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BVB nach Zittersieg zwischen Jubel und Selbstkritik

30.09.2017 19:48
Borussia Dortmund feiert Zittersieg in Augsburg
© Peter Fastl/DeFodi.de
Borussia Dortmund feiert Zittersieg in Augsburg

Borussia Dortmund festigte mit dem 2:1 (2:1) beim FC Augsburg seine Tabellenführung. Trainer Peter Bosz hatte aber einiges auszusetzen. Besonders eine altbekannte Schwäche macht Sorgen.

Die Fans sangen bereits von der Meisterschaft, aber Borussia Dortmunds Coach Peter Bosz stellte seiner Mannschaft ein ganz miserables Zeugnis aus.

"Ich bin kein Sänger, ich bin Trainer. Und das war das schlechteste Spiel, seitdem ich hier bin", sagte der Niederländer unumwunden trotz des 2:1 (2:1) beim FC Augsburg. Aufgebracht war Bosz aber keineswegs, denn er wusste auch: "Normalerweise verlierst du solche Spiele."

Der BVB aber war erfolgreich, geht als Tabellenführer in die Ligapause bis Mitte Oktober und fühlte sich deshalb mit Blick auf das Titelrennen ziemlich gut gerüstet.

"Letzte Saison haben wir solche Spiele nie gewonnen", sagte Kapitän Sokratis. Heißt, Dortmund könnte, Dortmund will dem derzeit nach Stabilität suchenden FC Bayern diesmal ernsthaft die Stirn bieten. "Wir hoffen, nach jedem Spieltag Erster zu sein", ergänzte Sokratis.

BVB glaubt an die eigene Stärke

Selbst wenn es keine große Kampfansage an den Rekordmeister war, es zeugt vom gewachsenen Glauben an die eigene Stärke. Nach sechs zumeist überzeugenden Siegen in sieben Ligaspielen ist falsche Bescheidenheit auch nicht nötig. "Wir sind im Moment sehr gut aufgestellt", unterstrich Gonzalo Castro: "Aber das heißt noch lange nix."

Trainer Bosz sah das ganz ähnlich, und sich an den Münchnern zu orientieren, hält der 53-Jährige ohnehin für Zeitverschwendung.

"Ich gucke nicht jeden Tag auf die Tabelle, das bringt uns keine Punkte", sagte er. Bosz konzentriert sich auf die Problemfelder seines Teams, da sah er bei den mutigen Augsburgern genügend kritische Ansätze.

Kritik an und Verständnis für Aubameyang

Den Auftritt von Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang etwa, der im ersten Abschnitt nach einem Alleingang leichtfertig vergab und nach dem Wechsel den Ball bei einem Foulfmeter mit einem arroganten Lupfer in die Arme von FCA-Keeper Marwin Hitz bugsierte.

"Auba macht vielleicht zwei solche Spiele pro Jahr", sagte Bosz milde, der trotz einiger Fehlversuche an Aubameyang als Elfmeterschütze festhalten wird. "Auba hat uns schon so oft den Arsch gerettet", meinte auch Castro.

Länger dürfte Bosz beschäftigen, dass sein Team wie bei der Schlappe gegen Real Madrid (1:3) eine fahrige Leistung in der Defensive ablieferte, dass trotz - wie er fand - ausreichender Regeneration am Ende von vier englischen Wochen die Frische fehlte.

Der Coach hatte daher seine Zweifel, "dass wir das durchziehen können. Wir haben Glück gehabt".

Zorc lobt leidenschaftlichen Auftritt

Letztlich reichten aber das Absatztor von Andrey Yarmolenko (4.) und der geniale Lupfer von Shinji Kagawa (23.), weil den Schwaben nur der Treffer von Caiuby (11.) gelang.

Sportdirektor Michael Zorc lobte, dass der BVB in einer Phase, als spielerisch nichts mehr zusammenlief, zumindest leidenschaftlich um das Ergebnis kämpfte. "Die Mannschaft hat sich fast festgekrallt an den drei Punkten", urteilte er.

Augsburg kann viel Positives mitnehmen

Augsburg hätte nach einem couragierten Auftritt wenigstens einen dieser drei Zähler gerne genommen, "deshalb ärgern wir uns richtig", sagte Trainer Manuel Baum.

Wenn allerdings die Enttäuschung abnimmt, wird viel Positives zurückbleiben - so frustrierend die erste Niederlage seit dem Saisonauftakt beim Hamburger SV auch war: "In der zweiten Halbzeit haben wir gesehen, wie es auch gegen Spitzenteams geht."

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