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Boasson Hagen schnappt starkem Arndt den Sieg weg

21.07.2017 17:47
Boasson Hagen hat die 19. Etappe der Tour gewonnen
© AFP/SID/Jeff PACHOUD
Boasson Hagen hat die 19. Etappe der Tour gewonnen

Der deutsche Radprofi Nikias Arndt hat bei der Tour de France einen Überraschungssieg und den bislang größten Erfolg seiner Karriere knapp verpasst.

Der 25-Jährige musste sich am Freitag auf der mit 222,5 km längsten Etappe der 104. Frankreich-Rundfahrt mit dem undankbaren zweiten Platz hinter dem norwegischen Tagessieger Edvald Boasson Hagen (Dimension Data) begnügen.

Sunweb-Profi Arndt, sonst als wichtiger Unterstützter des Australiers Michael Matthews im Einsatz, war im Finale in Salon de Provence als letzter verbliebener Fahrer einer zu Beginn 20-köpfigen Fluchtgruppe zumindest in Reichweite Boasson Hagens, konnte dessen Erfolg aber nicht verhindern.

"Jeder in der Gruppe war stark, jeder wollte gewinnen. Ich habe gekämpft, aber Edvald war einfach zu stark. Er hat verdient gewonnen", sagte ein entkräfteter Arndt: "Ich habe es probiert."

Hier geht's zum sport.de-Liveticker der 19. Etappe der Tour de France 2017

Das Gelbe Trikot verteidigte Titelverteidiger Christopher Froome erfolgreich. Der Brite, der das Ziel mit über zwölf Minuten Rückstand mit dem Hauptfeld erreichte, muss nur noch das Einzelzeitfahren in Marseille am Samstag überstehen und am Sonntag das Ziel in Paris erreichen, um zum vierten Mal die Frankreich-Rundfahrt zu gewinnen.

Einen Platz auf dem Podium hat Matthews sicher. Der Australier ist in der Punktewertung nicht mehr einzuholen und wird, sofern er verletzungsfrei bleibt, erstmals das Grüne Trikot gewinnen. Dieses hatte er vom fünffachen Etappensieger Marcel Kittel (Arnstadt/Quick Step-Floors) nach dessen Sturz am Mittwoch übernommen. Auch das Bergtrikot (Warren Barguil/Frankreich) ist Sunweb nicht mehr zu nehmen.

Die 19. Etappe nahm zunächst ihren erwarteten Verlauf. Bereits kurz nach dem Start setzte sich die Ausreißergruppe um Arndt vom Peloton ab. Der Vorsprung wuchs und blieb stabil, letztlich auch, weil das Team Sky um Titelverteidiger Froome an der Spitze das Tempo bestimmte und am Scheitern der Flucht kein Interesse zeigte.

Ausreißer unter sich

Während Froome-Helfer Christian Knees im Feld viel Zeit im Wind verbrachte, machten die Ausreißer die Entscheidung unter sich aus. Am Col du Pointu (3. Kategorie), der letzten Bergwertung dieser Frankreich-Rundfahrt, verpufften noch sämtliche Attacken.

Bei einer vorentscheidenden Tempoverschärfung 15 km vor dem Ziel teilte sich die Gruppe, Arndt agierte dabei aufmerksam und blieb an der Spitze. Es folgte ein Ausscheidungsfahren, Angriffe fast im Sekundentakt zermürbten jeden der nur noch neun verbliebenen Fahrer. Der entscheidende Nadelstich gelang Boasson Hagen auf den Schlusskilometern.

Auf der Ziellinie enttäuscht

Der 30-Jährige ging aus dem Sattel und ließ die Rivalen hinter sich, Arndt folgte, musste den Norweger aber ziehen lassen. Auf den letzten Metern verkleinerte Arndt die größer gewordene Lücke zwar noch, mit fünf Sekunden Rückstand rollte er letztlich aber kopfschüttelnd über den Zielstrich.

Am Samstag fällt auf der 20. und vorletzten Etappe die Entscheidung im Gesamtklassement. Beim 22,5 km langen Kampf gegen die Uhr werden sich Froome und seine Verfolger ein Fernduell um das Gelbe Trikot liefern. Weltmeister Tony Martin will sich indes mit einem guten Ergebnis für seine Tour der Leiden entschädigen. "Ich bin kampfesbereit", sagte der Katusha-Profi.

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