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Die "Klasse von 2009": Das machen sie heute

21.06.2017 11:49
Die berühmte Klasse von 2009
Die berühmte "Klasse von 2009"

Nicht alle U21-Europameister von 2009 wurden später Stars wie Mesut Özil und Manuel Neuer. Einer hat sogar schon aufgehört, ein anderer wurde zum Spätstarter.

Natürlich kennen sie alle die "Klasse von 2009". Jenes Team, das vor acht Jahren in Schweden U21-Europameister wurde und 2014 das Gerüst der Weltmeister-Elf von Rio stellte. "Das sind unsere Vorbilder", sagt Stürmer Davie Selke, der derzeit in Polen mit der aktuellen U21 den Vorbilden nacheifert: "Man muss nur auf das Mannschaftsfoto von 2009 schauen. Dann weiß man, was abgeht."

Das stimmt, ist aber nur die eine Seite der Medaille. Natürlich: Sechs Spieler wurden fünf Jahre nach dem EM-Triumph Weltmeister, eine sensationelle Bilanz. Ihre Namen: Jérôme Boateng, Manuel Neuer, Mats Hummels, Benedikt Höwedes, Sami Khedira und Mesut Özil. Doch es gibt eben auch andere Beispiele.

Dennis Grote etwa spielte vergangene Saison als einziger Europameister von 2009 nur in der 3. Liga, beim Chemnitzer FC. Chinedu Ede verschlug es zwischendurch zu Anorthosis Famagusta nach Zypern, seit 2015 kickt er für Twente Enschede. Oder Patrick Ebert. Den Ur-Berliner zog es zu Real Valladolid, Spartak Moskau und schließlich Rayo Vallecano. Sie alle sind ebenfalls Europameister.

Wagner mit spätem DFB-Debüt

Und dann ist da natürlich Sandro Wagner. Der Stürmer erzielte 2009 im Finale gegen England (4:0) zwei Tore, anschließend suchte er in Duisburg, Bremen, Kaiserslautern und Berlin vergeblich sein Glück. Erst in Darmstadt und nun Hoffenheim ging es wieder bergauf, am 6. Juni 2017 gab er doch noch sein Debüt im A-Team - acht Jahre nach dem U21-Triumph. "Ein Traum ist in Erfüllung gegangen", sagte Wagner.

Was Wagner mit gehöriger Verspätung schaffte, blieb fast der Hälfte der "Klasse von 2009" verwehrt: Elf der 23 Spieler trugen nach dem Finale nie wieder das DFB-Trikot. Vier von ihnen liefen sogar für ein anderes Land auf: Fabian Johnson (USA), Sebastian Boenisch (Polen), Ashkan Dejagah (Iran) und Änis Ben-Hatira (Tunesien). Der heutige Gladbacher Johnson steht sogar bei 54 Länderspielen und hat in dieser Rangliste Weltmeister Höwedes (44 Länderspiele) überflügelt.

Fromlowitz mit frühem Karriereende

Und schließlich ist da noch Torhüter Florian Fromlowitz, in Schweden Ersatzmann von Neuer. Der Schlussmann hat als einziger U21-Europameister von 2009 seine Karriere bereits beendet. Fünf Monate nach der EM war er nach dem Selbstmord von Robert Enke die Nummer eins bei Hannover 96 geworden, doch die Karriere kam nie in Schwung. 2015 wechselte er gar zum FC Homburg, vergangene Saison absolvierte er verletzt kein einziges Spiel und gab im Mai auf.

"Leider musste ich einsehen, dass ich nicht auf den Fußballplatz zurückkehren kann", sagte Fromlowitz. Auch so kann es gehen. Weltmeister oder frühes Karriereende? Wohin der Weg der jetzigen U21-Generation führt, wird die Zukunft zeigen.

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