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DSV-Adler wollen Favoriten ärgern: "Können mithalten"

15.11.2017 13:18
Werner Schuster ist vor dem Saisonstart zuversichtlich
© getty, Dennis Grombkowski
Werner Schuster ist vor dem Saisonstart zuversichtlich

Andreas Wellinger als neue Nummer eins, Markus Eisenbichler als Edeljoker: Auch ohne Severin Freund wollen die deutschen Skispringer ab Freitag den großen Favoriten Stefan Kraft jagen.

Beim Schafkopf war Andreas Wellinger schon immer die Nummer eins im deutschen Skisprung-Team. Der Bayer sei am Kartentisch "ein ganz schlauer Fuchs", sagt Severin Freund über den sieben Jahre jüngeren Wellinger, der künftig auch auf der Schanze das Sagen hat.

Denn während Ex-Weltmeister Freund die am Wochenende beginnende Olympiasaison komplett verpasst, führt Wellinger die DSV-Adler erstmals als unangefochtener Vorflieger in den Winter - und das mit nur 22 Jahren.

"Andi hat das drauf. Er hat sich persönlich und körperlich noch einmal entwickelt", sagt Bundestrainer Werner Schuster über den doppelten Vizeweltmeister aus Ruhpolding. Die Hoffnung ist groß, dass Freunds verlorenes Jahr der große Winter des Andreas Wellinger werden könnte. Und nicht nur das. Weil auch Markus Eisenbichler zuletzt gefestigt und Richard Freitag immer für eine Überraschung gut war, ist die Stimmung vor dem Weltcup-Auftakt im polnischen Wisla bestens.

Wellinger gibt sich selbstbewusst

"Auch ohne Severin haben wir eine richtig starke Mannschaft. Wir können mit den Besten mithalten", sagt Schuster vor dem ersten Kräftemessen der Saison, das am Freitag (18:00 Uhr) mit der Qualifikation beginnt. Schuster setzt vor allem auf Wellinger, der im vergangenen Winter nach der Vierschanzentournee so richtig durchstartete, Dauergast auf dem Podest war und bei der WM in Lahti zweimal Silber holte.

Wellinger hat durch die Höhenflüge Blut geleckt, in der neuen Saison will er Topfavorit Stefan Kraft  vom ersten Tag an jagen. "Ich will nicht erst ab Mitte Januar auf hohem Niveau springen, sondern von November bis Ende März", sagt der Wisla-Sieger von 2014. Läuft alles nach Plan, kämpft Wellinger auch bei der Tournee um den ersten deutschen Gesamtsieg seit Sven Hannawalds legendärem Grand Slam 2001/2002 - und anschließend bei Olympia sowie der Skiflug-WM in Oberstdorf um die Medaillen.

Eisenbichler: "Fühle mich gut"

Außer auf Wellinger ruhen die deutschen Hoffnungen vor allem auf Markus Eisenbichler. Der 26-Jährige landete vergangene Saison dreimal auf dem Weltcup-Podest und krönte die stärkste Saison seiner Laufbahn mit WM-Bronze von der Normalschanze. "Aktuell fühle ich mich gut, auch wenn meine Sprünge noch nicht so konstant kommen, wie ich mir das wünschen würde. Ich werde jetzt von Sprung zu Sprung versuchen, meine optimale Form zu finden", sagt Eisenbichler bescheiden.

Ein Fragezeichen steht noch hinter Richard Freitag. Der Sachse, der vor wenigen Jahren neben Severin Freund als größtes Versprechen des deutschen Skispringens galt, verschwand zuletzt ein wenig im Hintergrund. "Wir werden weiterhin alles tun, um ihm zum absoluten Durchbruch zu verhelfen", sagt Schuster. Freitag gab an, "zuversichtlich nach Polen" zu reisen.

Und Freund selbst? Während seine Kollegen ab Freitag wieder von den Schanzen dieser Welt fliegen, arbeitet der Ex-Weltmeister an seinem Comeback. An ein Karriereende will der 29-Jährige auch nach zwei Kreuzbandrissen nicht denken. "Ich kann auf jeden Fall auf das Niveau kommen, dass ich wieder konkurrenzfähig werde", sagt Freund über sein verlorenes Jahr.

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