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"Zu blöd": DSV-Adler verpassen Podest in Wisla

18.11.2017 17:57
Die deutschen Ski-Adler verpassen beim Weltcup-Auftakt das Podest
Die deutschen Ski-Adler verpassen beim Weltcup-Auftakt das Podest

Ein Traumflug von Richard Freitag war nicht genug: Die deutschen Skispringer sind ohne den erhofften Podestplatz in den Olympiawinter gestartet.

Andreas Wellinger, Markus Eisenbichler, der starke Freitag und Stephan Leyhe mussten sich beim Teamspringen in Wisla mit 990,0 Punkten und Rang vier begnügen. Der Sieg ging überlegen an Vizeweltmeister Norwegen (1023,8) vor den punktgleichen Teams aus Polen und Österreich (je 1006,5).

"Das war heute von Anfang an verkorkst", sagte Bundestrainer Werner Schuster im "ZDF" angesichts des verpatzten Auftaktsprungs, als Eisenbichler nach der wackligen Landung in den Schnee griff und deutliche Abzüge bekam. "Diese zehn Punkte haben uns immer gefehlt, leider haben wir das nicht mehr aufgeholt. Wir hatten natürlich gehofft, hier um den Sieg oder zumindest das Podest zu springen", sagte Schuster.

>> Zu den Ergebnissen vom Teamspringen in Wisla

Auch Eisenbichler haderte mit seinem frühen Fauxpas. "Schon der Absprung war verhunzt. Das mit der Landung nervt mich, ich wollte jeden Meter rausschinden. Da war ich selber zu blöd", sagte der 26-Jährige. Nach dem Fehlstart lag das deutsche Quartett nur auf dem fünften Rang. Im zweiten Durchgang brachte Freitags Traumflug auf 130,5 m das DSV-Team, das ohne den verletzten Ex-Weltmeister Severin Freund antreten musste, zwischenzeitlich auf Rang drei. Im Kampf um das Podest zog aber Österreich mit dem starken Doppelweltmeister Stefan Kraft noch vorbei.

Schusters Fazit war dann auch durchwachsen. "Richard Freitag hat einen guten Wettkampf gemacht, Leyhe leider nicht. Andi Wellinger hat sich gesteigert", sagte der Bundestrainer. Freitag gelang gleichauf mit Japans Altmeister Noriaki Kasai (45) sogar der weiteste Satz des gesamten Tages, für den Einzelwettkampf am Sonntag gilt der Sachse als heißes Eisen.

>> Der sport.de-Liveticker vom Weltcupauftakt in Polen zum Nachlesen

Auch Wellinger überzeugte mit Flügen auf 124,0 und 124,5 m. Leyhe, am Freitag noch Zweiter der Qualifikation, kam dagegen nur auf 121,0 und 122,0 m. "Man durfte sich heute keine Fehler erlauben. Aber wir haben zwei, drei gemacht. Darum stehen wir neben dem Podest", sagte Vizeweltmeister Wellinger. Einen starken Eindruck hinterließ neben Kraft (125,0 und 130,0 m) überraschend auch der schon am Freitag überzeugende Japaner Junshiro Kobayashi, der auf 127,5 und 125,5 m segelte.

Eisiger Hang sorgt für Probleme

Eine Schrecksekunde gab es bei einem Sturz von Denis Kornilov. Der Russe verlor nach der Landung das Gleichgewicht, blieb lange liegen, konnte die Anlage aber auf eigenen Füßen verlassen. Der eisige Hang hatte bereits am Freitag für Probleme gesorgt, als der Tscheche Vojtěch Štursa gestürzt war. "Ich weiß, dass es nicht einfach ist, einen Wettkampf bei 15 Grad auszutragen - aber es ist auch Unsinn, das überhaupt zu tun. Am erster Stelle sollte die Sicherheit stehen und nicht das Geld", schrieb Štursa anschließend auf seiner Facebook-Seite.

Den letzten Sprung seiner Karriere absolvierte der ehemalige Vierschanzentournee-Gewinner Jakub Janda. Der 39-Jährige belegte mit Tschechien nur den zehnten Rang und verpasste den zweiten Durchgang. Für Janda beginnt am Montag seine zweite Karriere als Politiker der Demokratischen Bürgerpartei (ODS) im tschechischen Parlament, für den Einzelwettkampf am Sonntag hatte er sich nicht qualifiziert.

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Wisla 2017/2018

1NorwegenNorwegen1023.80
2ÖsterreichÖsterreich1006.50
2PolenPolen1006.50
4DeutschlandDeutschland990.00
5JapanJapan983.60
6SlowenienSlowenien931.40
7SchweizSchweiz853.00
8RusslandOAR802.90
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