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Box-Gesetz "They never come back"? Von wegen!

28.04.2017 14:43
Floyd Patterson war der erste Boxer, der sich den Titel zurückholte
Floyd Patterson war der erste Boxer, der sich den Titel zurückholte

Floyd Patterson war der erste Schwergewichtsboxer, der das berühmt-berüchtigte ungeschriebene Gesetz "They never come back" widerlegte. Ihm folgte die Sportlegende Muhammad Ali, der sogar dreimal Weltmeister wurde.

Am Samstag will Wladimir Klitschko in London gegen den Briten Anthony Joshua ebenfalls zum zweiten Mal zurück auf den Thron. Er wäre der fünfte Boxer in der höchsten Klasse, dem dieses Kunststück gelingt. Das sind die Schwergewichtler, die es mindestens einmal zurück auf den Thron schafften (zeitliche Reihenfolge):

Floyd Patterson (USA)

Der 20. Juni 1960 war ein Tag, der in die Box-Historie einging. Der New Yorker Floyd Patterson holte sich als erster Faustkämpfer die Krone im Schwergewicht zurück und widerlegte damit das ungeschriebene Gesetz "They never come back" (sie kommen niemals zurück). Der Olympiasieger von 1952 schlug im Rückkampf den favorisierten Ingemar Johansson in der fünften Runde K.o. und holte sich den Gürtel zurück, den er im Jahr zuvor an den Schweden verloren hatte.

Muhammad Ali (USA)

Dem "Größten" glückte das Kunststück, wieder auf dem Boxthron zurückzukehren, gleich zweimal. 1967 wurde ihm der Titel, den er 1964 gegen Sonny Liston gewonnen hatte, wieder aberkannt, weil er seinen Wehrdienst nicht angetreten hatte. 1974, im legendären "Rumble in the Jungle" in Kinshasa, holte sich Ali den Titel gegen den klar favorisierten George Foreman wieder zurück. Vier Jahre später verlor Ali seinen WM-Gürtel gegen Leon Spinks. Nur sieben Monate später kam es zum Rückkampf, Ali wurde zum dritten Mal Weltmeister.

George Foreman (USA)

"Big George" holte sich 1973 als klarer Außenseiter den WM-Titel gegen Joe Frazier, als klarer Favorit verlor er diesen im Jahr darauf beim "Rumble in the Jungle" an Muhammad Ali. 20 Jahre später bestieg Foreman mit einem Sieg gegen Michael Moorer als ältester Schwergewichtler zum zweiten Mal den WM-Thron. Foreman gewann 76 seiner 81 Profikämpfe, 68 davon vorzeitig, dies ergibt eine beeindruckende Quote von 84 Prozent.

Mike Tyson (USA)

"Iron Mike" wurde 1986 als 20-Jähriger jüngster Schwergewichts-Weltmeister. Vier Jahre später verlor er seine Gürtel sensationell an James "Buster" Douglas. 1996 holte er sich den WBC-Gürtel vom Briten Frank Bruno und wurde zum zweiten Mal Champion aller Klassen. Die Freude aber währte nur kurz, acht Monate später verlor Tyson gegen Evander Holyfield.

Evander Holyfield (USA)

"The Real Deal" ist der einzige Schwergewichtler, der viermal Weltmeister wurde. Nach seinem Aufstieg in die höchste Klasse holte er sich 1990 gegen James "Buster" Douglas die Gürtel der Verbände WBC, WBA und IBF, verlor diese 1992 an Riddick Bowe. Ein Jahr später erkämpfte sich Holyfield zwei Gürtel von Bowe zurück, ehe er diese nur fünf Monate später an Michael Moorer erneut verlor. Gegen die K.o.-Maschine Mike Tyson wurde Holyfield im November 1996 zum dritten Mal Champion. Im skandalösen Rückkampf, in dem ihm Tyson ein Stück des Ohrs abbiss, blieb Holyfield Weltmeister. 1999 verlor er seine WM-Gürtel gegen den Briten Lennox Lewis, ehe er im Jahr darauf gegen John Ruiz den vakanten WBA-Gürtel gewann.

Lennox Lewis (Großbritannien)

Der Brite ist einer von nur vier Schwergewichtlern, die dreimal Weltmeister werden konnten. "The Lion" setzte sich 1993 durch einen Sieg gegen Tony Tucker erstmals auf den WBC-Thron. Gut ein Jahr später verlor er gegen Oliver McCall, gegen den er sich 1997 den vakanten WBC-Gürtel zurückholte. Im April 2001 ging dieser wieder an Hasim Rahman, sieben Monate gewann Lewis durch K.o. den Rückkampf und wurde zum dritten Mal Champion. Nach seinem Sieg durch Abbruch gegen Witali Klitschko am 21. Juni 2003 beendete Lewis als Weltmeister seine Karriere.

Vitali Klitschko (Ukraine)

Der ältere Bruder von Wladimir Klitschko holte sich 1999 gegen den Briten Herbie Hide in einem WBO-Fight seinen ersten WM-Gürtel. Im Jahr darauf verlor er diesen überraschend an Chris Byrd. In der neunten Runde musste er wegen eines Sehnenrisses in der Schulter aufgeben, auf den Punktzetteln lag er klar vorn. Vier Jahre später bestieg Vitali Klitschko mit einem Erfolg über den Südafrikaner Corrie Sanders den WBC-Thron.

Dies war die Revanche für seinen Bruder Wladimir, der im Jahr zuvor von Sanders entthront worden war. Nach einem zwischenzeitlichen Rücktritt wurde Vitali Klitschko 2008 gegen den Nigerianer Samuel Peter zum dritten Mal Weltmeister. 2013 wurde er vom WBC zum "Champion Emeritus" ernannt, heute ist Vitali Klitschko Bürgermeister von Kiew.

Wladimir Klitschko (Ukraine)

Der 41-Jährige will am Sonntag als fünfter Schwergewichtler zum mindestens dritten Mal Weltmeister werden. "Dr. Steelhammer" wurde im Oktober 2000 mit einem Sieg gegen Chris Byrd zum ersten Mal Champion. 2003 verlor er seinen WBO-Gürtel sensationell gegen den weithin unbekannten Südafrikaner Corrie Sanders durch K.o. in Runde zwei. Im April 2006 gewann Klitschko erneut gegen Byrd und wurde IBF-Champion. Am 28. November 2015 verlor er in Düsseldorf seine inzwischen auf vier Titel angehäufte Sammlung an den Briten Tyson Fury.

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