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Schwerer Crash überschattet Quintanas Gala

14.05.2017 17:02
Nairo Quintana war in Italien erfolgreich
© imago sportfotodienst
Nairo Quintana war in Italien erfolgreich

Nairo Quintana aus Kolumbien hat am Blockhaus die zweite Bergankunft beim 100. Giro d'Italia gewonnen und damit seine Ambitionen auf seinen zweiten Gesamtsieg nach 2014 unterstrichen.

Beim ersten echten Showdown der Giro-Favoriten hatte der 27 Jahre alte Kletterspezialist auf dem neunten Teilstück nach 152 km die größten Reserven. Mit dem Tagessieg übernahm Quintana auch das Rosa Führungstrikot von Bob Jungels (Luxemburg/Quick-Step Floors).

Überschattet wurde das Etappenfinale von einem durch ein Polizeimotorrad hervorgerufenen Sturz kurz vor dem Schlussanstieg. Der Niederländer Wilco Kelderman aus dem deutschen lizenzierten Team Sunweb blieb dabei an dem am Straßenrand stehenden Fahrzeug hängen und löste eine Kettenreaktion aus. Besonders die britische Sky-Mannschaft war von dem Crash betroffen, deren Kapitäne Geraint Thomas (Großbritannien) und Mikel Landa (Spanien) dadurch weit zurückfielen.

"Was für ein dämliches Motorrad"

Davon unbeirrt ließ Quintana nach mehreren Attacken auch seinen scheinbar härtesten Rivalen Vincenzo Nibali (Italien/Bahrain-Merida) stehen, der als Tagesfünfter eine Minute verlor. Am dichtesten an Quintana blieben Thibaut Pinot (Frankreich/FDJ) und Tom Dumoulin (Niederlande/Sunweb) auf den Rängen zwei und drei mit 24 Sekunden Rückstand.

Doch geredet wurde vor allem über den unnötigen Zwischenfall. "Das ist ein Unding. Ich bin erstmal nur sauer, wir werden morgen sehen, ob und wie es weitergeht", sagte Thomas, der sich die Schulter auskugelte. Kelderman musste das Rennen sogar gleich verletzt aufgeben. "Ich kann mich nicht freuen, wir haben Kelderman verloren. Was für ein dämliches Motorrad. Ich bin um Zentimeter noch vorbeigekommen, hatte einfach Glück", sagte Dumoulin, der seinen wichtigsten Helfer verlor.

Kampf gegen die Uhr am Dienstag

Der Schlussanstieg in den Abruzzen, der auf die schwerstmögliche Art von Roccamorice aus bewältigt werden musste, war schon auf dem Papier einer für die reinen Kletterer wie Quintana. Auch mit Blick auf das erste Einzelzeitfahren über fast 40 km am Dienstag wollte sich der Kolumbianer einen Vorteil verschaffen - etwa auf den Niederländer Dumoulin oder Jungels, der am Blockhaus einbrach und 3:30 Minuten einbüßte.

Am Samstag auf der achten Etappe, die der Spanier Gorka Izagirre gewann, hatte der Luxemburger noch problemlos mithalten können, als die Favoritengruppe bei der winkligen Zielanfahrt durch Peschici arg in die Länge gezogen wurde.

"Der große Kampf beginnt"

"Wir werden den großen Fight bekommen, den wir am Ätna nicht hatten", hatte Dumoulin vor der Etappe am Sonntag auch in Bezug auf die erste, eher ereignislose Bergankunft vor knapp einer Woche auf Sizilien gesagt. "Dieser Anstieg ist wesentlich härter", meinte Sky-Kapitän Thomas - bevor er zum großen Pechvogel wurde. Auch Jungels erwartete wagemutige Aktionen: "Es wird Zeit, sich zu zeigen. Der große Kampf beginnt." Doch dass wieder einmal ein Begleitmotorrad großen Einfluss nehmen würde, hatte keiner erwartet.

Am Montag haben die Profis am zweiten Ruhetag der diesjährigen Italien-Rundfahrt die Gelegenheit zu regenieren. Dann wird vermutlich auch Thomas wissen, ob der Giro für ihn vorzeitig zu Ende ist.

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