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Last-Second-Drama! Skopje holt den CL-Titel

04.06.2017 19:47
Timur Dibirov und Skopje sind Champions-League-Sieger
© getty, Alex Grimm
Timur Dibirov und Skopje sind Champions-League-Sieger

Paukenschlag beim Final Four in Köln: Ausnahme-Handballer Uwe Gensheimer und die Star-Truppe von Paris Saint-Germain haben den Champions-League-Sieg im Endspiel gegen Vardar Skopje verpasst.

Der französische Spitzenklub um den Kapitän der deutschen Nationalmannschaft wurde im Endspiel des Final-Four-Turniers in Köln seiner Favoritenrolle nicht gerecht und unterlag der mazedonischen Überraschungsmannschaft HC Vardar Skopje in einer hitzigen Partie mit 23:24 (12:11).

"Es ist zum Kotzen, so zu verlieren, ganz bitter, ein scheiß Gefühl", sagte ein niedergeschlagener Gensheimer bei "Sky": "Es war unser großes Ziel, diesen Titel hier zu holen. Wir haben gekämpft und alles gegeben, aber spielerisch haben wir keine gute Leistung gezeigt. Die Deckung des Gegners hat es uns schwer gemacht, Skopje war heute besser."

Der entscheidende Treffer für Skopje durch Ivan Čupić fiel zwei Sekunden vor Schluss, nachdem der Favorit zuvor in Unterzahl noch zum 23:23 ausgleichen konnte. Kurios: Obwohl HC-Coach Raúl González nach dem Ausgleich die Grüne Karte zog und seinem Team so die Chance auf eine schnelle Mitte und den sicheren Sieg raubte, durfte der Underdog am Ende jubeln. Ivan Čupić nutzte eine große Lücke in der PSG-Abwehr und verwandelte den entscheidenden Wurf aus halbrechter Position.

Es war der verdiente Lohn nach einer couragierten Leistung.

Vardar erwischt Traumstart 

Der viermalige französische Meister aus Paris versuchte zwar, sich direkt zu Beginn durch aggressive Deckung Respekt zu verschaffen. Vardar ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und konnte sich auch durch zwei Siebenmeter-Treffer mit 5:2 absetzen (12.).

In der Folge kam Paris jedoch besser ins Spiel, nach einer Viertelstunde trug sich auch Gensheimer erstmals in die Torschützenliste ein. Nur durch überragende Paraden des ehemaligen Weltmeister-Torwarts Arpad Šterbik, der auch einen Siebenmeter von Gensheimer parierte (19.), wurde Vardar in dieser Phase nicht von der Pariser Offensiv-Power überrollt.

PSG verschläft den Wiederbeginn

Beflügelt durch starke Reflexe von Thierry Omeyer auf der Gegenseite fand PSG aber immer öfter Wege an Šterbik vorbei. Vor allem der dreimalige Welthandballer Nikola Karabatić präsentierte sich deutlich durchschlagskräftiger als noch im Halbfinale gegen Veszprém, in dem er nur einmal traf. Kurz vor der Pause brachte Luka Stepančić die Franzosen gar in Führung.

Von diesem Schwung war nach dem Seitenwechsel zunächst nichts mehr zu sehen, Paris kam schläfrig aus der Kabine. Durch zwei leichtfertige Ballverluste Karabatićs zog Skopje auf zwei Tore davon (18:16, 41.). PSG-Coach Zvonimir Serdarušić ging in der Folge volles Risiko, ersetzte bei Angriffen Torwart Omeyer durch einen siebten Feldspieler - und kassierte zwei Tore auf das leere Gehäuse.

Das Spiel wurde daraufhin immer ruppiger, es hagelte Unterbrechungen und Zwei-Minuten-Strafen auf beiden Seiten. Gensheimer konnte für Paris acht Minuten vor Schluss noch zum 21:21 ausgleichen, die besseren Nerven hatte am Ende jedoch Skopje.

Paris verpasst das Triple

Für Uwe Gensheimer bleibt der Wunsch vom Champions-League-Sieg durch die Niederlage weiter unerfüllt. Ganz schuldlos war der deutsche Ausnahmespieler daran nicht. Im Endspiel konnte er lediglich zwei Treffer beisteuern, krönte sich allerdings dennoch mit 115 Treffern zum Topscorer in der Königsklasse. Bester Werfer beim neuen Titelträger war Timur Dibirov (7).

Nach zuvor errungener Meisterschaft und dem Pokalsieg in Frankreich verpasste PSG in Köln damit das erste Triple der Vereinsgeschichte.

Das Pariser Star-Ensemble war durch ein knappes 27:26 über den ungarischen Rekordmeister Telekom Veszprém erstmals ins Finale der Königsklasse eingezogen. Skopje hatte sich bei seiner ersten Final-Four-Teilnahme mit einem 26:25-Erfolg in letzter Sekunde gegen den FC Barcelona ins Endspiel gekämpft. Veszprém beendete das Turnier nach einem 34:30 (18:17) gegen den FC Barcelona auf dem dritten Platz.

PSG Handball - Vardar Skopje 23:24 (12:11)
Tore: Nikola Karabatic (5), Hansen (4), Narcisse (4), Remili (3), Abalo (3), Gensheimer (2), Stepanic (2) für Paris - Dibirov (7), Cindric (3), Cupric (3), Borozan (3), Dujshebaev (2), Shishkarev (2), Canellas Reixach (2), Abutovic (1), Marsenic (1) für Skopje

Die Sieger der letzten Jahre:

2010/11: FC Barcelona
2011/12: THW Kiel
2012/13: HSV Hamburg
2013/14: SG Flensburg-Handewitt
2014/15: FC Barcelona
2015/16: KS Kielce/Polen
2016/17: HC Vardar Skopje/Mazedonien

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