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Spitzenreiter! Hannover ringt den HSV nieder

15.09.2017 22:25
Ihlas Bebou schoss das 2:0 für die 96er
Ihlas Bebou schoss das 2:0 für die 96er

Seltenes Glücksgefühl für die Fans von Hannover 96: Die Niedersachsen grüßen zum ersten Mal seit 48 Jahren von der Tabellenspitze der Bundesliga. Das Team von Trainer André Breitenreiter rang den Hamburger SV in einem umkämpften Freitagabendspiel mit 2:0 (0:0) nieder und schob sich zumindest vorübergehend vor die Schwergewichte der Branche. Die zuvor letzte Tabellenführung der 96er datierte vom 30. August 1969.

"Wir haben verdient gewonnen, ein Derby ist immer etwas anderes", sagte Hannovers Sportdirektor Horst Heldt nach der Partie bei "Eurosport": "Wir wissen, dass wir eine schwere Aufgabe vor uns haben, wir wollen die Klasse halten. Aber wir sind seit März ungeschlagen, das kommt nicht von ungefähr." Sein Hamburger Pendant Jens Todt meinte: "Uns hat heute einiges gefehlt, Hannover war bei den Gegentoren gedanklich schneller. Sicher ist einer der Gründe für die Niederlage, dass fünf Stammspieler gefehlt haben."

Martin Harnik traf kurz nach dem Seitenwechsel aus kurzer Distanz zur Führung der 96er (50.), es war bereits der dritte Saisontreffer des gebürtigen Hamburgers. Neuzugang Ihlas Bebou erhöhte nach einem Fehler von HSV-Torwart Christian Mathenia (82.) für den Aufsteiger. Die Niedersachsen sind damit auch nach 14 Pflichtspielen unter Breitenreiter ungeschlagen. Der HSV um Trainer Markus Gisdol musste nach einem starken Auftakt mit zwei Dreiern nun die zweite Niederlage in Folge verkraften.

Zunächst ohne Neuzugang Sejad Salihović, der nach Unterzeichnung eines Einjahresvertrag direkt auf der Bank Platz nahm, startete der HSV vor 49.000 Zuschauen in der ausverkauften Arena wild entschlossen in die Partie und attackierte den Aufsteiger schon am gegnerischen Sechzehner. Ein Freistoß von Lewis Holtby aus 18 Metern strich nur knapp rechts am Tor vorbei (4.). Auch nach der anschließenden Ecke wurde es für die Gastgeber gefährlich.

Hannover beißt sich rein

Die Hanseaten waren zunächst besser drin, obwohl sie ersatzgeschwächt nach Niedersachsen gereist waren. Auch Sturmspitze Bobby Wood hatte wegen Knieproblemen passen müssen, im Angriff erhielten Bakery Jatta und Sven Schipplock Gisdols Vertrauen.

Hannover hatte zunächst so seine Probleme mit den aggressiven Hamburgern. Die 96er, die kurzfristig auf Rekordtransfer Jonathas (Oberschenkelprobleme) und ab der 14. Minute auch auf Verteidiger Felipe verzichten mussten, kämpften sich mit zunehmender Spielzeit dann besser in die Partie. Vor dem Tor agierte Breitenreiters Elf aber harmlos. Marvin Bakalorz mit einem Schlenzer aus 20 Metern und Martin Harnik zielten zu ungenau (19., 24.).

96-Fans wettern gegen Kind

Während sich das Heimteam auf dem Rasen mühte, herrschte auf den Tribünen eine merkwürdige Stimmung. Immer wieder initiierten einige Anhänger in der Kurve Sprechchöre gegen Klub-Präsident Martin Kind, der bei 96 vor der Übernahme der Profiabteilung steht. Andere Fans quittierten dies mit einem Pfeifkonzert. Die Akteure auf dem Feld konnten die Stimmung bis zum Pausenpfiff nicht aufhellen, zu fehlerhaft agierten beide Teams.

Nach dem Treffer von Harnik war es in der Arena deutlich lauter, auch weil die Hausherren am Drücker blieben. Immer wieder beschwor der flinke Bebou Gefahr herauf, und der HSV wackelte wie beim Abschluss von Niclas Füllkrug bedenklich (53.). Gisdol reagierte und brachte Salihović, der bei seinem Debüt für Gefahr in der Schlussphase sorgen sollte.

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