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Ohr ab? Egal! Ehliz einsatzbereit

22.03.2017 14:58
Yasin Ehliz wurde von einem Puck am Kopf getroffen - konnte aber dennoch lachen
© imago sportfotodienst
Yasin Ehliz wurde von einem Puck am Kopf getroffen - konnte aber dennoch lachen

Trotz seiner Schock-Verletzung wird Eishockey-Nationalstürmer Yasin Ehliz im ersten Halbfinale der Nürnberg Ice Tigers gegen die Grizzlys Wolfsburg voraussichtlich auflaufen.

Im alles entscheidenden Viertelfinal-Spiel gegen die Augsburger war der 24-Jährige unglücklich von einem Schuss von Toptorjäger Patrick Reimer getroffen worden. Durch die Kante des Pucks wurde sein Ohr gespalten. "Wenn sich das Ohr nicht entzündet, ist alles okay", sagte ein Sprecher des Klubs. Die nächste Serie im Modus Best of Seven beginnt am Freitag.

Ehliz war im ersten Drittel unglücklich getroffen und anschließend ins Krankenhaus gebracht worden. "Mir war kurz schwarz vor Augen. Ich habe noch mitbekommen, dass die Jungs sich Sorgen gemacht haben", berichtete der Angreifer. Aber erst als er in der Kabine in den Spiegel schaute, wurde ihm das Ausmaß der Verletzung bewusst. "Der Knorpel war freigelegt worden, das musste man wieder zunähen. Das sah nicht schön aus."

Ehliz: "Würde jeder Profi machen"

Mit einem blauen Verband um den Kopf kam Ehliz kurz vor Ende des Spiels wieder in die Nürnberger Arena und verfolgte, wie seine Mannschaft mit dem 5:3 gegen Augsburg den Halbfinaleinzug perfekt machte. Ehliz wäre bei einem Rückstand sogar auf das Eis zurückgekehrt, wenn er dann das Okay vom Arzt bekommen hätte. "Er ist ein Krieger", sagte Trainer Rob Wilson.

Einen Tag nach dem Einzug ins Halbfinale hat der 24-Jährige die Schmerzen schon wieder vergessen: "Ich glaube, dass würde jeder Eishockey-Profi in den Playoffs machen", sagte Ehliz zur "Bild"-Zeitung.

Mutter faucht: "Das machst du ganz bestimmt nicht!"

An die Unglücks-Szene kann sich der Nationalspieler dabei noch genau erinnern: "So ein Gefühl hatte ich noch nie! Ich dachte zuerst, dass ich aus Versehen von hinten einen Schläger eines Augsburgers abbekommen hätte. Ich lag dann mit einem leichten Schwindel-Gefühl auf dem Eis und habe nur noch gehört wie die Spieler um mich herum 'Scheiße, wir brauchen Handtücher!' gerufen haben."

Dass Ehliz nicht auf das Eis zurückkehrte war dabei nicht nur dem Rat der Ärzte zu verdanken, wie er im Interview zugab: "Ich habe meine Mutter sofort angerufen und sie beruhigt. Sie kam dann zu mir in die Kabine. Als sie dort von mir erfuhr, dass ich weiter spielen will, hat sie sofort auf türkisch gefaucht: 'Das machst du ganz bestimmt nicht!'". So kann Ehliz sicher sein, dass die Verletzung nun in aller Ruhe behandelt wird. Und schließlich am Freitag wieder auf dem Eis stehen kann.

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