Heute Live

Ali-Trophy mit Marco Huck soll Profiboxen retten

07.09.2017 11:04
Marco Huck trifft bei der Champions League des Boxens auf Oleksandr Usyk
© getty, Martin Rose
Marco Huck trifft bei der Champions League des Boxens auf Oleksandr Usyk

Die neue Muhammad-Ali-Trophy wird von Promoter Kalle Sauerland als "Champions League des Boxens" verkauft. Der Wettbewerb soll dem strauchelnden Profiboxen in Deutschland wieder auf die Beine helfen.

Champions League des Boxens, das größte Turnier aller Zeiten, Liga der Besten: Die Superlative für die Muhammad-Ali-Trophy im Profiboxen reißen nicht ab. Am Samstag erlebt die neue Serie mit Ex-Champion Marco Huck ihre Weltpremiere in Berlin. Der Hamburger Promoter Kalle Sauerland, Erfinder des Formats, will mit der Trophy das Preisboxen aus der Krise holen.

"Zum ersten Mal in der Geschichte des Boxsports werden die Besten gegen die Besten in mehreren Gewichtsklassen in einem Turnier antreten. Das gab es noch nie, weil es bislang kaum möglich war, solche Kämpfe zu organisieren", sagte Sauerland dem SID vor dem ersten Viertelfinale am Samstag in der Max-Schmeling-Halle zwischen dem Lokalmatadoren Marco Huck und dem ukrainischen Favoriten Oleksandr Usyk.

Weltmeister aus vier Verbänden treten an

Immer schwerer wurde es zuletzt, dem Publikum große Kämpfe zu präsentieren. Diese liefert Sauerland bei der Ali-Trophy zumindest im Cruisergewicht. Alle Weltmeister der vier großen Verbände (WBA, WBC, WBO und IBF) sind vertreten. In der zweiten Gewichtsklasse, dem Supermittelgewicht, ist lediglich WBA-Superchampion George Groves aus Großbritannien dabei. In beiden Staffeln ist mit Huck und Ex-Weltmeister Jürgen Brähmer auch ein Deutscher im Wettbewerb.

In einem K.o.-Modus sollen sich die Athleten bis ins Finale im kommenden Mai durchkämpfen. Los geht es im September und Oktober mit den Viertelfinals, im Januar folgt die Vorschlussrunde. Der Sieger jeder Gewichtsklasse erhält die Muhammad-Ali-Trophy, rund zehn Millionen US-Dollar Preisgeld und sämtliche WM-Titel, welche die Starter zuvor ins Turnier eingebracht haben. 

Fußball-Champions-League als Vorbild

Sauerland, Sohn des legendären Promoters und Hall-of-Famer Wilfried Sauerland, bastelte dreieinhalb Jahre an dem Format. Der 40-Jährige konnte starke Partner und Investoren für sein Projekt gewinnen und schaute sich einiges beim Fußball ab. "Wir wollen ähnlich wie die Champions League im Fußball die World Boxing Super Series und den Kampf um die Muhammad-Ali-Trophy auch in dieser Form aufbauen", sagte Deutschlands Box-Manager Nummer eins.

Für sein Projekt brachte sich Sauerland gemeinsam mit verschiedenen internationalen Medien-und Vermarktungskonzernen in die in Zürich ansässige Comosa AG ein, die offiziell als Veranstalter der Serie auftritt.

Sauerland fungiert dort als Chief Boxing Officer, auch der Schweizer Promoter Richard Schaefer ist involviert. Er inszenierte in der Vergangenheit die Protz-Shows des jüngst wieder einmal zurückgetretenen Superstars Floyd Mayweather.

Erfolg des Formats hängt an deutschen Boxern

Doch, dass es Sauerland und Schaefer schaffen, das schwierige deutsche Box-Publikum zu gewinnen, ist zumindest fraglich. Brähmer und vor allem Huck werden nur Außenseiter-Chancen in ihren Wettbewerben eingeräumt. Und scheiden die deutschen Zugpferde aus, verabschiedet sich das Publikum ganz schnell. So war es in Deutschland bislang immer.

Um die Attraktivität der Trophy zu steigern, wurden kurzerhand die Regeln angepasst. Neben der Einführung eines Videobeweises für strittige Situationen wurde das Unentschieden abgeschafft. Können sich die drei Punktrichter nicht einigen, entscheidet ein vierter Unparteiischer. Über das Schicksal des Wettbewerbs selbst jedoch urteilt nur einer: der Zuschauer.