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F1-Piloten sehen große Hürden für Alonso

13.04.2017 16:33
Fernando Alonso wagt einen Ausflug in eine andere Rennserie
Fernando Alonso wagt einen Ausflug in eine andere Rennserie

Dass Fernando Alonso das Formel-1-Rennen von Monaco 2017 auslassen wird, um am Indy 500 teilzunehmen, war eine große Überraschung. Solche Rennausflüge sind in der Formel 1 heutzutage eine Seltenheit, zuletzt machte Nico Hülkenberg 2015 mit dem Gewinn der 24 Stunden von Le Mans auf sich aufmerksam.

Auch Alonsos Ex-Teamkollege Lewis Hamilton träumt von einem Start bei einem der berühmtesten Ovalrennen Amerikas, doch er schielt eher auf die zweite berühmte Meisterschaft: "Ich würde gerne einmal ein NASCAR-Rennen wie das Daytona 500 fahren", sagt er vor dem Großen Preis von Bahrain. Der Mercedes-Pilot durfte 2011 sogar einmal einen NASCAR-Boliden pilotieren: In Watkins Glen tauschte er den Wagen mit Tony Stewart.

Hamilton könnte sich vorstellen, mehr als nur einen Test zu fahren. Das unterscheidet sich von seinem zweiten Wunsch: einem MotoGP-Test. Auch das Bike würde er gerne einmal fahren, jedoch hatte er im vergangenen Jahr schon erklärt, dass er sich ein Rennen auf dem Motorrad nicht zutrauen würde.

Dass er das Daytona 500 als NASCAR-Renneinsatz genannt hat, ist dabei übrigens kein Zufall, denn der Saisonauftakt findet traditionell im Februar statt, wenn die Formel 1 noch in ihrer Winterpause steckt. Denn wie Fernando Alonso ein Rennen sausen zu lassen, das käme ihm nicht in den Sinn: "Ich würde kein Formel-1-Rennen verpassen", betont der Brite.

Vandoorne scherzt über eigenen Terminkonflikt

Force Indias Sergio Perez könnte sich hingegen vorstellen, ebenfalls einmal beim Indy 500 anzutreten, das für ihn "zu den besten Rennen der Welt" gehört. Er hat großes Interesse an der IndyCar-Serie, wie er sagt, doch aktuell komme ein Einsatz ebenfalls nicht infrage. Monte Carlo habe für ihn Vorrang: "Ich würde definitiv nicht Monaco verpassen, denn Monaco ist mein Lieblingswochenende im Kalender."

Alonsos Teamkollege Stoffel Vandoorne kündigte bei der Pressekonferenz derweil an. 2017 ebenfalls ein Rennen zu verpassen, um bei einem anderen Rennen zu starten: "Ich habe mich entschieden, die 24 Stunden von Spa anstatt von Ungarn in diesem Jahr zu fahren", so der Belgier mit ernster Stimme. Doch keine Sorge: McLaren klärte die Sache im Nachhinein auf. Es war nur ein Scherz, Vandoorne wird in Ungarn am Start sein.

Kein Scherz ist hingegen der Indy-500-Start von Fernando Alonso. Mit Spannung wird darauf geschaut, was der zweimalige Formel-1-Weltmeister im Nudeltopf von Indianapolis erreichen kann - wo er im Übrigen in der Königsklasse, die von 2000 bis 2007 zu Gast war, nie gewinnen konnte. Seine Kollegen sind skeptisch, ob der Spanier Erfolg haben wird, denn das Rennen habe seine eigenen Gesetze.

Hamilton: "Alonso bester Fahrer im IndyCar-Paddock"

"Es ist eine komplett andere Rennserie", sagt Hamilton und glaubt nicht einmal, dass er selber Erfolg hätte. Denn dort gebe es viele Dinge, die man in der Formel 1 nicht finde, wie ein asymmetrisches Set-up oder starkes Banking - und auch das Geheimnis der Reifen sei nicht so schnell erlernbar. "Es würde für uns ewig dauern, bis wir lernen, wie wir die Reifen im richtigen Fenster nutzen. Das kann man nicht beim ersten Mal lernen", so der Brite.

Doch Hamilton ist der Ansicht: Wenn es ein Fahrer aus der Formel 1 schafft, dann Fernando Alonso: "Zumindest geht einer der besten Fahrer der Welt dorthin", sagt der Mercedes-Pilot. "Mit Sicherheit wird er der beste Fahrer im Paddock sein", ist er überzeugt, "er wird aber nicht die Erfahrung der anderen besitzen. Es wird eine aufregende Herausforderung zu sehen, wie stark er gegen die anderen bestehen kann."

Auch Sergio Perez denkt, dass sich Alonso gut schlagen werde, vor allem weil es dessen Stärke sei, Rennsituationen gut zu managen - und das benötigt man beim Indy 500. Teamkollege Vandoorne erwartet sogar eine ganze Menge: "Alles ist möglich. Alonso ist ein cleverer Kerl. Hoffentlich kommt er mit einer Trophäe heim. Ich gebe ihm auch eine Flasche Milch."

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