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Kurioses Herzschlag-Finale gegen Damon Hill

Als sich Schumi zum ersten WM-Titel crashte

13.11.2020 12:51
Michael Schumacher feiert seinen ersten Titelgewinn im Jahr 1994
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Michael Schumacher feiert seinen ersten Titelgewinn im Jahr 1994

Mit sieben Titeln ist Michael Schumacher der erfolgreichste Fahrer der Formel-1-Geschichte. Der Weg zu seiner ersten Weltmeisterschaft im Jahr 1994 war einer der steinigsten. Am Ende fiel die Entscheidung auf kuriose Art und Weise.

Acht aufreibende, emotionale und teils tragische Monate sowie 15 intensive Rennen lagen am 13. November 1994 hinter den Formel-1-Piloten, die sich auf den letzten Start des Jahres vorbereiteten. In Adelaide gipfelte die gesamte Saison in einem echten Showdown zwischen den beiden besten Fahrern des Jahres.

Auf der einen Seite stand der Brite Damon Hill. Der Williams-Pilot kam mit viel Rückenwind und vier Siegen aus den vorherigen fünf Rennen nach Australien. Den Rückstand auf den WM-Führenden Michael Schumacher hatte Hill vor dem letzten Rennen auf 91:92 verkürzt.

Schumacher hatte sich auf der anderen Seite pünktlich zum Saisonfinale gefangen. Nach "Nullern" in Belgien, Italien und Portugal siegte der damals 25-Jährige beim Großen Preis von Europa und holte in Japan Platz zwei.

Pure Freude bei Michael Schumacher 

Die Rechnung vor dem finalen Rennen war zumindest aus Schumachers Sicht einfach: Er muss vor Damon Hill ins Ziel kommen, um den Titel zu holen. Im Qualifying erfüllte der Benetton-Pilot seine Pflicht. Die Pole Position ging zwar an Nigel Mansell, als Zweiter stand Schumacher aber vor seinem großen Widersacher, der als Dritter ins Rennen startete.

Was sich schließlich am Sonntag auf dem Adelaide Street Circuit abspielte, sollte letztlich als eine der dramatischsten Entscheidungen aller Zeiten in die WM-Geschichte eingehen. 

"Ich wusste ja nicht, was mit Damon passiert war"

Als Schumacher später auf die entscheidende Situation und den Crash mit Damon Hill angesprochen wurde, schilderte er seine Gefühlswelt wie folgt: "Ich wusste ja nicht, was mit Damon passiert war, ich wusste aber natürlich, dass wir beide viel Vorsprung auf die Viert- Fünft- und Sechstplatzierten hatten, dass es also für Damon kein Problem sein sollte, diesen einen Punkt Vorsprung, den ich hatte, aufzuholen."

Erst als ihn ein Streckenposten darüber informierte, dass auch Damon Hill das Rennen aufgegeben hatte, löste sich die Ratlosigkeit des Deutschen in pure Freude auf.

Es war der Auftakt in eine Ära, wie sie die Formel 1 noch nicht gesehen hatte. Der Deutsche sollte sich im Laufe der Jahre noch sechs weitere WM-Titel sichern - bis heute eine unerreichte Marke. Das Rennen in Adelaide 1994 ist dabei nur ein Kapitel von vielen. Wenn auch eines der kuriosesten Sorte.

Christian Schenzel

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