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Tops & Flops: Max trumpft auf, Seb schmiert ab

02.10.2017 11:29
Max Verstappen hat seine lange Durststrecke in Malaysia beendet
Max Verstappen hat seine lange Durststrecke in Malaysia beendet

Ein Trauerspiel in Rot und Gelb, ein Festtag für Oranje: Der Große Preis von Malaysia bot bei seiner letzten Ausgabe vor allem dank Sebastian Vettels Aufholjagd viel Spannung. Grund zur Freude gab es für Ferrari trotzdem nicht. Die Gewinner und Verlierer des Wochenendes:

Die Gewinner des Wochenendes:

Max Verstappen. 504 quälend lange Tage musste Max Verstappen bis zu seinem zweiten Rennsieg in der Formel 1 warten. In Malaysia hatte das Warten endlich ein Ende. Drei Runden lang jagte er Lewis Hamilton vor sich her, zu Beginn der vierten Runde schnappte sich der Youngster den dreifachen Weltmeister mit einem konsequenten Manöver. Von diesem Moment an zeigte der Niederländer, warum er als das größte Talent der Königsklasse gilt.

Verstappen baute seinen Vorsprung innerhalb von zehn Runden auf sieben Sekunden aus, leistete sich nicht den kleinsten Fehler und cruiste in der "Sauna von Sepang" zu seinem ersten Saisonsieg. Nach sieben (!) Ausfällen in den ersten 14 Rennen belohnte sich "Mad Max" nach drei Horror-Rennen in Folge (Ausfall - 10. - Ausfall) mit dem Sprung auf das oberste Treppchen. Ganz nebenbei meldete der 20-Jährige abermals ernsthafte Ansprüche auf den Nummers-Eins-Status im Team an.

Stoffel Vandoorne. Bis vor wenigen Wochen blieb der Belgier seine Daseinsberechtigung bei McLaren regelmäßig schuldig. Im Schatten von Fernando Alonso ging Vandoorne Rennen für Rennen unter. In Malaysia zeigte der 25-Jährige mit seinem zweiten siebten Platz in Folge, dass er womöglich doch eine Zukunft in der Königsklasse hat. "Das war definitiv mein bestes Rennen in der Formel 1", freute sich der Rookie anschließend.

Ein fantastischer Start spülte Vandoorne nach einem glänzenden Qualifying (P7) bis auf Platz fünf nach vorne. In seinem unterlegenen Boliden bestach er in seinem zweiten Stint über 42 Runden mit hervorragendem Reifen-Management. Den Titel "Best of the rest" verpasste der Belgier am Ende nur um einen Rang. Das i-Tüpfelchen: In der WM-Wertung zog er gar an Doppel-Weltmeister Alonso vorbei.

Pierre Gasly. In seinem ersten Rennen als Formel-1-Pilot hatte Gasly gleich mit mehreren Problemen zu kämpfen. Neben einem lockeren Sitz machte ihm auch noch ein defekter Trinkschlauch zu schaffen. Trotzdem brachte er seinen Boliden nahezu fehlerlos auf Platz 14 ins Ziel. Dass er nicht jedes Manöver mit letzter Konsequenz fuhr, kann man ihm nicht ankreiden.

Bemerkenswert war vor allem Gaslys Auftritt im Qualifying, in dem er nur 0,156 Sekunden langsamer als Carlos Sainz war. Viel besser hätte der degradierte Daniil Kvyat die knifflige Aufgabe in Sepang auch nicht lösen können. 


Die Verlierer des Wochenendes:

Sebastian Vettel. Trotz maximaler Schadensbegrenzung geht der Heppenheimer als einer der Verlierer aus dem Wochenende. Der Ferrari war in Sepang das schnellste Auto - und das unzuverlässigste. Statt eines "sicheren" Sieges setzte es für die Scuderia einen üblen Wirkungstreffer. Vettel selbst ließ sich nichts zuschulden kommen. Seine Aufholjagd von Platz 20 hätte fast zum Sprung auf das Treppchen gereicht, wenn die Reifen am Ende nicht eingebrochen wären.

So hat sich sein Rückstand auf Lewis Hamilton von 28 auf 34 Punkte vergrößert. Bei fünf ausstehenden Rennen kann der Deutsche nur noch theoretisch aus eigener Kraft Weltmeister werden. Dafür wären jedoch fünf Siege notwendig, wenn Lewis Hamilton weiter konstant punktet. Allerdings hat Vettel von den letzten neun Rennen nur ein einziges gewonnen - der Trend ist in diesem Fall alles andere als sein Freund. Spätestens seit Sepang ist klar: Die Chancen auf einen Fünffach-Weltmeister Sebastian Vettel im Jahr 2017 sind rapide gesunken.

Nico Hülkenberg. Der "Hulk" schwächelt. Im Qualifying zeigte Hülkenberg zwar erneut seine Klasse (P8), doch im Rennen war beim Emmericher wieder einmal der Wurm drin. Nach Rang 13 in Italien und dem vorzeitigen Aus in Singapur reichte es auch in Malaysia nur zum 16. Platz. "Wir haben am gesamten Wochenende Probleme mit dem Auto gehabt. Die Balance und der Grip waren nicht wirklich da", monierte Hülkenberg nach dem Rennen

Das Unheil nahm für den Deutschen schon in der ersten Runde seinen Lauf. Von Platz acht ging es innerhalb weniger Kilometer bis auf Platz 13 zurück. Renault reagierte mit einem frühen Stopp (Runde 9), der wiederum dafür sorgte, dass die Nummer 27 fortan im Verkehr feststeckte. Spätestens als Hülkenberg fünf Runden vor Schluss noch mal an die Box kommen musste, war eines seiner schwächsten Rennwochenenden perfekt.

Felipe Massa. Dem brasilianischen Routinier geht auf der Zielgeraden seiner Karriere zusehends die Puste aus. Während Massa seinen Teamkollegen Lance Stroll zu Beginn der Saison noch nach Belieben dominierte, hat ihm der Youngster mittlerweile den Rang abgelaufen.

In Malaysia landete der Südamerikaner schon zum dritten Mal in Folge hinter seinem Teamkollegen. Auch in der WM-Wertung liegt Massa nur noch einen Zähler vor dem jungen Kanadier. Dass es einmal soweit kommen würde, hätte nach den ersten Rennen des Jahres wohl niemand gedacht.

Christian Schenzel

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