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Gott sei Dank: Selke führt U21 zum Sieg

22.06.2017 12:57
Das Menatlitäts-Monster Davie Selke schöpft Kraft aus seinem Glauben
Das "Menatlitäts-Monster" Davie Selke schöpft Kraft aus seinem Glauben

Ein Tor, eine Vorlage: Davie Selke hat die deutsche U21 in Richtung EM-Halbfinale geschossen. Geholfen hat dem Stürmer auch sein Glaube.

Davie Selke lächelte gerührt. Von allen Seiten prasselten Lobeshymnen auf den Stürmer ein, Mitspieler, Trainer und sogar Betreuer umarmten den Mann des Abends. "Das Tor war so wichtig für mich. Ich bin froh, dass ich der Mannschaft etwas zurückgeben konnte", sagte Selke nach dem 3:0 (0:0) der deutschen U21 gegen Dänemark und klatschte seine Kollegen ab. Auf seinem Handgelenk leuchtete der Schriftzug "Faith" - Glaube.

Selke hatte allen Grund zum Strahlen. Ein Tor und eine Vorlage steuerte der 22-Jährige zum zweiten Sieg im zweiten Spiel bei, das EM-Halbfinale ist zum Greifen nah. "Als ehemaliger Stürmer freue ich mich riesig für Davie", sagte DFB-Trainer Stefan Kuntz, Offensivspieler Serge Gnabry lobte seinen Nebenmann: "Davies Super-Tor hat das Eis gebrochen. So schnell kann es im Fußball gehen."

Kraft von ganz oben

Drei Tage zuvor war Selke noch geknickt durch die Katakomben des Stadions in Tychy gelaufen, beim 2:0 gegen Tschechien hatte er gerade einen Elfmeter verschossen. Geholfen hat ihm auch sein Glaube. "Ich bin Christ. Daraus ziehe ich meine Kraft. Wenn ich etwas erlebe, das nicht so gut war, bespreche ich das mit meiner Familie und bete", hatte Selke in Tychy gesagt. Es scheint geholfen zu haben.

Seinen Glauben trägt Selke offen nach außen, vor allem durch seine Tattoos. Auf seinem linken Oberarm prangt ein Bild von Jesus, auf seiner Brust ein Bibelvers, hinzu kommt der Schriftzug auf dem Handgelenk. "Das sind keine Mode- oder Trendmotive wie meine anderen Tattoos, sondern ein Zeichen dafür, dass ich dankbar bin, was für ein Leben ich führen darf", sagte Selke einmal: "Für mich gibt es keine Zweifel, dass es Jesus gibt."

Viel Kraft benötigte zuletzt auch der Fußballer Selke. Bei RB Leipzig saß der 1,92-Meter-Hüne meist auf der Bank, kommende Saison sucht er sein Glück bei Hertha BSC. Im DFB-Trikot läuft es dagegen traditionell rund. 2014 wurde er bei der U19-EM Torschützenkönig und Europameister, bei der U21 ist er mit acht Toren aus 13 Spielen bester Schütze. "Ich fühle mich hier einfach wohl, immer wieder", sagt Selke.

Selke ist ein "Mentalitäts-Monster" 

Trainer Kuntz schätzt an seinem Stürmer besonders die Einstellung auf dem Platz. Selke sei "ein Mentalitäts-Monster", sagt Kuntz und gerät in einen Redeschwall: "Davie geht ins Spiel, und als erstes meckert er mit dem Gegenspieler, dann mit dem Schiedsrichter, dann mit dem Pfosten, mit dem Ball, mit dem Rasen, und mit dem Trainer irgendwann auch noch. Er schießt ein Tor und legt den Ball sofort auf den Mittelpunkt, weil er das zweite schießen will. Das ist das, was man als Trainer haben will."

Genau diese Mentalität soll das DFB-Team in Polen nun zum Titel, zunächst aber ins Halbfinale führen. Schon ein Remis reicht am Samstag  gegen Italien, um den Gruppensieg zu sichern. Doch Davie Selke wäre nicht Davie Selke, wenn er jetzt abheben würde. "Der Modus ist tückisch, wir werden uns nicht auf den sechs Punkten ausruhen", sagte der Mann des Abends: "Wir wollen das letzte Spiel noch gewinnen. Das wird auch noch mal ein hartes Stück Arbeit."

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