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Öl im Benzin: McLaren fordert Regelverschärfung

07.10.2017 16:50
McLaren und der künftige Partner Renault wollen Tricksereien unterbinden
McLaren und der künftige Partner Renault wollen Tricksereien unterbinden

Die McLaren-Mannschaft fordert von der FIA eine weitere Verschärfung der Formel-1-Regeln für die Saison 2018, die das Verbrennen von Motoren- und anderen Ölen zum Zweck einer Leistungssteigerung unterbinden sollen.

"Die Einschränkungen könnten noch etwas schärfer ausfallen als geplant", wünscht sich Rennleiter Eric Boullier, dessen Truppe im kommenden Jahr auf Renault-Aggregate setzen wird - also auf einen Hersteller, der nie im Verdacht gestanden hat, zu tricksen.

Dass derzeit Schindluder getrieben wird, steht für den Franzosen außer Frage: "Ölverbrennung wird offensichtlich zur Leistungssteigerung genutzt. Das ist kein Geheimnis", findet Boullier deutliche Worte und mokiert sich über die Sinnlosigkeit der technischen Finesse: "Ein normaler Motor - ob im Straßenverkehr oder auf der Rennstrecke - verbrennt normalerweise kein Öl", schüttelt er den Kopf und moniert außerdem das Imageproblem: "Es ist auch nicht besonders umweltfreundlich."

Wolff: "Es gibt keine Schlupflöcher"

Auch McLarens scheidender Antriebspartner Honda, befürchtet, dass sich die Konkurrenz - namentlich die in das Visier der Kritiker geratene Ferrari-Mannschaft - weiter in Grauzonen bewegen würde: "In diesem Wettbewerb tüftelt ständig jemand etwas Neues aus", weiß Yusuke Hasegawa.

Mercedes-Sportchef Toto Wolff glaubt hingegen, dass die FIA auf dem Papier schon vor einigen Monaten Nägel mit Köpfen gemacht hätte: "Seit Baku ist klar, dass es keine Ölverbrennung geben darf und wenn, dann ist der Verbrauch limitiert. Es gibt keine Schlupflöcher, um das zu decken. Die FIA sollte aber Stärke zeigen, indem sie durchsetzt, was sie für legal und für nicht-legal befindet." Es ginge vielmehr um die Durchsetzung der Regeln als um ihre Ausgestaltung, betont Wolff.

Permanente Kontrolle durch die FIA

Im Juli hatten die Offiziellen die Teams darüber informiert, dass noch in der Saison 2017 jeder neue Motor maximal 0,9 Liter Öl auf 100 Kilometern verbrennen dürfe. Zuvor waren es 1,2 Liter gewesen. Dieser Wert soll im kommenden Jahr auf 0,6 Liter gesenkt werden.

Bereits Anfang Mai hatten die Regelhüter hatten - trotz befundloser Kontrollen als Reaktion auf mutmaßliche Anschuldigungen des Red-Bull-Teams - reagiert und sich in der Formel-1-Kommission auf novellierte Bestimmung für die Saison 2018 verständigt. Dazu zählt, dass die FIA während der Grand-Prix-Wochenenden immer über den Ölstand in einem Fahrzeug informiert werden muss.

Kein spezielles Qualifying-Öl gestattet

Eine Stunde vor Rennstart besteht dazu Auskunftspflicht über die Füllmenge zusätzlicher Öltanks, in die nur die gleiche Sorte eingefüllt werden darf wie in den Haupttank. Übermäßiger und unregelmäßiger Verbrauch wären Indizien einer regelwidrigen Verwendung. Dazu werden aktive Stellventile zwischen jedem Teil des Antriebsstrangs und dem Motor-Ansaugsystem verboten, um zu verhindern, dass überschüssiges Öl abgezweigt für eine Leistungssteigerung verwendet wird.

Mit der Bestimmung, dass es sich von Freitag bis Sonntag um die identische Öl-Spezifikation in einem Auto handeln muss, wird unterbunden, dass ein Zulieferer ein spezielles Qualifying-Öl entwickelt. Es wäre teuer und könnte zu Leistungsunterschieden führen, die schwer vermittelbar wären.

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