolis Colts 13:25 Denver Broncos

Detroit Lions 20:10 Chicago Bears

Kansas City Chiefs 30:13 Los Angeles Chargers

Jacksonville Jaguars 45:7 Houston Texans

Cleveland Browns 10:27 Baltimore Ravens

Carolina Panthers 31:24 Green Bay Packers

Buffalo Bills 24:16 Miami Dolphins

Minnesota Vikings 34:7 Cincinnati Bengals

Washington Redskins 20:15 Arizona Cardinals

New York Giants 29:34 Philadelphia Eagles

New Orleans Saints 31:19 New York Jets

Seattle Seahawks 7:42 Los Angeles Rams

San Francisco 49ers 25:23 Tennessee Titans

Pittsburgh Steelers 24:27 New England Patriots

Oakland Raiders 17:20 Dallas Cowboys

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