Dárdai: Endlich "raus aus dem Fahrstuhl"

03.04.2017 10:28
Pál Dárdai kann schon mal aus der Haut fahren
Pál Dárdai kann schon mal aus der Haut fahren

Pál Dárdai und die Hertha mussten am Freitag mit einer 1:3-Niederlage gegen 1899 Hoffenheim einen Rückschlag im Rennen um den internationalen Wettbewerb hinnehmen. Dennoch hat der Berlin-Trainer jetzt die Entwicklung seiner Mannschaft gelobt.

"Ich habe letztes Jahr mal eine Magnettafel kaputt getreten in der Halbzeitpause eines Spiels. Es flog auch mal ein Koffer des Zeugwarts durch die Kabine", verriet Dárdai im "kicker"-Interview und ergänzte: "Muss ich nicht mehr. Die Mentalität der Mannschaft ist top."

Überhaupt zeigte sich der Ungar von der Entwicklung in der Hauptstadt angetan: "Wir wollten Hertha stabilisieren. Wir wollten nach den beiden Abstiegen und Wiederaufstiegen raus aus dem Fahrstuhl. Und wir sind raus aus dem Fahrstuhl. Wichtig ist mir, dass wir einen Fußball spielen, den man erkennt. Man kann sich Hertha-Spiele wieder anschauen, das war nicht immer so."

Champions League als Trainer? "Ein Traum"

"Wir haben eine klare Spielidee, die auf Ballbesitz basiert. Natürlich fehlt noch einiges, aber man muss Respekt vor der Realität zeigen und nicht komische Erwartungen aufbauen", schwärmte der Hertha-Trainer, der das internationale Geschäft als Vorgabe ausgibt:

"Wir sind bewusst in die Offensive gegangen und haben unser Saisonziel nach oben korrigiert. Ich habe die Champions League als Profi mitgemacht, unsere Spiele gegen Milan, Barça oder Chelsea waren Feiertage für uns und ganz Berlin. Das irgendwann auch als Trainer zu erleben, ist sicher ein Traum."

Gleichzeitig gab sich der 41-Jährige bescheiden. "Wenn die Mannschaft am Ende Achter wird, gibt es keinen Vorwurf von mir. Ich sehe jeden Tag, dass die Jungs am Limit arbeiten. Aber ich bin ein Arbeiter, kein Träumer", so Dárdai. 

Hertha "mehr als ein Arbeitgeber"

In den jüngsten Erfolgen sieht der Hartha-Coach aber auch eine Gefahr. "Dass bei uns in den vergangenen eineinhalb Jahren fast alle Stammspieler verlängert haben, ist für einen Verein wie Hertha keine Selbstverständlichkeit. Aber ich weiß auch: Der Tag wird kommen, an dem ein anderer Verein mit einem viel größeren Portemonnaie anruft. Dann wird auch mal einer gehen. Aber unser Grundgerüst steht", stellte Dárdai, klar.

Für den umworbenen Übungsleiter ist ein Abgang aber kein Thema: "Es stimmt, dass es Anfragen aus der Bundesliga und dem Ausland gab. Aber ich habe mir nicht eine davon angehört. Ich lebe in einer tollen Stadt und bin seit 20 Jahren bei Hertha. Das ist mehr als ein Arbeitgeber für mich."