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Rekord für Ewigkeit?

Damals: "Das war Gott, verkleidet als Michael Jordan"

20.04.2019 09:18
Michael Jordan verzauberte den Boston Garden am 20. April 1986
Michael Jordan verzauberte den Boston Garden am 20. April 1986

Am 20. April 1986 versetzte Michael Jordan die Basketball-Welt ein weiteres Mal in Staunen. 63 Punkte schenkte "His Airness" den Boston Celtics in der zweiten Runde der NBA-Playoffs ein - bis heute eine Bestmarke.

Genau sechsmal dribbelte Jordan den Ball, atmete kurz durch und versenkte dann den zweiten Freiwurf. Der neue Spielstand: 116:116. Zeit auf der Uhr? Keine. Also ging das zweite Playoff-Spiel der Chicago Bulls gegen die Boston Celtics in die Verlängerung.

Zu dem Zeitpunkt hatte Jordan bereits satte 54 Punkte auf dem Konto. Die Double-Overtime nutzte der damals 23-Jährige, um seine Ausbeute auf 63 Zähler hochzuschrauben. Ein Playoff-Fabelrekord, der bis heute Bestand hat.

Sieben verschiedene Celtics-Akteure versuchten sich im Laufe der Partie daran, MJ zu verteidigen - keinem gelang es. Ob per Drive, Pull-Up-Jumper oder schlicht per Freiwurf - Jordan scorte mit jeder Aktion.

Bei 41 Wurfversuchen zeigte der Shooting Guard eine unglaubliche Präzision: 53,7 Prozent seiner Abschlüsse fanden den Weg durch die Reuse. "Ich wollte einfach stehen bleiben und ihm zuschauen, dabei stand ich auf dem Platz", beschrieb Mitspieler John Paxson das Geschehen.

Larry Bird würdigt die Leistung von Michael Jordan

Zur Erinnerung: Die 86er Celtics gelten bis heute als eines der stärksten NBA-Teams aller Zeiten. Sechs Hall of Famer standen an jenem Abend auf dem Court. Fünf davon trugen das weiß-grüne Trikot der Heimmannschaft - Jordan war der einzige im knallroten Dress der Bulls. Celtics-Superstar Larry Bird erklärte nach der Begegnung: "Ich glaube das war Gott, verkleidet als Michael Jordan."

Doch der Allmächtige hatte an jenem Abend das Nachsehen. 135:131 entschieden die Gastgeber das Spiel für sich.

Allerdings wäre das Resultat nach heutigem Stand wohl ein anderes: Den letzten Freiwürfen von Jordan in der regulären Spielzeit vorausgegangen war ein Foul von Kevin McHale. Dieser versuchte, Jordan an einem Dreier zu hindern. Nach damaligen Regeln: zwei Freiwürfe.

Heute hätte der "Greatest of All Time" dreimal werfen dürfen - das Spiel wäre wohl noch an Ort und Stelle beendet gewesen.

Simon Lürwer

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